DOK Leipzig

Umstrittener Film gewinnt Hauptpreis

Auf dem Filmfestival DOK Leipzig vergab die Interreligiöse Jury zudem noch einen Spezialpreis an »#Female Pleasure«, der fünf Frauen aus den fünf Weltreligionen begleitet. Foto: dpa

Beim Filmfestival DOK Leipzig hat der umstrittene Film Lord of the Toys den Hauptpreis im deutschen Wettbewerb gewonnen. Der Film von Regisseur Pablo Ben Yakov über eine Gruppe Dresdner Youtuber, die sich auf ihrem Kanal wiederholt antisemitisch, rassistisch und sexistisch äußern, bekam am Samstagabend von der Jury eine der begehrten mit 10.000 Euro dotierten Goldenen Tauben zugesprochen.

Mit seinen präzisen Beobachtungen lege der Dokumentarfilm eine Jugendkultur und deren erschreckende Sprache offen, die das Internet bewusst nutzt – mit weitreichenden Folgen in den Alltag, hieß es zur Begründung. Der Regisseur Pablo Ben Yakov verliere nie die kritische Distanz zu seinen Protagonisten.

rechtsextrem Linke Gruppen hatten den Film vergangene Woche scharf kritisiert und gefordert, ihn aus dem Festivalprogramm zu nehmen. Einem der Protagonisten, dem Youtuber Max Herzberg, werfen sie vor, immer wieder neonazistische und judenfeindliche Parolen zu veröffentlichen und in engem Kontakt mit der rechtsextremen »Identitären Bewegung« zu stehen.

Die Interreligiöse Jury vergab zudem noch einen Spezialpreis an #Female Pleasure von Barbara Miller. Der Film begleitet fünf Frauen aus den fünf Weltreligionen und zeigt ihren risikoreichen Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und für ein gleichberechtigtes, respektvolles Miteinander unter den Geschlechtern.

Eine der fünf Protagonistinnen ist Deborah Feldman, die in einer ultraorthodoxen Familie in Brooklyn aufwuchs und erst unmittelbar vor ihrer arrangierten Hochzeit mit 17 Jahren von ihren Pflichten als Ehefrau in der ultraorthodoxen Welt erfuhr – und ausbrach. epd/ja

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