Russland

Kirill Serebrennikow soll sechs Jahre ins Gefängnis

Als Chef des Moskauer Avantgarde-Theaters Gogol Center hat Kirill Serebrennikow die russische Kulturszene aufgemischt. Als Angeklagter in einem dubiosen Strafverfahren kämpft er nun darum, sein Werk fortsetzen zu können. Foto: dpa

Russische Staatsanwälte haben sechs Jahre Gefängnis für den russisch-jüdischen Theaterregisseur Kirill Serebrennikow gefordert. Sie beschuldigten den 50-Jährigen und Kollegen von ihm am Montag, 129 Millionen Rubel (1,7 Millionen Euro) veruntreut zu haben. Der Fall gilt weithin als politisch motiviert.

Die Ermittler hatten den wohl bekanntesten Theater- und Filmregisseur Russlands und seine Kollegen zunächst beschuldigt, Gelder gestohlen zu haben, die für mehrere Produktionen vorgesehen waren. Eine Produktion sei nie aufgeführt worden, so der Vorwurf - tatsächlich wurde sie allerdings mit großem Erfolg gezeigt. Die Ermittler zogen diesen Vorwurf später zurück und haben seither nicht klargestellt, wo ihrer Meinung zufolge Geld gestohlen wurde.

Serebrennikow hat die Vorwürfe als absurd zurückgewiesen. Viele in Russland betrachteten sie als Strafe für seine gegen das Establishment gerichtete Haltung. Seine Produktionen - Dramen, Opern und Filme - haben sich über Lügen von offizieller Seite, Korruption und zunehmenden Konservativismus in der Gesellschaft lustig gemacht.

Serebrennikows Festnahme hatte viele Russen schockiert. Führende Köpfe der russischen Kulturszene haben laufend an Präsident Wladimir Putin und andere Mitglieder der Staatsführung appelliert, die Vorwürfe fallen zu lassen, und viele Künstler aus dem Ausland haben dies ebenfalls gefordert. dpa

Film

Serienhit geht weiter: Warum will jeder »Nobody Wants This«?

Eine freizügige Sex-Podcasterin und ein charmanter Rabbiner verlieben sich. Ihre Geschichte ist ein gelungener Gegenentwurf zu klischeehaften Rom-Coms. So geht die Erfolgsserie weiter

von Simone Andrea Mayer  23.10.2026

Berlin

Wenn Wolf Biermann den roten Bademantel trägt

Die Stasi wollte den Liedermacher zum Alkoholmissbrauch verleiten und seine Beziehungen zerstören. Ein Film zeigt, wie er das überstand - und was er mit fast 90 macht: Kraulen in der Ostsee zum Beispiel

von Lisa Forster, Sven Gösmann  23.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus  22.10.2026

Berlin

Igor Levit spricht über eigenes Label

Der Starpianist will andere Künstler unterstützen

 22.10.2026

Bildung

»Wir müssen investieren«

Der Präsident der Bar-Ilan-Universität, Arie Zaban, über Wissenschaft in politischen Krisenzeiten und deutsch-israelische Zusammenarbeit

von Gabriele Hermani  22.10.2026

Glosse

Beim »Spiegel« kann man jetzt mit der Nazi-Kartei chatten

Das Hamburger Nachrichtenmagazin hat nachgelegt: Nun gibt es einen Chatbot, mit dessen Hilfe der Leser mit der NSDAP-Mitgliederkartei interagieren kann. Dafür verdient der »Spiegel« Lob, Grimme-Preis und Dank, findet unser Autor

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

Programm

BALAGAN, KUKURÍKU und Jazzy Diaspora: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Oktober bis zum 28. Oktober

 21.10.2026

Mirjam Zadoff

Leiterin verlässt NS-Dokuzentrum München

Die Innsbruckerin geht zum 1. März 2027 ans Haus der Geschichte Österreich in Wien

 21.10.2026