Hören

Reut Regev, Jazzposaunistin

Noch morgens im Interview hat die feingliedrige junge Frau mit den glatten langen Haaren fast schüchtern über ihre Musik und ihre Herkunft erzählt. Jetzt am Abend steht sie als Posaunistin breitbeinig beim Berliner JazzFest auf der Bühne und haut den staunenden Zuhörern fette Fanfaren um die Ohren. Eine Frau mit Posaune? Das ist selten, auch im zeitgenössischen Jazz. Doch wer die junge Israelin auf ihrem Album This Is R* Time spielen hört, zusammen mit Brad Jones am Bass und ihrem Ehemann Igal Foni am Schlagzeug, vergisst schnell das Vorurteil, Posaune sei reine Männersache.

Zu ihrem Instrument kam die junge Frau aus Kirjat Ono bei Tel Aviv, weil am Konservatorium, wo sie eigentlich Klavier und Trompete lernte, keiner außer ihr sich zutraute, es zu spielen. Seit 1998 lebt Reut Regev mit ihrem Mann in New York, wo sie in unterschiedlichen Formationen Jazz oder Latin gespielt hat, aber auch Klesmer zusammen mit dem legendären »Klezmatics«-Trompeter Frank London. »Klesmer ist ein Teil meines kulturellen und familiären Erbes«, erzählt sie. »Die Familie meines Vaters kommt aus einer Gegend irgendwo zwischen Polen und Russland.« Der Schoa entkamen die Vorfahren nur knapp. »Die Nachricht vom Kriegsausbruch hat meine Großmutter im Radio gehört. Da stand sie gerade an Bord des rettenden Schiffs nach Palästina.

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  30.07.2026

Kulturkolumne

»Absteiger« oder Zünglein an der Waage?

»Absteiger« oder Zünglein an der Waage: Israelis im Ausland und die Wahl am 27. Oktober

von Ayala Goldmann  30.07.2026

London

Gericht verurteilt Amy Winehouses Vater zu Millionenzahlung nach gescheiterter Klage

Mitch Winehouse muss das Geld an zwei langjährige Vertraute seiner Tochter überweisen

 30.07.2026

Beziehungen

Es geht nicht um Leben oder Tod

Gute Freunde sind ein Geschenk. Und wenn es Krach gibt, sollte man tief durchatmen – und ein paar Tage später wieder anrufen

von Adriana Altaras  30.07.2026

Zahl der Woche

7 Wochen

Fun Facts und Wissenswertes

 28.07.2026

Literatur

Von der Liebe in Zeiten der ’Ndrangheta

In seinem Tatsachenroman erzählt der italienisch-jüdische Autor Roberto Saviano die Geschichte einer verschwundenen Frau

von Knut Elstermann  28.07.2026

Aufgegabelt

Marokkanische Bällchen

Rezepte und Leckeres

 28.07.2026

Vladimir Shikhman

Meinung

Das ibug-Festival 2025 – eine sächsische Documenta?

Antisemitismus in der Kunst: Auf dem internationalen ibug-Festival in Chemnitz wurden im vergangenen Jahr Werke gezeigt, die antisemitische Klischees reproduzierten. Droht dieses Jahr eine Wiederholung?

von Vladimir Shikhman  28.07.2026

London

Boy George veröffentlicht israelsolidarischen Song »We Will Dance Again«

Der britische Sänger stellt in seinem neuen Reggae-Lied klar: »Ich stehe auf der Seite der Juden.«

von Imanuel Marcus  28.07.2026