Justiz

Anklage nach Angriff auf jüdischen Professor

Das Landgericht in Bonn, vor dem sich der Täter verantworten muss Foto: dpa

Nach dem Angriff auf einen jüdischen Professor in Bonn hat die Staatsanwaltschaft einen 21-Jährigen unter anderem wegen Volksverhetzung und Körperverletzung angeklagt. Wann der Prozess vor dem Bonner Amtsgericht beginnt, stehe noch nicht fest, sagte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag.

Kippa Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen mit palästinensischen Wurzeln vor, im Juli 2018 den in den USA lehrenden Professor judenfeindlich beschimpft zu haben. Dann soll er ihm mehrfach die Kippa vom Kopf geschlagen und ihn schließlich geboxt und getreten haben.

Nach dem Angriff hatten herbeigerufene Polizeibeamte den Philosophie-Professor irrtümlich für den Angreifer gehalten und überwältigt. Einer der Beamten schlug ihm dabei ins Gesicht. Ein Ermittlungsverfahren gegen vier Bonner Polizisten wegen Körperverletzung sowie Strafvereitelung im Amt wurde im März wegen eines »Irrtums in einer unübersichtlichen Lage« eingestellt.

Der Professor hatte dies scharf kritisiert. Für den Prozess gegen den 21-Jährigen will er als Nebenkläger aus Baltimore anreisen.

Vorstrafe Der Angeklagte hatte nach der Tat bei der Polizei ausgesagt, dass er »völlig stoned« gewesen sei. Der drogenabhängige Mann ist mehrfach vorbestraft. Zuletzt wurde er im September 2018 wegen Supermarkt-Überfällen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  dpa

Extremismus

Reichsfahnen auf deutschen Straßen: Kommt bald ein Verbot?

Die Rufe nach einem Verbot mehren sich. Doch sind die Fahnen wirklich das Problem?

von Anne-Béatrice Clasmann  29.09.2020

Hildesheim

Umstrittener Spendenaufruf eines kroatischen Pfarrers

Bistumssprecher Volker Bauerfeld: »Es ist ganz klar, dass sich der Faschismus nicht mit dem Evangelium verträgt«

 29.09.2020

Leipzig

Gemeinsames Vorgehen ostdeutscher Länder

Innenminister wollen im Kampf gegen Rechtsextremismus enger zusammenarbeiten, sind sich in der Frage einer Studie zur Polizei aber uneinig

 29.09.2020

Sachsen-Anhalt

Halle-Prozess wird länger als geplant ausgesetzt

Die Verhandlung wird erst am 13. Oktober fortgesetzt

 29.09.2020

Parteien

»Erschießen oder vergasen«

Christian Lüth galt lange als sehr einflussreich in der AfD. Nun sorgt er mit ungeheuerlichen Aussagen für einen Eklat

 29.09.2020

USA

Trump nominiert Nachfolge von Ruth Bader Ginsburg

Amy Coney Barret soll den Platz der verstorbenen Liberalen-Ikone am Obersten Gericht einnehmen

von Andrej Sokolow  27.09.2020

»Combat 18«

Neonazi-Gruppe bleibt verboten

Bundesverwaltungsgericht in Leipzig lehnt Klage der rechtsextremen Vereinigung gegen Verfügung ab

 25.09.2020

Bundesregierung

Felix Klein regt eine breite gesellschaftliche Debatte über Kirche in NS-Zeit an

Antisemitismusbeauftragter: »Es könnte zu einem Gewinn an Glaubwürdigkeit führen«

von Joachim Heinz  25.09.2020

Thüringen

»Für Überlebende von Auschwitz wie Hohn«

AfD-Politiker führt Geraer Stadtrat - Kritik von Auschwitz Komitee

 25.09.2020