Brasilien

Rio de Janeiro plant Holocaust-Mahnmal

Blick auf Rio de Janeiro Foto: dpa

In Rio de Janeiro soll ein Holocaust-Denkmal entstehen. Bürgermeister Marcelo Crivella rief eine Arbeitsgruppe ins Leben, die innerhalb von 120 Tagen einen Projektentwurf erstellen soll, wie die Zeitung »O Globo« am Mittwoch online berichtete. An der Ausarbeitung des Projekts soll nach Angaben des Rathauses auch die Zivilgesellschaft beteiligt werden.

Voraussichtlicher Standort des Mahnmals ist der nach dem früheren israelischen Ministerpräsidenten benannte Yitzhak-Rabin-Park im Stadtteil Botafogo nahe des Zuckerhuts. Das Monument solle in der Stadt die Erinnerung an Millionen Opfer der Nazi-Herrschaft wachhalten und der Gefahr künftiger Völkermorde vorbeugen, erklärte das Bürgermeisteramt.

emigranten Bürgermeister Crivella ist freigestellter Pastor der evangelikalen Universalkirche des Reiches Gottes. Die brasilianische Neupfingstkirche, die als sehr konservativ gilt, unterhält gute Beziehungen zu Israel. In Brasilien leben knapp 110.000 Juden. Das Land hat nach Argentinien die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Lateinamerika. Es wird geschätzt, dass bis zu 400.000 Brasilianer jüdische Vorfahren haben, aber den Glauben nicht praktizieren. Viele sind Nachkommen von Emigranten aus Europa, die vor der Nazi-Herrschaft flohen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchteten auch Nazigrößen nach Brasilien. Der bekannteste war der KZ-Arzt Josef Mengele, der jahrelang unerkannt im Bundesstaat São Paulo lebte und 1979 bei einem Badeunfall ums Leben kam. epd

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  04.05.2026

Howard Rossbach

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Er ist Spross einer Familie bekannter Politiker und Bankiers. Doch seit 50 Jahren reüssiert der gebürtige New Yorker Howard Rossbach am anderen Ende Amerikas als Winzer. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Italien

Nächstes Jahr in Palermo

Über Jahrhunderte war das Judentum fester Bestandteil Siziliens. Dann wurde es mehr als 500 Jahre lang dem Vergessen preisgegeben. Die Geschichte einer Wiederentdeckung

von Mark Feldon  04.05.2026

Großbritannien

Regierung erwägt Einschränkungen bei israelfeindlichen Demonstrationen

Premierminister Keir Starmer verweist auf eine zunehmende Bedrohungslage für jüdische Gemeinden im Land. Insbesondere Parolen wie »Globalize the Intifada« müssten geahndet werden

 04.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Großbritannien

Londoner Polizeichef: Beinahe »Pandemie« des Antisemitismus

Ein terroristisch motivierter Anschlag in den kommenden sechs Monaten gilt in der vierten von fünf Stufen nun als »sehr wahrscheinlich«

 01.05.2026

Tunesien

Resilientes Pilgern

Teilnehmer der alljährlichen Fahrt zur La-Ghriba-Synagoge auf Djerba lassen sich von Sicherheitswarnungen kaum einschüchtern

von Mark Feldon  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert