Köln

Deutscher Fernsehpreis: »Zweiflers« gewinnen, Tränen bei »Friedländer«

Bei der Preisübergabe für »Ich bin! Margot Friedländer« wendet sich die 102-jährige Holocaustüberlebende per Video an die Galabesucher. Foto: picture alliance/dpa

Eine Serie um eine jüdische Familie ist der große Gewinner - und eine Holocaust-Überlebende sorgt für Tränen im Publikum: Der Deutsche Fernsehpreis ist verliehen worden. Bei einer TV-Gala in Köln konnte sich vor allem die ARD-Produktion »Die Zweiflers« in mehreren wichtigen Kategorien durchsetzen.

Darsteller Aaron Altaras wurde als bester Schauspieler geehrt, Darstellerin Sunnyi Melles als beste Schauspielerin. Die ganze Produktion wurde zur besten Drama-Serie gekürt.

Insbesondere Schauspielerin Sunnyi Melles wirkte sehr angefasst. Es sei ihr erster Preis, sagte sie. Dann mahnte sie: »Wir können dazu etwas tun, dass wir eine Familie werden auf diesem Planeten!«. Immer wieder streichelte sie dabei die obeliskartige Glas-Trophäe, die die TV-Branche vergibt.

Fortsetzung in Arbeit

Ihr Serien-Kollege Altaras ging thematisch in eine ähnliche Richtung und sagte: »In «Zweiflers» geht es um Familie, weil das ist alles, was wir haben.« Die Macher verrieten noch auf der Bühne, dass sie bereits an einer Fortsetzung schreiben.

Die tragisch-humoristische Miniserie dreht sich um eine jüdische Familie mit Feinkostladen und -restaurant in Frankfurt. Neben Deutsch wird dabei beispielsweise auch Jiddisch und Englisch gesprochen.

Im April gewann die Produktion beim Internationalen Serien-Festival in Cannes bereits den Preis als »Beste Serie« des Jahres. Beim Deutschen Fernsehpreis heimste sie nun vier Ehrungen ein. Bereits am Vorabend hatte sie sich bei einer ersten Verleihungsshow in der Kategorie »Beste Kamera Fiktion« durchgesetzt.

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Spielszenen und Interviews

Für den wohl emotionalsten Moment des Abends sorgte allerdings eine andere Produktion: Der Film »Ich bin! Margot Friedländer« (ZDF), der dramatische Spielszenen mit historischem Material und Interviews mit der 102 Jahre alten Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer verknüpft.

Friedländer sprach in einem Einspieler direkt zu den Zuschauern und sagte: »Unser Film möchte aufzeigen, was passieren kann, wenn Demokratie aus den Fugen gerät.« Und sie sagte: »Die Demokratie muss bleiben.« Das Publikum im Studio erhob sich von den Sitzen und applaudierte. Mehrere Gäste hatten Tränen auf den Wangen.

»Hamas-Angriff aufs Festival«

Als beste Dokumentation wurde »Hamas-Angriff aufs Festival – Die Überlebenden des Wüsten-Raves« (arte/ZDF) ausgezeichnet. Im Mittelpunkt dieser Produktion steht die Frage der Verwendung und Wirkung von Kriegsbildern.

Für die beste Einzelleistung bei der Moderation von Informationssendungen würdigten die Juroren Steffen Schwarzkopf (WELT TV). Der Förderpreis ging in diesem Jahr an Sophie von der Tann für ihre Berichterstattung über den Israel-Gaza-Krieg (ARD). dpa/ja

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