London

Denkmal für Amy Winehouse geschändet

Die Amy-Winehouse-Statue im Londoner Stadtteil Camden Town Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Demonstranten haben in London ein Denkmal für die verstorbene Sängerin Amy Winehouse mit einem aufgeklebten Sticker geschändet, der die Farben der palästinensischen Flagge aufwies. Die Täter klebten ihn auf einen Davidstern, der auf dem Denkmal eine Kette der Künstlerin ziert.

Die Statue steht am Londoner Camden Market im Stadtteil Camden Town, der wiederum Teil des Bezirks Camden ist. Sie ist ein Werk des Bildhauers Scott Eaton und wurde 2014 aufgestellt, drei Jahre nachdem die Sängerin im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung starb.

Die Schändung des Denkmals führte zu vielen Reaktionen in den sozialen Medien. Während Israel- und Judenhasser die Tat begrüßten, wurde sie von anderen Menschen verurteilt. Ein Kommentator schrieb, wegen des sich verbreitenden Judenhasses verberge eine Mehrheit der britischen Juden Anzeichen für ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft. »Wundert dies noch jemanden?«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Antisemitisches Vergehen

Der Journalist Etan Smallman schrieb auf X: »London im Jahr 2024: Wo ein Davidstern nicht mehr gezeigt werden kann - nicht einmal auf einem Denkmal für eine tote Sängerin -, ohne dass er von der palästinensischen Flagge verdeckt wird.

Die X-Nutzerin Heidi Bachran forderte die Bezirksverwaltung in Camden auf, die Statue sofort zu säubern - was auch prompt geschah. Ein Vertreter der Behörde erklärte, einen Davidstern zu überkleben - an der Statue einer britisch-jüdischen Sängerin -, sei ein antisemitisches Vergehen. Das Denkmal sei inzwischen gereinigt worden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

«Kritik an Israel»

Ebenso wie in Deutschland machen Israelhasser und Antisemiten Israel und alle Juden in der Welt für den Krieg im Nahen Osten verantwortlich. In der Realität wurde er allerdings vom palästinensischen Terror begonnen. Die Terrorgruppe Hamas rief seit dem 7. Oktober zweimal weltweit zu «Tagen des Zorns» auf, an denen gegen jüdische und israelische Einrichtungen vorgegangen werden solle. In Berlin kam es daraufhin zu einem versuchten Anschlag auf eine Synagoge.

Ein weiterer X-Nutzer kommentierte die Verunstaltung der Statue, indem er schrieb: «Das war’s wohl mit dieser Ausrede, es handle sich um Kritik an Israel. Diese hören wir von Antisemiten, die zu feige sind, zuzugeben, was sie wirklich sind.»

Die Statue wurde bereits am Samstag von Teilnehmern einer antiisraelischen Demonstration beklebt. Zwölf Personen wurden während der Versammlung verhaftet. Zu den Vorwürfen gegen sie gehören rassistische Hetze, Unterstützung für verbotene Organisationen und Angriffe auf Rettungskräfte.

Amy Winehouse stammt aus einer jüdischen, aber nicht sonderlich religiösen Familie. «Jüdisch zu sein, bedeutet für mich, als echte Familie zusammen zu sein. Es geht nicht darum, Kerzen anzuzünden und eine Bracha zu sagen», erzählte die Sängerin einst in einem Interview. im

Geburtstag

Streitbare Mahnerin: Lea Rosh wird 90 Jahre alt

Ihr Name ist eng verbunden mit dem Holocaust-Mahnmal in Berlin. Schon früh beschäftigte sich die Journalistin Lea Rosh mit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus. Am Donnerstag wird sie 90 Jahre alt

von Birgit Wilke  29.09.2026

Die frühere rbb-Intendantin Patricia Schlesinger

Berlin

Strafprozess gegen Ex-RBB-Intendantin Schlesinger

Im Sommer 2022 erschüttert der RBB-Skandal den öffentlich-rechtlichen ARD-Sender. Der Fall beschäftigt auch die Justiz. Nun soll es wegen Untreue-Vorwürfen zum Prozess kommen.

 29.09.2026

Berlin

CDU-Kulturexperte schlägt Wolf Biermann für Nobelpreis vor

»Biermanns Werk, seine poetische Stimme stehen für die Unantastbarkeit individueller Freiheit als Würde des einzelnen Menschen bis heute«, schreibt Uwe Lehmann-Brauns zur Begründung

 29.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026

Sachsen-Anhalt

Der 7. Oktober und die Folgen: Podiumsdiskussion in Halle

Vor drei Jahren überfielen islamistische Terroristen Israel und rissen damit Gaza in einen bis heute andauernden Krieg. Zeitgleich nahmen weltweit antisemitische Ausschreitungen zu. Diskutanten erörtern die Ursachen

 28.09.2026

Hard-Rock-Legenden

Kiss feiern 50 Jahre »Rock and Roll Over«

Eine umfangreiche Neuauflage des Albums kommt. Was ist enthalten?

 28.09.2026

Babyn Jar

Sie alle hatten einen Namen

In der Schlucht bei Kyjiw ermordeten deutsche Täter am 29. und 30. September 1941 innerhalb von zwei Tagen rund 34.000 Jüdinnen und Juden

von Andreas Albrecht  28.09.2026

Berlin

Verschollene Golem-Filmmusik feiert Berliner Erstaufführung

Der Komponist Hans Landsberger, ein späteres Holocaust-Opfer, hatte die sinfonische Begleitmusik für den Film geschrieben. Seine Komposition gilt als Meilenstein in der Entwicklung der Filmmusik

 28.09.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Wöchentliche Papierflut oder Die kleinen verkannten Kunstwerke

von Nicole Dreyfus  27.09.2026