Berlin

Anti-Israel-Aktivsten brüllen israelische Richterin nieder

Die Humboldt-Universität in Berlin-Mitte Foto: IMAGO/Jürgen Ritter

Nach der Freien Universität Berlin gerät jetzt auch die Humboldt-Universität in der Hauptstadt wegen anti-israelischer Agitation in die Schlagzeilen.

Am Mittwoch sprengten rund 15 »propalästinensische« Aktivisten durch anhaltendes Gebrüll eine Podiumsdiskussion von ehemaligen und aktiven Richtern zum Thema »Constitutional Challenges – Judging in a Constitutional Democracy«. Israel begehe einen Genozid, riefen sie unter anderem auf Englisch in den Saal. Videoaufnahmen wurden von der Organisation »Democ.« in den sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Auf dem Podium saß auch die israelische Juristin Daphne Barak-Erez, die Mitglied des Obersten Gerichtshofs Israels ist. Nachdem sie nicht auf die Vorhaltungen der Aktivisten antworten konnte, verließ die 59-Jährige den Hörsaal. Die Veranstalter brachen die Diskussion, die von der HU und der Hertie School organisiert worden war, ab. Als die Polizei eintraf, sei die Veranstaltung bereits beendet gewesen, berichtete der Berliner »Tagesspiegel«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Uni-Präsidentin Julia von Blumenthal bezeichnete den Vorgang in einem am Freitag auf der Webseite der HU veröffentlichten Statement als »beschämend gegenüber den Gästen«. An einer Hochschule wie der HU müsse man auch »äußerst kontroverse Positionen« diskutieren können. Dafür sei aber die Bereitschaft zum gegenseitigen Zuhören notwendig, wofür es offenbar »vonseiten der Aktivisten heute keine Bereitschaft« gegeben habe, so von Blumenthal.

Während der Veranstaltung, so die Erklärung der HU, sei »eine Person aufgestanden, um ein Statement zu verlesen. Nach Ende des Statements haben die Panelisten und Moderatorinnen versucht, darauf einzugehen und mit der Veranstaltung fortzufahren. Dies wurde jedoch durch lautes und andauerndes Gebrüll einzelner Personen unmöglich gemacht.«

Die Organisatoren der Veranstaltung hätten daraufhin gemeinsam mit den Diskussionsteilnehmern entschieden abzubrechen. Die isaelfeindlichen Aktivisten seien nicht bereit gewesen, sich auf eine Debatte einzulassen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auf der Plattform X wurde der Vorfall von zahlreichen Politikern aus verschiedenen Parteien scharf verurteilt. Zahlreiche Kommentatoren hoben dabei die von Barak-Erez vertretenen Positionen hervor, die in scharfem Kontrast stünden zur Regierungspolitik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Das American Jewish Committee erklärte: »Richterin Daphne Barak Erez ist eine engagierte Hüterin der israelischen Demokratie. Dass antiisraelische Personen nun gerade eine Veranstaltung mit ihr unmöglich machen, zeigt einmal mehr den Antisemitismus dieser Gruppen. Denn sie denken nur in schwarz und weiß.«

Kritik gab es auch an der Uni-Führung und an der Reaktion von Blumenthals. Der Journalist Richard C. Schneider fragte auf X rhethorisch: »Mehr hat die Uni-Präsidentin nicht zu sagen?« mth

Berlin

Israel-Kurs: Streit in der SPD eskaliert

Adis Ahmetović, der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert Außenminister Wadephul, weil dieser Sanktionen gegen Israel ablehnt. Das sorgt für Ärger in der Partei

 24.04.2026

Antisemitismus im Alltag

Angefeindet wegen einer Kippa

Zwei Studenten der JSUD werden in Berlin-Mitte angefeindet – weil sie Kippa tragen. Viele Jüdinnen und Juden verstecken aus Angst ihre religiöse Identität

von Jan Feldmann  24.04.2026

Bündnis-Streit

Spanien reagiert auf Bericht über mögliche Nato-Suspendierung

Planen die USA Maßnahmen gegen »schwierige« Nato-Partner? Madrid jedenfalls betont nun die Zusammenarbeit mit Bündnispartnern

 24.04.2026

Fördergeldaffäre

»Evident rechtswidrig«

Kein einziges der 13 vom Berliner Senat mit staatlichen Zuschüssen bedachten Projekte gegen Antisemitismus sei »bescheidungsreif« gewesen, so der Prüfbericht des Rechnungshofes. Die Hintergründe

von Michael Thaidigsmann  24.04.2026

London/Washington

Giuffres Vermächtnis: Epstein-Opfer warten auf Gerechtigkeit

Ihre Berichte brachten den Skandal um Epstein vor Jahren ins Rollen. Doch nach wie vor kämpfen die Opfer des Sexualstraftäters um Gerechtigkeit. Bleibt ihr Kampf am Ende vergeblich?

von Patricia Bartos  24.04.2026

Österreich

Neuer Höchststand an antisemitischen Vorfällen

Seit Beginn des Gaza-Kriegs haben die Anfeindungen stark zugenommen. Der Konflikt droht auch den ESC in Wien zu überschatten. Warum sich die jüdische Gemeinde dennoch auf den ESC freut

 24.04.2026

Berlin

Wegner entlässt Berliner Kultursenatorin Wedl-Wilson

Nach dem die Vergabe von Fördergeldern gegen Antisemitismus als rechtswidrig gerügt wurde, hat Kultursenatorin Wedl-Wilson ein Rücktrittsgesuch eingereicht

 24.04.2026

USA

18-Jährige wollte Anschlag auf Synagoge in Houston verüben

Angelina Han Hicks aus Lexington (North Carolina) befindet sich in Gewahrsam. Der Vorwurf gegen sie: Verschwörung zur Planung eines Massenangriffs auf die Gemeinde Beth Israel

 24.04.2026

Jerusalem

Katz: Israel zu neuer Offensive gegen Iran bereit

Die Armee warte auf grünes Licht aus Washington, sagt der Verteidigungsminister. Die Streitkräfte seien sowohl für Verteidigung als auch für Angriffe vorbereitet. Sämtliche Ziele seien bereits markiert

 24.04.2026