Trauer

»Seine Stimme wird uns fehlen«

Paul Spiegel und Ralph Giordano (r.) beim Leo-Baeck-Preis 2003 Foto: dpa

Mit Trauer und Bestürzung hat der Zentralrat der Juden in Deutschland die Nachricht vom Tode Ralph Giordanos aufgenommen. Zentralratspräsident Josef Schuster sagte: »Ralph Giordano sel. A. war ein großer Publizist und brillanter Analytiker. Seine Stimme wird uns in der jüdischen Gemeinschaft und darüber hinaus in der ganzen Gesellschaft fehlen. Ralph Giordano hat seine Meinung auch dann unmissverständlich formuliert, wenn es unbequem war. Seine Beiträge waren zugleich stets von einem hohen Maß von Menschlichkeit gekennzeichnet. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.«

Deutschland Trotz seiner furchtbaren Erlebnisse während der NS-Zeit hatte sich Ralph Giordano nach dem Krieg entschieden, in Deutschland zu bleiben. Er befasste sich kritisch mit den braunen Kontinuitäten in der Bundesrepublik und prägte den signifikanten Begriff der »zweiten Schuld«.

Zugleich versuchte er stets, Brücken zu schlagen und Gräben zuzuschütten. Seine Erfahrungen aus der Zeit der Verfolgung machten ihn zu einem unermüdlichen Mahner für Zivilcourage und Demokratie. Dieses Engagement würdigte der Zentralrat der Juden 2003 mit dem Leo-Baeck-Preis.

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