Brüssel

Belgische Juden fordern Antisemitismusbeauftragten

Schmiererei an einer Frittenbude im Brüsseler Stadtteil Uccle Foto: Michael Thaidigsmann

Der Anschlag auf die Synagoge in der ostbelgischen Stadt Lüttich am Montagmorgen wurde mittels eines selbstgebauten Sprengkörpers (Improvised Explosive Device, IED) durchgeführt. Der Sprengsatz sei mit Hilfe von Feuerwerkskörpern hergestellt worden, berichteten belgische Medien unter Berufung auf Polizeikreise.

Bei der Explosion entstand beträchtlicher Sachschaden, Menschen wurden aber nicht verletzt. Presseberichten zufolge zeigen die Aufnahmen einer Überwachungskamera einen maskierten Mann, wie er mit einem Auto auf das Gotteshaus zufährt, einen Sprengkörper vor der Tür des Gebäudes abstellt und anschließend mit hoher Geschwindigkeit davonfährt, bevor schließlich der Sprengkörper explodiert. Das Gesicht des Mannes ist demzufolge auf den Aufnahmen nicht erkennbar. Nach ihm wird weiter gefahndet.

Unterdessen hat das Koordinierungskomitee der jüdischen Organisationen Belgiens (CCOJB) gefordert, erneut Soldaten zum Schutz jüdischer Stätten und Einrichtungen einzusetzen, sofern nicht genügend Polizeikräfte zur Verfügung stünden. CCOJB-Präsident Yves Oschinsky sagte zudem im Radio »La Première«, es sei höchste Zeit, dass Belgien einen Antisemitismusbeauftragten bekomme. Das Königreich ist zudem eines der wenigen EU-Länder, das auch noch keine nationale Strategie im Kampf gegen den Judenhass verabschiedet hat.

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