Lufthansa

Millionenstrafe wegen Diskriminierung von Juden

Der Vorfall ereignete sich im Mai 2022 am Frankfurter Flughafen Foto: IMAGO/Daniel Kubirski

Das US-Verkehrsministerium wirft der Deutschen Lufthansa Benachteiligung jüdischer Passagiere vor und hat eine Strafe von 4 Millionen US-Dollar (rund 3,7 Millionen Euro) gegen das Unternehmen verhängt. Es handelt sich den Behördenangaben zufolge um die höchste Strafe, die jemals in den USA gegen eine Fluggesellschaft wegen Verstößen gegen Bürgerrechte verhängt wurden.

Konkret geht es den Angaben nach um einen Flug von Frankfurt nach Budapest im Mai 2022. 128 Passagieren aus New York, von denen die meisten eine für orthodoxe jüdische Männer typische Kleidung getragen hätten, sei aufgrund »angeblichen Fehlverhaltens« einiger oder weniger Passagiere verboten worden, ihren Anschlussflug in Deutschland zu besteigen. 

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»Obwohl viele der Passagiere sich nicht kannten und nicht gemeinsam reisten, gaben die von den Ermittlern des US-Verkehrsministeriums befragten Fluggäste an, dass Lufthansa sie alle wie eine einzige Gruppe behandelte und ihnen wegen des angeblichen Fehlverhaltens einiger weniger das Boarding verweigerte«, schreibt das US-Ministerium. 

Lufthansa: Keine Diskriminierung

Lufthansa weist den Vorwurf der Diskriminierung zurück. Das Unternehmen bedauere zwar die Umstände, die zu der Entscheidung geführt hätten, den Fluggästen die Beförderung zu verweigern, und habe sich bei zahlreichen Gelegenheiten öffentlich entschuldigt, zitiert das Ministerium Lufthansa in dem Beschlussdokument.

Lufthansa stelle fest, dass der Vorfall »auf eine unglückliche Reihe von ungenauen Nachrichten, Fehlinterpretationen und Fehleinschätzungen während des gesamten Entscheidungsprozesses« zurückzuführen sei.

Das sei bedauerlich, eine Diskriminierung habe aber dennoch nicht stattgefunden. Nach Angaben der Airline wurde die Entscheidung ausschließlich aufgrund von Sicherheitsbedenken getroffen, wie das US-Ministerium schildert. Ein Großteil der Betroffenen habe etwa auf dem Flug von New York nach Frankfurt nicht wie vorgeschrieben Corona-Schutzmasken getragen. 

US-Verkehrsminister: »Niemand sollte beim Reisen diskriminiert werden«

In einem Statement der Airline, aus dem die »Washington Post« zitierte, hieß es, Lufthansa habe sich zum Ziel gesetzt, »ein Botschafter des guten Willens, der Toleranz, der Vielfalt und der Akzeptanz« zu sein. Man habe ein »einzigartiges Trainingsprogramm« entwickelt, das sich mit Antisemitismus und Diskriminierung befasste. 

US-Verkehrsminister Pete Buttigieg erklärte: »Niemand sollte diskriminiert werden, wenn er reist, und die heutige Maßnahme sendet eine klare Botschaft an die Luftfahrtindustrie, dass wir bereit sind, zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Bürgerrechte von Passagieren verletzt werden.« dpa

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