Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die Verdienste der Holocaust-Überlebenden und Friedensaktivistin Irene Butter gewürdigt. Die gebürtige Berlinerin war am Freitag in den USA im Alter von 95 Jahren gestorben.
»Mit Irene Butter verlieren wir eine beeindruckende Stimme der Erinnerung und eine unermüdliche Kämpferin für den Frieden«, erklärte Weimer am Sonntag in Berlin. Sie habe sich jahrzehntelang für Aufklärung, Frieden und Verständigung eingesetzt. »Ihr Mut, ihre Stimme zu erheben und ihre persönliche Geschichte als Jüdin zu erzählen, ist von unschätzbarem Wert.«
Lange nicht über ihr Schicksal gesprochen
Butter war laut NDR am Freitag im Kreise ihrer Familie und Freunde in den USA gestorben. Sie wurde 1930 als Irene Hasenberg in Berlin geboren. 1937 floh ihre Familie vor den Nazis nach Amsterdam - in das gleiche Viertel, in dem auch Anne Frank mit ihrer Familie lebte. Nach dem Einmarsch der Deutschen kam sie ins Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo auch Anne Frank ermordet wurde. Butter hatte Glück und wurde gegen Deutsche in den USA ausgetauscht. 1945 reiste Irene Butter in die USA aus und wurde Professorin für Wirtschaftswissenschaften in Michigan.
Jahrzehntelang sprach Butter nicht über ihre Vergangenheit - bis sie während einer Gesprächsrunde über Anne Frank ihre Meinung änderte. Dort habe sie ihre »Verantwortung erkannt und angefangen zu reden«, erklärte Butter später. Vor allem Schülerinnen und Schülern in den USA und in Deutschland erzählte sie ihre Geschichte. Dieses Engagement zeichnete der Bundespräsident 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz aus.