London

Am Holocaust-Gedenktag Juden »vergessen«: BBC entschuldigt sich

Foto: picture alliance / Sipa USA

Die BBC hat sich für einen Fehler in ihrer Berichterstattung zum Holocaust-Gedenktag entschuldigt. Mehrere Moderatoren hatten in Sendungen auf BBC Radio 4 und BBC One von »sechs Millionen Menschen, die vom Nazi-Regime ermordet wurden« gesprochen, ohne zu erwähnen, dass es sich um jüdische Opfer handelte. Britische Publikationen wie »The Daily Telegraph« und »Jewish News« berichteten.

Kritiker bezeichneten das Versäumnis als schwerwiegende Verharmlosung. Stephen Silverman, Leiter der Kampagne gegen Antisemitismus, nannte die Entschuldigung der BBC »wertlos« und wies darauf hin, dass die Auslassung Teil eines längerfristigen Trends sei, die spezifisch jüdische Dimension des Holocaust zu verwischen. Silverman betonte, dass der Versuch, den Holocaust zu »universalisieren« und seine jüdische Identität zu verallgemeinern, die Erinnerung an die Opfer gefährde und Extremisten in die Hände spiele.

Auch Karen Pollock, Geschäftsführerin des Holocaust Educational Trust, kritisierte die Auslassung scharf: »Der Holocaust war die Ermordung von sechs Millionen jüdischen Männern, Frauen und Kindern. Ignoriert man, dass es Juden waren, missbraucht man die Erinnerung an den Holocaust und beleidigt Opfer und Überlebende.«

»Absolutes Minimum«

Danny Cohen, ehemaliger BBC-Direktor Fernsehen, sprach von einem neuen Tiefpunkt für den Sender: »Es ist das absolute Minimum zu erwarten, dass die BBC korrekt benennt, dass es sechs Millionen Juden waren, die während des Holocaust getötet wurden. Alles andere ist eine Beleidigung ihres Andenkens.«

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Die BBC veröffentlichte am Dienstagabend eine Stellungnahme: »In unseren morgendlichen Programmen zum Holocaust-Gedenktag wurden Interviews mit Angehörigen von Überlebenden und ein Bericht unseres Religionsredakteurs ausgestrahlt. In beiden Beiträgen wurde auf die sechs Millionen während des Holocaust ermordeten Juden Bezug genommen. In den Nachrichten und Einleitungen zu BBC Breakfast gab es jedoch Formulierungen, die fälschlicherweise ›Menschen‹ statt ›jüdische Menschen‹ sagten. Dafür entschuldigen wir uns und werden eine Korrektur auf unserer Website veröffentlichen.«

Die Organisation Campaign for Media Standards äußerte sich ebenfalls kritisch und fragte: »Warum ist die BBC so zurückhaltend, die jüdische Identität der sechs Millionen Opfer eines antisemitischen Genozids zu benennen?«

Häufung von Skandalen

Bei der BBC häufen sich Skandale dieser Art. Nach dem 7. Oktober 2023 berichteten zwar die regulären, englischsprachigen BBC-Kanäle von Geiselnahmen in Israel durch palästinensische Terroristen, der arabischsprachige Sender BBC Arabic wurden diese Taten jedoch zunächst gar nicht erwähnt. Terroranschläge der Hamas wurden auf demselben Kanal als »Militäroperationen« bezeichnet, ohne dass die Opfer erwähnt worden wären.

Laut »Telegraph« listete ein BBC-Berater namens Michael Prescott Ende 2025 diese und weitere vergleichbare Vorfälle auf. Dazu gehörte eine ungeprüfte Übernahme von Opferzahledn aus Gaza, die von der Terrororganisation Hamas verbreitet wurden – auch auf englischsprachigen BBC-Sendern. Auch wurde Israel vorgeworfen, Gaza auszuhungern, obwohl die israelischen Streitkräfte in Verbindung mit den zuständigen Behörden während des von der Hamas begonnenen Krieges für die Einfuhr von zwei Millionen Tonnen an Hilfsgütern sorgten. im

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