Pessach

»Wir brauchen einander«

Israels Staatspräsident Isaac Herzog und First Lady Michal Foto: Flash 90

In einer Grußbotschaft hat sich Israels Staatspräsident Isaac Herzog an Israelis und Juden in aller Welt gewandt. Das teilte das israelische Präsidentenbüro am Donnerstag mit. Pessach sei »der Meilenstein unserer Transformation von einer Gruppe von Individuen in unsere eigene Nation, ein Volk«.

So wie ein sicherer Staat Israel entscheidend für die Zukunft der jüdischen Familie sei, sagte Herzog auf YouTube, seien lebendige jüdische Gemeinschaften weltweit entscheidend für das Wohlergehen des jüdischen Staates. Die Ansprache ist zweisprachig gehalten – auf Hebräisch und Englisch.

bedrängnis Mit eindringlichen Worten beschwört Herzog den Zusammenhalt zwischen Israel und den Diaspora-Gemeinden. »Wir brauchen einander und sind füreinander verantwortlich. Wenn eine jüdische Gemeinde irgendwo auf der Welt in Bedrängnis gerät, spüren wir hier in Israel unsere Not, Ihre Not. Wenn unsere Familie in der Ukraine angegriffen wird, hallt der Schmerz in Miami, São Paolo und Jerusalem wider.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Deshalb sei er »stolz und bewegt über die Flut von Unterstützung, Geldern und Nothilfe für das ukrainische Judentum und das äthiopische Judentum im Namen einzelner Organisationen und Gemeinschaften, die sich tagtäglich damit befassen«.

Mit eindringlichen Worten beschwört Herzog den Zusammenhalt zwischen Israel und den Diaspora-Gemeinden.

Isaac Herzog und First Lady Michal richten am Freitag erstmals einen traditionellen Sederabend in der Präsidentenresidenz in Jerusalem aus. Gemeinsam mit den drei Söhnen des Paars sind zu dem Festessen »lonely soldiers« geladen, Soldaten, die allein Alija gemacht haben, sowie eine Familie jüdischer Neueinwanderer aus der Ukraine, die vor dem Krieg geflohen ist, teilte das israelische Präsidentenbüro mit.

haggada Der Seder-Tisch werde auf traditionelle Weise gedeckt sein, hieß es in der Mitteilung. Alle werden gemeinsam die Pessach-Haggada lesen und die traditionellen Pessach-Lieder singen, die die Werte Freiheit und Solidarität zum Ausdruck bringen. Geplant seien, angelehnt an die traditionellen Fragen der Haggada, der Pessach-Erzählung, Gespräche über Erfahrungen der Gäste und die Herausforderungen ihrer Einwanderung nach Israel.

Neben Glen Chaves, der allein aus Costa Rica nach Israel einwanderte und in der Kfir-Brigade der IDF dient, soll Iara Lerner Turchinsky von ihren Erfahrungen berichten. Sie wanderte vor zwei Jahren aus Argentinien ein und dient in einer Hundestaffel der israelischen Luftwaffe.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

seder-tisch Auch die Familie Ivanova aus der Ukraine wird am Seder-Tisch des Präsidenten Platz nehmen. Ilena, die Mutter der Familie, machte zusammen mit ihren beiden Kindern Wadim (9) und Jewgeni (2) Alija aus Odessa. Der Vater Aleksander musste in der Ukraine zurückbleiben. Ilena und ihre beiden Kinder überquerten im März die Grenze zu Polen. Die Familie Ivanova lebt jetzt in einer Unterkunft der Jewish Agency.

Herzogs YouTube-Grußbotschaft enthält neben dem Bezug zur aktuellen politischen Lage und Wünschen zur »persönlichen Erneuerung und alle Neuanfänge« auch einen versöhnlichen Rat: »Genießen Sie Ihre Familien und Lieben – und streiten Sie sich nicht um den Afikoman.« ksh

Wirtschaft

Israel-Tourismus erholt sich langsam

Zwar ist die Branche noch weit vom Rekordjahr 2019 entfernt, doch in 2025 tourten 1,3 Millionen Besucher durchs Land

von Sabine Brandes  07.01.2026

Diplomatie

Gideon Sa’ar besucht Somaliland

Vor Ort bezeichnete der israelische Außenminister die Entscheidung seines Landes, Somaliland anzuerkennen, als »moralisch richtig«

 07.01.2026

Dialog

Israel und Syrien vereinbaren Kommunikationskanal unter US-Vermittlung

Mit US-Unterstützung nehmen Israel und Syrien ihren Dialog wieder auf. Ein neuer Kommunikationsmechanismus soll künftig Streit zwischen den beiden verfeindeten Ländern verhindern

 07.01.2026

Jerusalem

Massenprotest gegen Wehrpflicht - Bus überrollt Menschen

Bei einem Protest Ultraorthodoxer gegen den Militärdienst in Jerusalem wurden mehrere Menschen von einem Bus erfasst. Die Polizei spricht von »gewalttätigen Unruhen«

 07.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Wissenschaft

Israels Forscher erzielen Erfolg in Alzheimerforschung

Ausgerechnet ein zelluläres »Entsorgungssystem«, das eigentlich schädliche Proteine beseitigen soll, könnte zur Weiterverbreitung der Krankheit beitragen

 06.01.2026

Sexualisierte Gewalt

Romi Gonen: »Der Hamas-Chef schlug mir einen Deal vor«

Die ehemalige Geisel der Terrororganisation berichtet in Teil zwei ihres Interviews, was nach den Übergriffen geschah

von Sabine Brandes  06.01.2026

Jerusalem

Netanjahu attackiert Opposition in hitzigem Knesset-Duell

Die Aufklärung des 7. Oktobers, die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe und »Katargate« wurden auf Druck der Opposition im israelischen Parlament diskutiert

 06.01.2026

Blumen und Kerzen sind als Zeichen des Gedenkens an die Opfer nach dem Brand in der Bar und Lounge »Le Constellation« in Crans-Montana.

Schweiz

Drittes jüdisches Mädchen tot

Bei der tödlichen Katastrophe im Nobelskiort Crans-Montana sind drei junge jüdische Frauen ums Leben gekommen

von Nicole Dreyfus  06.01.2026