RIAS-Meldestellen

91-mal Antisemitismus auf Corona-Demos seit November

Anti-Corona-Demonstration in der Frankfurter Innenstadt Foto: imago

Seit Beginn der Debatte über die Corona-Impfpflicht mehren sich nach Erkenntnissen der Meldestelle Rias antisemitische Äußerungen von Gegnern der Pandemiemaßnahmen. Allein zwischen dem 20. November und dem 8. Januar seien bundesweit 91 Corona-Demonstrationen mit judenfeindlichen Inhalten registriert worden, berichtete der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) am Freitag in Berlin.

Dabei geht es unter anderem um die Verwendung gelber Sterne mit dem Hinweis »ungeimpft«. »Die mit dieser Art von Vergleichen einhergehende Selbstinszenierung als Opfer verharmlost die Schoa und den Nationalsozialismus«, schreibt Rias. Sie gehe auch mit Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden einher.

Dunkelziffer Bei den registrierten antijüdischen Äußerungen wurden nach Angaben der Meldestelle in 81 Fällen antisemitische Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus gemeldet. In zehn Fällen ging es um antisemitische Verschwörungsmythen oder ähnliches. Die Meldungen kamen aus 14 Bundesländern. Es sei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Dass mit einer »Dynamik des öffentlichen Diskurses« über Anti-Corona-Maßnahmen auch antisemitische Zwischenfälle zunehmen, hatte Rias schon im Sommer 2021 beobachtet. »Entsprechend bieten die Versammlungen seit November 2021 wieder eine Gelegenheit, sich öffentlich antisemitisch zu artikulieren«, schreibt der Verband.

Am 18. November habe sich die Ministerpräsidentenkonferenz für eine Impfpflicht im Gesundheitswesen sowie einheitliche 2G- und 3G-Regeln ausgesprochen. Am 20. November seien Rias drei Versammlungen mit antisemitischen Äußerungen bekannt geworden. In der Folge habe es verstärkten Zulauf zu Demonstrationen gegeben. Ab dem 13. Dezember seien montags die »Spaziergänge« hinzugekommen, also nicht angemeldete Proteste. dpa

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Linke Luftnummer

Der Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus der Berliner Linken ist heuchlerisch. Die Partei ist derzeit nämlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems

von Ralf Balke  13.05.2026

TikTok

Antisemitismus per Algorithmus

Antisemitische Inhalte auf der Social-Media-Plattform treten häufig codiert auf. Reichweitenstarke Beiträge sind oft uneindeutig und werden erst im Kontext als antisemitisch erkannt

 13.05.2026

Meinung

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten

von Mascha Malburg  13.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

London

Sie »fischten« mit Geld nach Juden: Zwei Männer verurteilt

»Fishing for Jews« mit einer Angel, an der ein Geldschein hängt: Im Stadtteil Stamford Hill, in dem viele Charedim wohnen, werden die Verdächtigen von den Shomrim gestellt und später festgenommen

 13.05.2026