Berlin

Ein Engelskuss

Frauengesichter neben hebräischen Buchstaben, fließende Farben auf Papier: Die Bilder des Künstlers Charles Abecassis tragen Namen wie »Jasminregen«, »Morgentau« oder »Berauschende Lilie«. Er selbst nennt sie »meine Fenster zur Seele«.

In der Ausstellung »Baiser de l’Ange« (franz.: Engelskuss) werden jetzt 23 dieser Werke von der Berliner Galerie »Der Bilderrahmen« gezeigt. Charles Abecassis entführt dabei in eine spirituelle Bilderwelt voller Schönheit und Farbe, heißt es in einer Information zur Schau. Die Werke werden als eine außergewöhnliche Kombination aus eleganten Konturen und Worten biblischer Psalmen in leuchtender Tinte beschrieben. Abecassis formuliert es so: »Der Engelskuss ist wie ein zarter, leuchtender, unergründlicher Lufthauch, der aus den Psalmen Davids erwächst. Er ist wie eine Schwingung hebräischer Buchstaben in ihrem unaufhörlichen Tanz und ihren geheimnisvollen meditativen Wandlungen.«

Seit 2013 lebt und arbeitet Abecassis in Berlin.

Der 1963 in Marokko geborene jüdische Künstler verbindet in seiner Arbeit Malerei, Mode, Styling und Design. Er absolvierte seine Ausbildung in Paris, war dort für verschiedene Luxus- und Modemarken tätig. In der französischen Hauptstadt gründete er auch seine eigene Boutique »Charles ABK6«. Als Ausstatter von Inneneinrichtungen war er unter anderem in Berlin im Schlosshotel im Grunewald tätig.

Seit 2013 lebt und arbeitet er in Berlin. Hier betrieb sein Onkel Albert Haziza jahrzehntelang das bekannte Herrenbekleidungsgeschäft »Monsieur Albert«, in dem unter anderem Helmut Schmidt, Harald Juhnke und Rod Stewart Kunden waren.

Das Projekt »The Way Shalom« will junge Führungskräfte aller Glaubensrichtungen und Nationen zu einer achttägigen Reise nach Israel einladen.

Albert Haziza war unter den Gästen der Vernissage am Donnerstagabend, bei der Galerist Axel Bahr verkündete, dass der Reinerlös der Verkaufsausstellung an das Projekt »The Way Shalom« geht. Er begründete das Engagement mit der aktuellen politischen Entwicklung, in der Antisemitismus ein globaler Exportschlager geworden sei. Und er hoffe, dass sich die Dinge mit solchen Initiativen »vielleicht langfristig dann doch in eine andere Richtung bewegen«.

Das Projekt »The Way Shalom« will junge Führungskräfte aller Glaubensrichtungen und Nationen zu einer achttägigen Reise nach Israel einladen. Durch die Begegnungen mit der israelischen Kultur, Geschichte, Gesellschaft und den Werten des Landes sollen die Teilnehmer zu »Botschaftern des Dialogs, authentischer Verbindungen und fundierter Perspektiven« werden. Im Januar hatte der frühere israelische Staatspräsident Reuven Rivlin in Berlin für das Projekt geworben. ddk

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Juli in der Galerie »Der Bilderrahmen«, Wielandstraße 13, in Berlin-Charlottenburg zu sehen. (TheWayShalom.com)

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