Bernie Madoff

Finanzbetrüger im Gefängnis gestorben

Bernie Madoff Foto: imago images/ZUMA Press

Der wegen eines der größten Anlagebetrugsfälle der Finanzgeschichte zu 150 Jahren Haft verurteilte US-Börsenmakler Bernard Madoff ist tot. Entsprechende US-Medienberichte bestätigten US-Justizbehörden auf Nachfrage. Madoff verstarb demnach am Mittwoch im Alter von 82 Jahren in einem Klinikum eines Gefängnisses im US-Bundesstaat North Carolina, wo er seine Strafe verbüßte. Er selbst hatte sich schon vor über einem Jahr als »sterbenskrank« bezeichnet.

Madoff gilt als Mastermind eines Finanzschwindels historischer Dimension. Er hatte sich 2009 in elf Anklagepunkten schuldig bekannt, darunter Betrug und Geldwäsche. Der Finanzjongleur hatte Tausende Investoren um Dutzende Milliarden Dollar gebracht, indem er über Jahrzehnte vermeintliche Traumgewinne durch Geld neuer Anleger vortäuschte. Als das sogenannte Schneeballsystem in der Finanzkrise 2008 aufflog, verloren viele seiner Opfer ihre ganzen Ersparnisse.

Madoff hatte bereits im Februar 2020 in einem Interview geklagt, »sterbenskrank« zu sein und in der Corona-Pandemie einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt, dem jedoch nicht stattgegeben worden war. »Es gibt keine Heilung für meine Art von Krankheit«, sagte Madoff der »Washington Post« damals. Er habe bereits elf Jahre seiner Strafe abgesessen und dabei durchgehend gelitten. Sein Anwalt hatte erklärt, dass Madoff an einer tödlichen Nierenkrankheit leide und wahrscheinlich nur noch weniger als 18 Monate zu leben habe.

Madoffs Karriere an der Wall Street hatte in den 1960er Jahren begonnen. Mit Anfang 20 gründete der aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn stammende Finanzmakler kurz nach dem Studium seine eigene Investmentfirma. Mit dem Versprechen hoher Renditen sammelte er fortan viel Geld bei Anlegern ein - Familienmitglieder, Freunde und Bekannte gaben ihr Erspartes. Tatsächlich vermehrte sich das Geld - zumindest auf dem Papier - stetig und Madoff wurde zu einer Größe in Finanzkreisen und einem Mitglied der New Yorker High Society.

Erst in der Finanzkrise 2008, als viele Investoren plötzlich ihre Mittel abziehen wollten, flog das Betrugssystem auf. Als Madoffs Firma zusammenbrach, wiesen die Depots der Kunden Werte von 65 Milliarden Dollar aus. Tatsächlich waren aber gerade einmal 300 Millionen Dollar vorhanden. Madoff - eben noch ein gefeierter Finanzstar und bei US-Promis begehrter Geldverwalter - stand nun als Milliardenbetrüger da, der bis zu seinem Lebensende ins Gefängnis gesteckt wurde. Er selbst behauptete später, dass seine Gaunereien nur möglich waren, weil Finanzinstitute wie seine Hausbank JPMorgan gezielt wegschauten.

Für Aufsehen sorgten während seiner Haftzeit Berichte, wonach Madoff im Knast angeblich lebte wie ein Superstar. Im Bundesgefängnis der Kleinstadt Butner in North Carolina war er laut US-Medien eine Berühmtheit, eine Art moderner Robin Hood, wenn auch weniger freigiebig. »Er nahm Leuten das Geld weg, die reich und gierig waren und noch mehr wollten«, sagte Shannon Hay, ein verurteilter Drogenhändler und Mithäftling, im Jahr 2010 dem »New York Magazine«. Madoff lieferte Hollywood Stoff für mehrere TV-Serien und Filme.

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