Großbritannien

Schoa-Überlebende zum 35. Mal Uroma: »Babys sind meine Rache an Nazis«

Lily Ebert (r.) Foto: picture alliance / empics

Großbritannien

Schoa-Überlebende zum 35. Mal Uroma: »Babys sind meine Rache an Nazis«

Lily Ebert (98) wurde in Ungarn geboren und 1944 nach Auschwitz deportiert

 18.01.2022 08:22 Uhr

1945 wurde sie als junge Frau von den Alliierten befreit - nun ist die Holocaust-Überlebende Lily Ebert (98) bereits zum 35. Mal Urgroßmutter geworden. Für jede Urgroßmutter sei es etwas Besonderes, sagte die in London lebende Ebert der Nachrichtenagentur PA.

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Doch für sie als Holocaust-Überlebende sei es umso spezieller. »Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe. Ich musste zuallererst überleben, dann dieses Alter erreichen. Die Nazis wollten uns töten, und wir haben gezeigt, dass es ihnen nicht gelingt.«

Ebert wurde 1923 in Ungarn geboren und 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihre Mutter, ihr jüngerer Bruder und eine Schwester wurden dort ermordet. Mit zwei weiteren Schwestern kam Ebert nach vier Monaten zur Zwangsarbeit in eine Munitionsfabrik bei Leipzig, wo sie von US-Truppen befreit wurde. Über die Schweiz und Israel gelangte sie 1967 mit drei Kindern nach England.

»Babys sind die beste Rache an den Nazis«, zitierte Dov Forman (18) seine Urgroßmutter in einem Tweet, den schon mehr als 125 000 Nutzer mit Likes versahen. Forman betreibt für Ebert einen Tiktok-Account mit über 1,6 Millionen Followern und hat mit ihr gemeinsam ein Buch herausgebracht, zu dem Prinz Charles das Vorwort beisteuerte.

»Sie hat ihr ganzes Leben der Aufklärung über den Holocaust gewidmet«, sagte Forman. Seine Uroma habe gemeinsam mit anderen Überlebenden Schulen, Unternehmen und Organisationen besucht. »Ich habe mir selbst versprochen: Solange ich lebe, werde ich künftigen Generationen meine Geschichte erzählen«, sagte Ebert. (Benedikt von Imhoff)

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