Berlin

Bund übergibt NS-Raubgut an Erben

Kulturstaatsministerin Monika Grütters Foto: Chris Hartung

Der Bund hat eine von den Nationalsozialisten veräußerte Maria-Magdalena-Skulptur an die Erben der Vorbesitzer zurück übergeben. »Die Rückgabe an die rechtmäßigen Erben ist ein wichtiger Schritt bei der Anerkennung des Leides der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und bei der immerwährenden Aufgabe, den NS-Kunstraub rückhaltlos aufzuklären«, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dazu am Freitag in Berlin.

Die rechtmäßigen Besitzer der dem italienischen Künstler Andrea della Robbia (1435–1525) zugeschriebene Standfigur sind demnach die Erben der vom NS-Regime verfolgten Inhaber der früheren Kunsthandlung A. S. Drey in München.

FORSCHUNGEN Die Marienfigur wurde den Angaben zufolge erst im Februar diesen Jahres vom italienischen Kulturminister an Grütters übergeben, nachdem bei Forschungen der ursprüngliche Münchner Besitzer der Skulptur ermittelt worden war. Die jüdischen Besitzer der Kunsthandlung A. S. Drey waren 1935 vom NS-Regime zur Aufgabe ihrer Firma gezwungen worden; ihre Kunstwerke wurden zugunsten des Dritten Reiches verkauft. Nach Ende des Krieges übergaben die Alliierten die Statue zunächst an Italien, nachdem sie ermittelt hatten, dass das Kunstwerk 1941 dort für die Sammlung von Hermann Göring erworben worden war.

Grütters bezeichnete den Fall als gutes Beispiel für die internationale Zusammenarbeit. »Er zeigt, dass sich unsere Anstrengungen lohnen und wir in unseren Bemühungen auch weiterhin nicht nachlassen dürfen; das sind wir den Opfern der Nationalsozialisten und ihren Angehörigen schuldig.«

Die Kunstverwaltung des Bundes erforscht den Angaben zufolge die Herkunft der Kulturgüter des Bundes insbesondere im Hinblick auf im Nationalsozialismus erfolgte unrechtmäßige Entziehungstatbestände und übergibt ermittelte Raubkunst an die Nachfolger der früheren Eigentümer. Die Forschungsergebnisse der Kunstverwaltung werden in der Provenienzdatenbank des Bundes veröffentlicht. kna

Die Träger des Georg-Stefan-Troller-Preises 2026

Frankfurt am Main

Auszeichnung für Journalisten und Buchautoren

Der Georg-Stefan-Troller-Preis für die Berichterstattung über jüdisches Leben wurde erstmals verliehen. Mit Mascha Malburg und Joshua Schultheis sind auch zwei JA-Journalisten unter den Ausgezeichneten

 11.10.2026

Frankfurt am Main

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Philippe Sands überreicht

Der Völkerrechtsanwalt forderte in seiner Rede ein Ende angeblicher »Debattenbeschränkungen« in Deutschland

 11.10.2026

Julia Franck

»Sie liebt, aber sie wird nicht geliebt«

Die Schriftstellerin über ihre literarische Biografie der Jüdin Baladine Klossowska und den Dichter Rainer Maria Rilke

von Knut Elstermann  11.10.2026

Aufgegabelt

Rote Bete mit Tahini

Rezepte und Leckeres

 11.10.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Texten der Jüdischen Allgemeinen

 10.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Berlin

733 Tage, 2 Stunden und 35 Minuten

Eine Ausstellung im Paul-Löbe-Haus erzählt von Verlust, Hoffnung und bleibenden Folgen in der Zeit zwischen dem 7. Oktober und dem Abkommen zur Freilassung der Geiseln

von Pascal Beck  09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026