Einstein-Brief zeigt Beziehung zu Ulmer Verwandten

Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein Foto: imago images / Photo12

Einstein-Brief zeigt Beziehung zu Ulmer Verwandten

Die Verbundenheit Albert Einsteins zu seiner Ulmer Verwandtschaft ist größer gewesen als bislang vermutet

von Aleksandra Bakmaz  27.05.2020 17:14 Uhr

Die Verbundenheit Albert Einsteins zu seiner Ulmer Verwandtschaft ist größer gewesen als bislang vermutet. Das sollen auch zwei Briefe belegen, die die Stadt Ulm erworben und am Mittwoch vorgestellt hat. In einem Schreiben des Physikers (1879-1955) geht es um die Auswanderung seiner Verwandten in die USA. Empfänger des Briefs ist Einsteins Ulmer Vetter Leopold Hirsch, dessen Familie von ihm finanziell unterstützt wurde. Das Dokument belege, mit welchem Einsatz sich Einstein für die Unterstützung und Rettung von Freunden, Kollegen und Verwandten während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt habe, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Erworben habe man auch einen Brief von Einsteins zweiter Ehefrau Elsa an einen Ulmer Vetter.

Das Physikgenie wurde 1879 in Ulm geboren, hat die Stadt aber schon als Kleinkind in Richtung München verlassen. Angesichts der Judenverfolgung seit der Machtübernahme Adolf Hitlers 1933 sah Einstein sich gezwungen, Deutschland den Rücken zu kehren und in die USA zu gehen.

Für das Schreiben aus dem Jahr 1940 habe die Stadt einen mittleren vierstelligen Betrag ausgegeben, erklärte der Historiker Ingo Bergmann, der für die geplante Dauerausstellung »Albert Einstein und seine Ulmer Familie« zuständig ist. Es sei Teil einer Reihe von Briefen zwischen der Familie Hirsch und Albert Einstein. Und es zeige, dass der Physiker in Ulm verwurzelter gewesen sei als angenommen.

Leopold Hirsch war mit der Cousine von Albert Einstein verheiratet. Frida Hirsch ist die Tochter von Einsteins Tante Friedericke. Die im Brief namentlich erwähnte Tochter des Paares - Anneliese - wurde von Einstein eine Zeit lang in Princeton aufgenommen.

In seiner Geburtsstadt erinnert heute weit mehr als ein Straßenname an den Physik-Nobelpreisträger - vom Einstein-Denkmal über den Einstein-Brunnen bis zur Volkshochschule im Einsteinhaus. Auch ein Einstein-Museum ist für die nächsten Jahre geplant.

Programm

Ferienprogramm, Retrospektive und ein Rache-Musical: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 26. März bis zum 2. April

 25.03.2026

Zahl der Woche

1:28,31 Minuten

Funfacts & Wissenswertes

 24.03.2026

Berlin

Holocaust: Ausstellung über das Mitwissen der Deutschen

Nach den beispiellosen Verbrechen der Nationalsozialisten sagten viele, das habe man nicht gewusst. Wie glaubwürdig war das? Die Topographie des Terrors in Berlin widmet sich der Frage

 24.03.2026

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Lebende Legende

Barry Manilow kündigt erstes Studioalbum seit fast 15 Jahren an

Stilistisch soll das Werk verschiedene Richtungen verbinden – von klassischen Balladen bis hin zu Elementen aus R&B, Rock und Gospel

 24.03.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Hollywood

»Enigma Variations«: Aaron Taylor-Johnson übernimmt Hauptrolle in neuer Serie

Im Zentrum der Handlung steht eine Figur namens Paul, deren Leben durch verschiedene Beziehungen geprägt wird. Die Geschichte beleuchtet Fragen von Identität, Begehren und Liebe

 23.03.2026

Filmklassiker auf der Bühne

Premiere in Hamburg: »Zurück in die Zukunft« als Musical

In den 1980er-Jahren war der Film ein Riesenerfolg. Als Musical feierte die Komödie am Wochenende in Hamburg Premiere. Bob Gale, der jüdische Co-Autor der Filmtriologie, schrieb das Musical

 23.03.2026

Jubilar

»Mikrofon für die Seele«: Klezmer-Musiker Giora Feidman wird 90

Giora Feidman hat die jüdische Klezmer-Tradition in den Konzertsaal gebracht. In einfachen Liedern findet er große spirituelle Tiefe. Mit seiner Musik will der Klarinettist Menschen verbinden – und pflegt bei seinen Konzerten ein bestimmtes Ritual

von Katharina Rögner  23.03.2026