Justiz

Stiftungsrecht erleichtert künftig Rückgabe von NS-Raubkunst

NS-Raubkunst aus ehemals jüdischem Besitz Foto: The Israel Museum, Jerusalem by Yair Hovav

Restitutionen von NS-Raubgut oder Kolonialobjekten aus dem Besitz von Stiftungen sollen künftig einfacher möglich sein. Eine entsprechende Regelung brachte das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin mit einem Gesetzesentwurf zur Vereinheitlichung des Stiftungsrechts auf den Weg.

Damit wird klargestellt, dass Stiftungen an der Rückgabe ihres Kulturguts nicht dadurch gehindert sind, dass es Teil des zu erhaltenden Stiftungsvermögens ist. Daraus hatten sich bisher Rechtsunsicherheiten für Stiftungen ergeben, was von NS-Raubkunstexperten massiv kritisiert wurde.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hofft, dass erforderliche Restitutionen somit verwirklicht werden können. »Denn diese liegen auch im wohlverstandenen Interesse der betroffenen Stiftungen.« Die Restitution NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter sei ein »wesentliches Element bei der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Terrorherrschaft«.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) nannte die Reform einen »wichtigen Schritt für die mehr als 23.000 rechtsfähigen Stiftungen in Deutschland«. Bisher gebe es ein Nebeneinander von bundes- und landesrechtlichen Regelungen für die Stiftungen, was zu Unterschieden in der Stiftungspraxis der Länder führe. Dies werde künftig bundeseinheitlich im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. dpa

Zahl der Woche

7 Wochen

Fun Facts und Wissenswertes

 28.07.2026

Literatur

Von der Liebe in Zeiten der ’Ndrangheta

In seinem Tatsachenroman erzählt der italienisch-jüdische Autor Roberto Saviano die Geschichte einer verschwundenen Frau

von Knut Elstermann  28.07.2026

Aufgegabelt

Marokkanische Bällchen

Rezepte und Leckeres

 28.07.2026

Meinung

Das ibug-Festival 2025 – eine sächsische Documenta?

Antisemitismus in der Kunst: Auf dem internationalen ibug-Festival in Chemnitz wurden im vergangenen Jahr Werke gezeigt, die antisemitische Klischees reproduzierten. Droht dieses Jahr eine Wiederholung?

von Vladimir Shikhman  28.07.2026

London

Boy George veröffentlicht israelsolidarischen Song »We Will Dance Again«

Der britische Sänger stellt in seinem neuen Reggae-Lied klar: »Ich stehe auf der Seite der Juden.«

von Imanuel Marcus  28.07.2026

New York

Carly Simon hat Parkinson

Die Sängerin und Songschreiberin mit jüdischem Familienhintergrund kämpft mit zwei gesundheitlichen Problemen. Trotzdem hat es sie es geschafft, ein neues Album aufzunehmen

 28.07.2026

Filmkritik

»Blutspur Antwerpen« – Ein Lehrstück in Sachen Antisemitismus

Keine einzige Rezension hat den Krimi bislang als das gewertet, was er ist: Ein rassistisches Machwerk in Gestalt einer »antisemitischen Parabel«

von Achim Bühl  27.07.2026

Musik

Und sie erinnern sich doch

Die Bayreuther Festspiele begehen ihr 150. Jubiläum mit Nachdenklichkeit

von Maria Ossowski  27.07.2026

Bayreuther Festspiele

Michel Friedman in Bayreuth: Neue Ära der Aufarbeitung beginnt

Um offen mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit umzugehen, haben die Bayreuther Festspiele Michel Friedman als Redner eingeladen. Der Publizist rief eine neue Ära des Erinnerns aus

 26.07.2026