Wuligers Woche

Koscher durch die Klopapierkrise

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Wuligers Woche

Koscher durch die Klopapierkrise

Sind Juden immun gegen das Coronavirus?

von Michael Wuliger  19.03.2020 16:13 Uhr

Klopapier ist aus. Dabei gibt es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Corona und Darmtätigkeit. Doch selbst in Berlin-Charlottenburg, wo überdurchschnittlich viele Akademiker wohnen, ist die Versorgungskrise angekommen. Uni-Abschlüsse schützen offenkundig nicht vor Panik.

Ich werde auch allmählich nervös. Ich habe nur noch drei Rollen zu Hause. Und in den Drogeriemärkten gibt es ebenso wenig Nachschub wie bei Edeka, Lidl und Netto. Selbst Karstadt hat nur leere Regale.

Ohne viel Hoffnung schaue ich auf dem Heimweg in den kleinen Koscherladen rein. Und siehe da: Der Gott Israels lässt sein Volk nicht im Stich. Klopapier – so weit das Auge reicht. Zwar nur die mir bislang unbekannte Marke »Vella«, hergestellt von »Fabrika Papieru Kaczory« in Polen. Der Preis ist auch etwas unverhältnismäßig. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen. (Anmerkung des Redakteurs: unpassendes Bild. Haben Sie kein besseres Sprichwort?)

ANTISEMITEN Hoffentlich lesen das jetzt nicht die falschen Leute. Man weiß ja, wie Antisemiten ticken. »Warum gibt es für die Juden Klopapier und für uns nicht?«, werden sie rhetorisch fragen und gleich die Antwort liefern: Weil die Juden die Klopapierbranche beherrschen wie überhaupt die gesamte Wirtschaft. Man muss nur zwei und zwei zusammenzählen.

Und das wäre noch die harmlose Variante. Geübte Verschwörungstheoretiker werden komplexer argumentieren. Bei den Juden herrscht kein Mangel an Klopapier.

Geübte Verschwörungstheoretiker werden komplexer argumentieren. Bei den Juden herrscht kein Mangel an Klopapier.

Das muss daran liegen, dass sie gegen das Coronavirus immun sind. Deshalb fanden auch in den Berliner Synagogen noch weiter Gottesdienste statt, während in Rom schon alle katholischen Kirchen geschlossen hatten. Immun sind die Juden wahrscheinlich, weil sie Corona erfunden haben.

MOSSAD Udo Ulfkotte hat 2001 im Eichborn-Verlag einen Roman namens Gencode J veröffentlicht, in dem ein solches Szenario beschrieben wurde. Dort baut der Mossad eine Biowaffe, mit der die ganze Menschheit ausgerottet werden kann, ausgenommen Träger jüdischer Gene.

Das würde auch erklären, warum die Israelis schon so weit bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs sind – wer könnte das Virus besser kennen als die Leute, die es selbst entwickelt haben? Im iranischen Staatsfernsehen und auf türkischen TV-Kanälen war das so tatsächlich schon zu hören.

Umstritten ist derzeit nur, ob die Juden das getan haben, um die Rechtgläubigen auszurotten (iranische Version), oder um mit dem Impfstoff noch reicher zu werden, als sie es ohnehin sind (türkische These).

theorie Eine deutsche Fassung dieser Theorie ist wahrscheinlich schon in Arbeit, demnächst vielleicht in Jürgen Elsässers »Compact«-Magazin zu lesen. Xavier Naidoo macht dann ein neues Lied daraus.

Aber davon werde ich mich nicht meschugge machen lassen. Die Corona-Pandemie samt ihren Begleiterscheinungen sitze ich in Ruhe aus. Genügend Papier habe ich ja jetzt.

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