Meinung

Ankara auf Abwegen

Die Türkei geht auf Konfrontationskurs zu Israel. Damit schadet sie auch sich selbst

von Bilkay Öney  02.11.2010 13:01 Uhr

Bilkay Öney warnt die Türkei, sich nicht selbst zu schaden. Foto: wiki

Die Türkei geht auf Konfrontationskurs zu Israel. Damit schadet sie auch sich selbst

von Bilkay Öney  02.11.2010 13:01 Uhr

Wenn es stimmt, was israelische Medien berichten, dann ist es um die Beziehungen zwischen Ankara und Jerusalem schlecht bestellt: Der Sicherheitsrat der Türkei soll Israel auf die Liste derjenigen Länder gesetzt haben, die eine Bedrohung für das Land am Bosporus darstellen. Das nennt man ein zerrüttetes Verhältnis. Ein Verhältnis, das bis vor Kurzem noch ein gutes war – bis Premier Erdogan sich als »Führer« der muslimischen Welt ins Gespräch brachte. Niemals wird die arabische Welt einen Türken als Anführer der Muslime akzeptieren und ein laizistisch-kemalistisch geführtes Militär auf die Partnerschaft mit dem jüdischen Staat verzichten. Diesen Umstand scheint Erdogan beim Ritt auf der Erfolgswelle zu vergessen. Dennoch setzt er auf anti-israelische Ressentiments. 2011 sind Wahlen in der Türkei. Die Regierungspartei AKP muss sich dann am Umgang mit dem Terror der PKK und der Kurdenfrage messen lassen. Erdogan sollte sich auf diese Herausforderungen konzentrieren, anstatt Feindbilder im Ausland zu suchen.

Die Autorin ist Mitglied der SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses.

Dortmund

Gericht bewertet antisemitische Hass-Parole als nicht strafbar

Polizei darf die Parole »Nie, nie, nie wieder Israel« auf einer Demonstration von Neonazis nicht verbieten

 22.10.2019

Geschichte

Mehr Versöhnung wagen

Brandt, Israel und die Juden: Vor 50 Jahren wurde der Sozialdemokrat Kanzler der Bundesrepublik

von Jan Ludwig  19.10.2019

Geschichte

Roland Berger lässt NS-Geschichte seines Vaters aufarbeiten

Der Unternehmensberater hat seinen Vater lange als Opfer der Nazis dargestellt - jetzt will der 81-Jährige Klarheit

 19.10.2019

Rechtsextremismus

Innenminister beschließen Zehn-Punkte-Plan gegen antisemitische Bedrohung

Die Pläne umfassen besseren Schutz von Synagogen und Verschärfungen im Waffenrecht

 19.10.2019

Theodor-Herzl-Preis

Jüdischer Weltkongress ehrt Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin wird die Auszeichnung am 28. Oktober in der IKG München entgegennehmen

 18.10.2019

Grunewald

Gedenken an Deportation Berliner Juden

Rabbiner Andreas Nachama fordert bei der Erinnerungsstunde den Erhalt des Mahnmals »Gleis 17«

 18.10.2019