Großbritannien

Werden jüdische Autoren abgelehnt?

Ein Ort für alle Bücher: Die Buchhandlung »Daunt Books« in Marylebone in London Foto: picture alliance / NurPhoto

Der zunehmende Antisemitismus in Großbritannien zeigt sich offenbar auch im Bereich Literatur: Die Hälfte der britischen Verlage weigert sich laut einem Bericht der Zeitung »The Telegraph«, Bücher jüdischer Autoren zu veröffentlichen.

In dem Artikel wird unter anderem Stephen Games, Gründer des Unternehmens »EnvelopeBooks« zitiert, der ein »Klima wachsender Feindseligkeit gegen Juden« beobachtet. »Ein sehr bekannter Literaturagent von großem Ansehen, der mit Büchern zu tun hat, die man kennt, sagte, dass er Schwierigkeiten mit seinen jüdischen Autoren oder Schriften zu jüdischen Themen habe, weil er einfach finde, dass ein Großteil des literarischen Londons mittlerweile eine No-go-Area für Juden sei«, sagte Games demnach.

Alarmierende Zunahme

Nicht alle jüdischen Autoren spüren die von Games angesprochene Tendenz, darunter Gillian Freedman, Autorin des Buches Jews Milk Goats. Sie sagte dem »Telegraph«, in ihrem Dorf erfahre sie weitaus mehr Unterstützung als ihre Kollegen in London.

Generell werde in Großbritannien eine massive Zunahme des Judenhasses registriert. Vom 7. Oktober 2023 bis Ende Dezember 2023 stieg die Anzahl der antisemitischen Vorfälle um 589% im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. ja

Programm

Vernissagen, Workshops und eine Zeitreise ins Berlin von »Babylon Berlin«: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 17. September bis zum 30. September

 16.09.2026

Gaza-Krieg

Der falsche Genozidvorwurf

Der US-Historiker Jeffrey Herf widerspricht seinem viel zitierten israelischen Kollegen Omer Bartov. Eine Klarstellung

von Jeffrey Herf  16.09.2026

Gegen Vorurteile

Über Tattoos, Sport und die Frage, was eigentlich koscher ist - Neuauflage eines Projekts zu jüdischem Leben

Vorne Fotos, hinten Erklärtexte und QR-Codes: Eine neue Box mit Material zu jüdischem Leben in Deutschland ist erschienen. Gedacht ist sie für Schule oder Erwachsenenbildung - und als Beitrag gegen Antisemitismus

von Leticia Witte  16.09.2026

New York

Jetzt äußert sich Ed Sheeran zum Macklemore-Aus

Wegen israelfeindlichen Aussagen wurde US-Rapper Macklemore von Sheerans Tour ausgeschlossen. Nun schildert der Popstar seine Sicht der Dinge

 16.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Kino

»David« - Familienfreundliches Musical nach Motiven aus der Bibel

Ein kleiner Junge besiegt einen furchteinflößenden Riesen mit der Steinschleuder. Die Geschichte von David und Goliath kennen auch viele, die sonst nicht so bibelfest sind. Und sie bietet viel Stoff für eine Verfilmung

von Martin Ostermann  15.09.2026

Israel

Wie Quentin Tarantino Israelis den Kinobesuch vermiest

Berichte über Quentin Tarantinos Kinobesuche gehen in Israel viral. Eine Frau hätte ihn beinahe angebrüllt

von Sophie Albers Ben Chamo  15.09.2026

Dearborn

Henry Fords antisemitische Vergangenheit in Ausstellung behandelt

Im nächsten Jahr öffnet Fair Lane, das frühere Anwesen von Henry Ford, wieder für Besucher. Die Einrichtung stellt sich nun einer Vergangenheit, die in der Region lange nur unzureichend thematisiert wurde

 15.09.2026

Tel Aviv

IDF-Chef prüft rechtliche Schritte gegen Film »Naza«

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet bisher bekannt gewordene Teile der Doku als »Ritualmordlegenden, bewusste Verzerrungen der Realität und falsche Anschuldigungen gegen IDF-Soldaten«

 15.09.2026