Paris

Gewalt am Voltaire-Boulevard

Polizeipatrouille in der Pariser Rue Des Rosiers Foto: dpa

In Paris sind am Freitagmittag zwei jüdische Männer angegriffen und leicht verletzt worden. Wie die Antisemitismus-Beobachtungsstelle BNVCA (Bureau National de Vigilance Contre l’Antisémitisme) mitteilte, attackierte eine rund 40-köpfige Gang die beiden Männer. Nach französischen Medienberichten gehören die Angreifer zur propalästinensischen Gruppe Gaza Firm und stehen der antiisraelischen Boykottbewegung BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) nahe.

Tatort Der Angriff ereignete sich am Voltaire-Boulevard im 11. Arrondissement. In der Nähe des Tatorts befinden sich viele Geschäfte jüdischer Eigentümer. Nach Angaben der BNVCA sorgen in der Gegend Freiwillige aus der jüdischen Gemeinde für die Sicherheit der Ladeninhaber.

Im 11. Arrondissement wurde im Januar 2006 der 23-jährige jüdische Handyverkäufer Ilan Halimi gekidnappt. Eine Gruppe von 21 muslimischen Einwanderern, die sich selbst »Gang der Barbaren« nannte, folterte ihn drei Wochen lang und ermordete ihn dann.

Die Zahl antisemitischer Gewaltakte in Frankreich ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Zwischen 2013 und 2014 hat sie sich gar verdoppelt. Immer mehr französische Juden denken inzwischen darüber nach, das Land zu verlassen. ja

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  01.10.2026

USA

Jüdischer Stolz auf der New York Fashion Week

Zum ersten Mal war eine exklusiv jüdische Modenschau Teil des berühmten Events. Mit Modest Fashion, Abendkleidern und Bikinis

von Sophie Albers Ben Chamo  01.10.2026

Nachruf

Esther Rantzen mit 86 Jahren gestorben

Die Journalistin setzte sich für Kinder, Senioren und eine Legalisierung der Sterbehilfe in Großbritannien ein

 01.10.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Interview

»Es ist beängstigend, wie sich die Geschichte wiederholt«

Evan Bernstein (51) ist seit Kurzem neuer CEO von B’nai B’rith International, der ältesten jüdischen Wohltätigkeitsorganisation. Um den wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen, will Bernstein vor allem die lokale Vernetzung verbessern

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Vergessener Held

Die vielen Leben des Jack Boeki

Ein jüdischer US-Agent und die Naziverbrecher in Nürnberg

von Joachim Heinz  29.09.2026