Wissen

Erinnerungsarbeit intensivieren

»Hall of Names« in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Foto: Flash 90

Das niedersächsische Kultusministerium und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Vor allem ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch über die didaktische Aufarbeitung der NS-Verbrechen soll die bereits bestehende Kooperation vertiefen.

Das geht aus einer Absichtserklärung hervor, die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) und der Vertreter der Gedenkstätte, Yossi Gevir, vergangene Woche unterzeichneten. Ein Schwerpunkt der künftigen Zusammenarbeit liege auf der Fortbildung niedersächsischer Lehrerinnen und Lehrer sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zeithistorischen Einrichtungen, sagte Heiligenstadt. Die erste Lehrerfortbildung in Yad Vashem sei bereits für diesen September geplant.

bewusstsein Insbesondere vor dem Hintergrund der immer geringeren Zahl an Zeitzeugen des Holocaust sei es wichtig, Geschichte jugendgerecht zu vermitteln und so zu einem kritischen Geschichtsbewusstsein beizutragen. Dies sei gerade mit Blick auf das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland und Europa zwingend notwendig. Gevir sagte, die Erinnerung an den Holocaust könne sich vor allem zu Beginn wie eine Last anfühlen.

Wenn jedoch Zeit vergehe und die Erinnerungsarbeit klug vorangetrieben werde, »dann wird sie Stück für Stück als Möglichkeit für menschliche Entwicklung und Reife offenbar«. In jedem Fall sei die Erinnerung an die Schoa eine schwierige Herausforderung »für jeden Menschen, für jede Gemeinschaft oder für jede Nation«.

Bereits 2013 hatten Yad Vashem und die Ständige Konferenz der Kultusminister der Bundesländer eine grundsätzliche Vereinbarung zur Zusammenarbeit getroffen. Sie sieht etwa vor, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende ihrem Alter angemessen und wirksam über die Geschichte des jüdischen Lebens in Europa vor dem Zweiten Weltkrieg sowie über den Holocaust zu unterrichten. epd

Potsdam

Forschung zu NS-Geschichte von Naturwissenschaften

International bekannte Forschungsinstitute haben ihren Sitz auf dem Potsdamer Telegrafenberg. Ihre Vorgeschichte insbesondere in der NS-Zeit wird nun Thema eines Wissenschaftsprojekts

 04.08.2026

Film-Klassiker

So wurde »Stand by Me« der beste Jugendfilm der Geschichte

Vier Jungs suchen Ende der 50er in der US-Provinz eine im Wald liegende Leiche. Der Kult-Film ist zum 40. Jubiläum nun etwa auch beim ZDF im Stream. Mit welchen Tricks Regisseur Rob Reiner arbeitete

von Gregor Tholl  04.08.2026

London

Bandcamp wirft Pro-Israel-Song von Boy George von der Plattform

Der Sänger bleibt standhaft und überwindet erneut eine Hürde. »We Will Dance Again« kann wieder heruntergeladen werden

von Imanuel Marcus  04.08.2026

Paris

Berührend: Was seine Tochter dem »Asterix«-Schöpfer schreibt

Millionen kennen René Goscinny wegen »Asterix«. In »Das Klimpern der Schlüssel« schreibt ihm seine Tochter Anne als Erwachsene einen Brief. Daraus entstand ein berührendes Buch, nun auch auf Deutsch

von Sabine Glaubitz  03.08.2026

Singapur

»Massive Attack« bekommt wegen Palästina-Flagge ein Einreiseverbot

Die Frontmänner der britischen Band hatten die Fahne bei einem Konzert hochgehalten

 03.08.2026

Social Media

Wegen eines hebräischen Wortes: Ronaldo-Partnerin bekommt unzählige Hass-Kommentare

Georgina Rodríguez postete ein Bild von ihr und Ronaldo auf Mallorca und benutzte dabei ein einziges Wort Hebräisch. Die hämischen Kommentare ließen nicht lange auf sich warten

 03.08.2026

London

Nach Pro-Israel-Song: Boy George kündigt seinem Plattenlabel-Manager

Die Hintergründe

 03.08.2026 Aktualisiert

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Gesprächsband

Jenseits der Dogmen

Daniel Cohn-Bendit, säkularer und linker Jude, blickt in »Erinnerungen eines Vaterlandslosen« auf ein spannendes Leben

von Marko Martin  01.08.2026