Hören

Reut Regev, Jazzposaunistin

Noch morgens im Interview hat die feingliedrige junge Frau mit den glatten langen Haaren fast schüchtern über ihre Musik und ihre Herkunft erzählt. Jetzt am Abend steht sie als Posaunistin breitbeinig beim Berliner JazzFest auf der Bühne und haut den staunenden Zuhörern fette Fanfaren um die Ohren. Eine Frau mit Posaune? Das ist selten, auch im zeitgenössischen Jazz. Doch wer die junge Israelin auf ihrem Album This Is R* Time spielen hört, zusammen mit Brad Jones am Bass und ihrem Ehemann Igal Foni am Schlagzeug, vergisst schnell das Vorurteil, Posaune sei reine Männersache.

Zu ihrem Instrument kam die junge Frau aus Kirjat Ono bei Tel Aviv, weil am Konservatorium, wo sie eigentlich Klavier und Trompete lernte, keiner außer ihr sich zutraute, es zu spielen. Seit 1998 lebt Reut Regev mit ihrem Mann in New York, wo sie in unterschiedlichen Formationen Jazz oder Latin gespielt hat, aber auch Klesmer zusammen mit dem legendären »Klezmatics«-Trompeter Frank London. »Klesmer ist ein Teil meines kulturellen und familiären Erbes«, erzählt sie. »Die Familie meines Vaters kommt aus einer Gegend irgendwo zwischen Polen und Russland.« Der Schoa entkamen die Vorfahren nur knapp. »Die Nachricht vom Kriegsausbruch hat meine Großmutter im Radio gehört. Da stand sie gerade an Bord des rettenden Schiffs nach Palästina.

Fernsehen

Abschied von »Alfons«

Orange Trainingsjacke, Püschelmikro und Deutsch mit französischem Akzent: Der Kabarettist Alfons hat am 16. Dezember seine letzte Sendung beim Saarländischen Rundfunk

 30.11.2025 Aktualisiert

Gerechtigkeit

Jüdische Verbände dringen auf Rückgabegesetz 

Jüdische Verbände dringen auf Rückgabegesetz Jahrzehnte nach Ende des NS-Regimes hoffen Erben der Opfer immer noch auf Rückgabe von damals geraubten Kunstwerken. Zum 1. Dezember starten Schiedsgerichte. Aber ein angekündigter Schritt fehlt noch

von Verena Schmitt-Roschmann  30.11.2025

Berlin

Späte Gerechtigkeit? Neue Schiedsgerichte zur NS-Raubkunst

Jahrzehnte nach Ende der Nazi-Zeit kämpfen Erben jüdischer Opfer immer noch um die Rückgabe geraubter Kunstwerke. Ab dem 1. Dezember soll es leichter werden, die Streitfälle zu klären. Funktioniert das?

von Cordula Dieckmann, Dorothea Hülsmeier, Verena Schmitt-Roschmann  29.11.2025

Interview

»Es ist sehr viel Zeit verloren gegangen«

Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, zieht eine Bilanz seiner Arbeit an der Spitze der »Beratenden Kommission NS-Raubgut«, die jetzt abgewickelt und durch Schiedsgerichte ersetzt wird

von Michael Thaidigsmann  29.11.2025

Hollywood

Die »göttliche Miss M.«

Die Schauspielerin und Sängerin Bette Midler dreht mit 80 weiter auf

von Barbara Munker  28.11.2025

Literatur

»Wo es Worte gibt, ist Hoffnung«

Die israelische Schriftstellerin Ayelet Gundar-Goshen über arabische Handwerker, jüdische Mütter und ihr jüngstes Buch

von Ayala Goldmann  28.11.2025

Projektion

Rachsüchtig?

Aus welchen Quellen sich die Idee »jüdischer Vergeltung« speist. Eine literarische Analyse

von Sebastian Schirrmeister  28.11.2025

Kultur

André Heller fühlte sich jahrzehntelang fremd

Der Wiener André Heller ist bekannt für Projekte wie »Flic Flac«, »Begnadete Körper« und poetische Feuerwerke. Auch als Sänger feierte er Erfolge, trotzdem konnte er sich selbst lange nicht leiden

von Barbara Just  28.11.2025

Aufgegabelt

Hawaij-Gewürzmischung

Rezepte und Leckeres

 28.11.2025