Meinung

Aus dem Staub machen

Wer hätte das gedacht? Hape Kerkelings Bestseller ist zum Leitfaden für Amt- und Funktionsträger geworden. »Ich bin dann mal weg«, schallt es landauf, landab. Gestern Roland Koch, heute Ole von Beust. Und morgen? Kaum ein Tag vergeht, an dem sich nicht ein Mitglied der politisch-gesellschaftlichen Führungsriege von seiner Aufgabe verabschiedet. Offenbar ist keiner gekommen, um auf Dauer zu bleiben. Nun gibt es selbstredend Rücktritte, die willkommen sind, weil längst überfällig waren. Bischof Walter Mixas erzwungener Abschied (Kindesmisshandlung, Veruntreuung) gehört in diese Kategorie. Und wer hat selbst nicht schon mal daran gedacht, alles hinzuschmeißen, frei von allen Zwängen zu sein? Doch für Wahlämter hat anderes zu gelten. Verantwortung, Pflichtbewusstsein und Durchhaltevermögen müssen für Volksvertreter jedweder Couleur zum moralischen Rüstzeug gehören. Man stelle sich nur vor, die Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden würden den Null-Bock-Köhler machen und einfach das Weite suchen, wenn ihnen der Wind kräftig ins Gesicht bläst. Wer vorgibt, für die Gemeinschaft etwas leisten zu wollen, der muss für die Sache brennen. Wie heißt es so schön? In Amt und Würden. Stimmt genau, selbst wenn das Amt mal zur Bürde wird.

Bayern

Jugendlicher bestreitet Anschlagspläne auf Synagoge

Ein 16-Jähriger steht in Augsburg wegen Planung eines Anschlags vor Gericht. Ihm werden schwere Straftaten vorgeworfen. Das Verfahren läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 10.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Krieg

Iran bereit für »Blitzoffensive«

Die iranische Militärführung betont ihre Bereitschaft zu schnellen Einsätzen im ganzen Land. Was Kommandeur Hassansadeh über Motivation und Strategie sagt

 10.09.2026

Erinnerung

Gedenkstätten-Leiterin wünscht sich stärkere Wirkung in Gesellschaft

Die Angebote von Gedenkstätten müssen nach Ansicht der niedersächsischen Stiftungsgeschäftsführerin Elke Gryglewski verständlicher werden. Sie fordert neue Zugänge zum Blick auf die NS-Zeit für breite Bevölkerungsschichten

von Charlotte Morgenthal  10.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern

SPD nähert sich in Umfragen der AfD

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig präsentiert sich im Landtagswahlkampf als »die Frau gegen Blau«. In den Umfragen legt sie zu

 10.09.2026

Aufruf

Jüdische und christliche Jugendorganisationen warnen vor der AfD

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Auf den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt könnte bald ein zweiter in Mecklenburg-Vorpommern folgen. Die Sorge darüber vereint junge Menschen christlicher und jüdischer Herkunft

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt

Charlotte Knobloch: »Die AfD ist rechtsextrem«

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern äußert sich »bis ins Tiefste entsetzt« über den AfD-Wahlerfolg und plädiert erneut für ein Verbotsverfahren gegen die Partei

 10.09.2026

Diplomatie

Pakistan soll Iran aufgefordert haben, Huthi zu zügeln

»Ihr bekommt es mit uns zu tun«, soll Pakistans Armeechef für den Fall gedroht haben, dass die Terror-Miliz die Schiffahrt im Roten Meer behindert

 10.09.2026

Krieg gegen Ukraine

Selenskyj-Flieger beinahe von Drohne getroffen

Der ukrainische Präsident war auf dem Weg zur Beerdigung des norwegischen Königs, als sich der Zwischenfall ereignete

 10.09.2026