Schweden

Aus für einziges Koscher-Sortiment in Malmö

Drittgrößte Stadt Schwedens: Malmö Foto: dpa

Das Gesundheitsamt in Malmö hat die einzige Abteilung eines Supermarkts in der südschwedischen Stadt geschlossen, in der koscheres Fleisch zum Verkauf angeboten wurde. Als Begründung für die Maßnahme wurde Lebensmittelhygiene angeführt, wie die Jewish Telegraphic Agency (JTA) unter Berufung auf die Zeitung »Sydsvenskan« berichtete.

Inspektoren hätten in dieser Woche den Laden ICA Kvantum Malmborgs Limhamn aufgesucht, der in den vergangenen Jahren tiefgefrorenes Koscher-Fleisch verkauft habe, hieß es weiter laut dem Bericht. Die Möglichkeit, dort koscheres Fleisch zu erwerben, habe auf einer Vereinbarung mit der jüdischen Gemeinde in Malmö beruht.

Lizenz Der Grund für die jetzige Schließung war laut Ilana Edner, einem Gemeindemitglied, die Tatsache, dass die Gemeinde nicht über eine Lizenz für den Import von Lebensmitteln verfüge. Die Inspektoren hätten die kleine Koscher-Abteilung des Ladens leergeräumt und die Produkte beschlagnahmt.

In Schweden ist Schächten seit 1933 verboten. Seit mehreren Jahren hat es immer wieder Versuche gegeben, auch den Import von koscherem Fleisch zu verhindern. In Malmö, der drittgrößten Stadt Schwedens, sind etwa ein Drittel der mehr als 300.000 Einwohner Muslime. In der Stadt ist die Zahl antisemitischer Vorfälle seit Jahren hoch. ag

Großbritannien

Universität Bath sagt Seminar mit Hochschule in Gaza ab

Eine Dozentin hatte britische Studenten aufgefordert, palästinensische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht infrage zu stellen. Die Universität entschuldigte sich für die Vorgaben.

von Nicole Dreyfus  15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  15.10.2026

Irland

Ausgerechnet eine Antisemitismuskonferenz fällt dem Judenhass zum Opfer

In Dublin fand eine Tagung von Antisemitismusbeauftragten und jüdischen Vertretern statt. Ein Hotel verweigerte die Unterbringung. Für Irlands Gemeindevorsitzenden zeigt das, wie Antisemitismus sich immer wieder neu manifestiert

von Maurice Cohen  14.10.2026

USA

Süß und gut zu werfen

»Sunkist Fruit Gems« gehören in vielen Gemeinden zum Feiern. Ihr angekündigtes Aus sorgte für Aufregung – nun kommen sie zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  13.10.2026

»Imanuels Interpreten« (26)

Paul Simon: Der Brückenbauer

Seit den 60er Jahren schreibt und spielt der New Yorker Künstler Musik, deren Texte durchweg stark sind. Mehrere Generationen haben zugehört. Heute wird das jüdische Talent 85 Jahre alt

von Imanuel Marcus  13.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026 Aktualisiert

Porträt

Geboren in Auschwitz

Angela Orosz-Richt kam im Dezember 1944 in einer Baracke des deutschen Vernichtungslagers zur Welt. Im Januar wird sie bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag sprechen. Unserem Autor hat sie ihr bewegtes Leben geschildert

von Michael Thaidigsmann  09.10.2026