Konflikt

Wieder Rakete aus Gaza auf Sderot

Eine Abfangrakete des »Iron Dome« in der Nähe von Sderot beim Start Foto: Flash 90

Erneut schrillten die Alarmsirenen. Eine Rakete ist am Mittwochabend vom Gazastreifen aus auf die Stadt Sderot abgeschossen worden. Es war der zweite Angriff innerhalb weniger Tage.

Das Geschoss aus der Enklave wurde vom Raketenabwehrsystem »Iron Dome« abgefangen. Es habe eine leicht Verletzte gegeben, die stürzte, als sie in den Schutzraum rannte, gab der Rettungsdienst Magen David Adom an.  

SCHADEN Die israelische Armee IDF reagierte anschließend mit dem Beschuss von »Waffenproduktions- und Lagerstätten der Terrororganisation Hamas aus der Luft«, wie Verteidigungsminister Yoav Galant (Likud) erklärte. »Jeder Versuch, unseren Bürgern Schaden zuzufügen, wird mit der vollen Stärke der IDF beantwortet.«

Kurz vor drei Uhr morgens gingen in Sderot erneut Sirenen los, als Israel die Luftangriffe flog. Das Militär sagte, es untersuche, was den Alarm ausgelöst habe.

»Der Vergeltungsangriff fügt der Fähigkeit der Hamas, sich zu stärken und zu bewaffnen, einen schweren Schlag zu.«

Israelische Armee

Die IDF gab an, dass die Jets der Luftwaffe einen Ort bombardierten, an dem die Hamas Chemikalien lagert, die zur Herstellung von Raketen verwendet werden. Es sei auch eine Einrichtung ins Visier genommen worden, in der die Gruppe Waffen herstellt. »Der Vergeltungsangriff fügt der Fähigkeit der Hamas, sich zu stärken und zu bewaffnen, einen schweren Schlag zu«, fügte das Militär in einer Erklärung hinzu.

VERANTWORTUNG Israel hält die Hamas, die im Gazastreifen regiert, für jeden Angriff verantwortlich, der von der Enklave ausgeht, unabhängig davon, ob die Gruppe dahintersteckt. Am 26. Januar hatten palästinensische Extremisten zwei Raketen auf Israel abgeschossen, als Reaktion auf eine Militäraktion der IDF in Jenin.

Der militärische Flügel der Hamas, die Izz ad-Din al-Qassam-Brigaden, sowie die kleinere Fraktion der Mudschaheddin-Brigaden, behauptete, ihre Kämpfer hätten Flugabwehrwaffen und Boden-Luft-Raketen auf die IDF-Kampfflugzeuge abgefeuert, die die Angriffe ausführten.

Die Tageszeitung »Yedioth Ahronoth« schrieb, dass »israelische Kampfflugzeuge unter Flugabwehrfeuer geraten sind, aber sicher in den heimischen Luftraum zurückkehrten«.

GEFANGENE Die Terrorgruppe Islamischer Dschihad hat die Verantwortung für den jüngsten Raketenangriff übernommen. Die Terrororganisation erklärte, der Raketenstart sei eine Reaktion darauf, dass palästinensische Gefangene in Einzelhaft gebracht worden seien, nachdem sie eine tödlichen Terrorattacke in Jerusalem gefeiert hätten.

Bei dem blutigen Angriff wurden am Freitagabend vor einer Synagoge sieben Menschen von einem Palästinenser erschossen und drei verletzt. Es war das schlimmste Attentat in Israel seit mehr als zehn Jahren.

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nachrichten

Umwelt, Anerkennung, Bücher

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.07.2026

1000 Tage

Tausende Stimmen gegen das Vergessen

Die Hebräische Universität und Edut 710 schaffen ein KI-gestütztes Archiv, das die Zeugnisse des 7. Oktober bewahrt

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

5800 Juden wollen in diesem Sommer Alija machen

Das Interesse, nach Israel überzusiedeln, ist ungebrochen groß: Im Juli und August werden zahlreiche Neubürger erwartet, vor allem aus Frankreich und den USA

 02.07.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Sensationsfund in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  02.07.2026

Zeitgeschichte

Entebbe und kein Ende

Der Historiker Jan Gerber zeigt in seinem neuen Buch, wie aus dem Antizionismus der 68er-Generation radikale antisemitische Praxis wurde

von Ralf Balke  02.07.2026