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Reut Regev, Jazzposaunistin

Noch morgens im Interview hat die feingliedrige junge Frau mit den glatten langen Haaren fast schüchtern über ihre Musik und ihre Herkunft erzählt. Jetzt am Abend steht sie als Posaunistin breitbeinig beim Berliner JazzFest auf der Bühne und haut den staunenden Zuhörern fette Fanfaren um die Ohren. Eine Frau mit Posaune? Das ist selten, auch im zeitgenössischen Jazz. Doch wer die junge Israelin auf ihrem Album This Is R* Time spielen hört, zusammen mit Brad Jones am Bass und ihrem Ehemann Igal Foni am Schlagzeug, vergisst schnell das Vorurteil, Posaune sei reine Männersache.

Zu ihrem Instrument kam die junge Frau aus Kirjat Ono bei Tel Aviv, weil am Konservatorium, wo sie eigentlich Klavier und Trompete lernte, keiner außer ihr sich zutraute, es zu spielen. Seit 1998 lebt Reut Regev mit ihrem Mann in New York, wo sie in unterschiedlichen Formationen Jazz oder Latin gespielt hat, aber auch Klesmer zusammen mit dem legendären »Klezmatics«-Trompeter Frank London. »Klesmer ist ein Teil meines kulturellen und familiären Erbes«, erzählt sie. »Die Familie meines Vaters kommt aus einer Gegend irgendwo zwischen Polen und Russland.« Der Schoa entkamen die Vorfahren nur knapp. »Die Nachricht vom Kriegsausbruch hat meine Großmutter im Radio gehört. Da stand sie gerade an Bord des rettenden Schiffs nach Palästina.

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