Kommentar

Alle haben Frieden verdient

Nicole Dreyfus Foto: Claudia Reinert

Kommentar

Alle haben Frieden verdient

Aber es braucht die richtigen Partner dazu

von Nicole Dreyfus  02.07.2025 10:44 Uhr

Der Krieg in Gaza ruiniert ganze Gesellschaften. Sei es die israelische, die sich zwar in all den Jahrzehnten zuvor in Resilienz geübt hat, aber seit dem 7. Oktober 2023 aufs Schlimmste traumatisiert ist und an den noch nicht zurückgekehrten Geiseln zugrunde geht. Oder sei es die palästinensische, die den Teufelskreis von Terror, Zerstörung und Verlust nicht durchbrechen kann und aktuell keine Perspektive hat, um ein Leben im Gazastreifen mit Würde zu führen.

Die Bilder von zerstörten Häusern, von hungernden Menschen sind unerträglich. Der Wunsch nach einem dauerhaften Frieden ist keine gutmenschliche Attitüde. Das Recht auf Frieden ist universell. Daher ist auch Empathie kein Nullsummenspiel. Es ist möglich, die Sicherheit Israels und die Rechte der Palästinenser zu bejahen. Man kann sich für ein Ende von Terrorismus und für ein Ende des Krieges einsetzen. Nur durch diese doppelte Empathie kann langfristig ein friedlicher Weg gefunden werden. Doch dafür braucht es ebenso einen tragfähigen Plan und aufrichtige Akteure, die mitspielen und bereit sind, auf den Tag hinzuarbeiten.

Lesen Sie auch

In dem Moment, in dem die Geiseln (hoffentlich) befreit sein werden und man auch in Gaza wieder Hoffnung spürt, muss die Hamas der Vergangenheit angehören. Auf sie wird nach einem Ende des Krieges keinen Verlass sein. Sie bleibt eine Terrororganisation, die ihre Bevölkerung als Schutzschilde missbraucht und nicht das geringste Interesse an einem friedlichen Nebeneinander hat. Sie wird weder ihre Charta ändern, noch die Forderung ablegen, Israel auszulöschen. Die Hamas wird weiter Menschen rekrutieren und sie mit Israel-Hass zu indoktrinieren. Das verunmöglicht den Paradigmenwechsel aus dem Innern einer Bevölkerung, die genauso wie die israelische nichts anders als Frieden verdient hätte.

Es ist daher naiv zu denken, wenn sich mit dem Ende des Krieges sofort die Voraussetzungen ändern und Terroristen als zuverlässige Gesprächspartner erweisen würden. Frieden hat andere Grundbedingungen.

dreyfus@juedische-allgemeine.de

Iran-Krieg

Angriffe auf Schienennetz? Israel warnt Iraner

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur, die auch zivil genutzt wird. Israel spricht jetzt eine Warnung direkt an die Bevölkerung aus

 07.04.2026

Iran-Krieg

Iran greift Israel erneut mit Streumunition an

Im Zentrum Israels im Großraum Tel Aviv sowie an der Südspitze des Landes heulen erneut die Warnsirenen

 07.04.2026

Rüstung

Israel beschleunigt Produktion von Arrow-Abfangraketen

Israel will die Produktion seiner Arrow-Abwehrraketen deutlich steigern. Ziel ist es, den Vorrat zu erhöhen und die Verteidigungsfähigkeit angesichts ständiger Angriffe auszubauen

 06.04.2026

Krieg

Angriffe von drei Seiten auf Israel

Koordinierte Angriffe aus dem Iran, dem Libanon und dem Jemen treffen Israel

 06.04.2026

Krieg

Weiterer Raketenangriff auf Großraum Tel Aviv

Nach neuen Raketenangriffen auf Tel Aviv gibt es Berichte über mehrere Einschläge und Verletzte. Bilder zeigen zerstörte Hausfassaden

 06.04.2026

Krieg

Zwei weitere Tote nach Raketenangriff in Haifa geborgen

Nach einem iranischen Raketenangriff in der israelischen Hafenstadt Haifa wurden zwei weitere Tote geborgen. Insgesamt sterben vier Menschen, darunter Angehörige zweier Generationen einer Familie

 06.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  06.04.2026 Aktualisiert

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Kriegsverbrechen

Iran greift Großraum Tel Aviv erneut mit Streumunition an

Der Iran setzt laut Medien erneut Streumunition bei Angriffen auf Tel Aviv und Haifa ein. Human Rights Watch sieht dadurch eine langfristige Gefahr für Zivilisten

 06.04.2026

Debatte

Antisemitismus und Israel-Hass: Auswärtiges Amt rügt Goethe-Institut für Ausstellung

Um die palästinensisch-amerikanische Künstlerin Basma al-Sharif gab es wegen Social-Media-Posts zuletzt Wirbel. Das gilt auch für die Teilnahme an einer Ausstellung in Vilnius

 04.04.2026