Israel

Weitere Lockerungen stehen bevor

Der Coronatest ist obligatorisch bei der Einreise nach Israel. Foto: Flash90

In Israel sinkt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter. Am Sonntag gab das Gesundheitsministerium an, dass die Rate der positiven Coronatests bei 1,5 Prozent lag. Außerdem würden die Fälle von Schwerkranken stetig weniger. Das Land befindet sich inmitten einer erfolgreichen Impfkampagne, durch die mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung vollständig immunisiert ist.

VERBESSERUNG Der R-Wert, die beschreibt, wie viele Personen ein Infizierter ansteckt, ist auf 0,62 gesunken. Eine Rate unter 1 zeigt, dass sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. »Diese dramatische Verbesserung innerhalb der vergangenen zwei Monate«, so das Ministerium, »ermöglicht jetzt weitere Lockerungen«.

Und dies trotz der intensiven Wiederbelebung des öffentlichen Lebens in den vergangenen Wochen und dem Auftauchen verschiedener Corona-Varianten in Israel. In der nächsten Stufe sollen Nachtclubs geöffnet werden, wieder Kurse für Kinder und weitere Veranstaltungen für Geimpfte stattfinden. Außerdem sollen verstärkt Corona-Schnelltests durchgeführt werden.  

VERANSTALTUNGEN In den vergangenen Wochen waren bereits zusehends Restriktionen gelockert worden. Während Geschäfte, Museen, Bibliotheken sowie Sitzplätze im Freien von Restaurants und Cafés für alle Israelis zugänglich sind, dürfen lediglich jene, die geimpft sind und über den »grünen Gesundheitspass« verfügen, an Sport- und kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten oder Lesungen teilnehmen.

Insgesamt sind in Israel 6098 Patienten an den Folgen einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben. Im Westjordanland sind es 2098, im Gazastreifen 579 Menschen. Die palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat mittlerweile 30.000 Dosen des russischen Impfstoffes Sputnik V erhalten, zusätzlich zu 60.000 Dosen durch das COVAX-Programm der Weltgesundheitsorganisation. Israel hatte 2000 Dosen des Mittels von Moderna an die PA geschickt und lässt zudem palästinensische Arbeiter, die in Israel beschäftigt sind, impfen.

»Dieses Urteil sollte von allen Arbeitsplätzen umgesetzt werden. Der Arbeitgeber muss das Recht haben, einen nicht-geimpften Angestellten nicht weiter zu beschäftigen.«

Hersteller-Vereinigung Israel

Doch es gibt auch in Israel Menschen, die eine Impfung kategorisch verweigern. Wie eine Aushilfslehrerin, die sich zudem nicht bereit zeigte, ein negatives Testergebnis vorzulegen. Die Schule verbot ihr daraufhin, zur Arbeit zu kommen, sie klagte mit der Begründung des Schutzes ihrer Privatsphäre vor Gericht. Doch das Gericht gab in diesem Präzedenzfall dem Arbeitgeber recht.

ARBEITGEBER Kurz darauf äußerten sich die Vorsitzenden der Hersteller-Vereinigung des Landes: »Dieses Urteil sollte von allen Arbeitsplätzen umgesetzt werden, der Arbeitgeber muss das Recht haben, einen nicht-geimpften Angestellten nicht weiter zu beschäftigen.«   

In einem anderen Urteil ist die Begrenzung der Ankommenden am internationalen Flughafen aufgehoben worden. Am Sonntag verließen rund 9000 Menschen durch den Ben-Gurion-Flughafen das Land. In der Nacht zuvor war die Obergrenze von 3000 durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes beendet worden. Das Gericht hatte argumentiert, dass die »Einschränkung der Erlaubnis, Israelis ins Land zu lassen, gegen ihre Grundrechte verstößt«. Die Maßnahmen seien zu streng und zudem stünden Wahlen an, so die Richter.

RICHTUNG Premierminister Benjamin Netanjahu kritisierte die Entscheidung der Richter: »Dies geht in die falsche Richtung und könnte dazu führen, dass Coronavirus-Varianten zu uns ins Land gelangen«.  

Zwar hatte das Corona-Kabinett am Samstag beschlossen, die Obergrenze von 3000 zu streichen, gleichsam jedoch eine Beschränkung von Flügen »in Höhe der Kapazität entsprechend von Testmöglichkeiten und sozialer Distanz« erlassen. Das Außenministerium gab später an, dass sich diese Zahlen auf etwa 4000 einreisende und 4000 ausreisende Menschen pro Tag belaufen würden. Die tatsächlichen Zahlen vom Wochenbeginn jedoch zeigten, dass dies nicht der Realität entspricht.

»Dies geht in die falsche Richtung und könnte dazu führen, dass Coronavirus-Varianten zu uns ins Land gelangen.«

Premierminister Benjamin Netanjahu

Reisende Israelis, die belegen können, dass sie in Israel vollständig geimpft wurden oder von einer Infektion mit dem Coronavirus genesen sind, brauchen sich nach ihrer Ankunft nicht in Quarantäne zu begeben. Allerdings nur dann, wenn sie sowohl vor ihrem Abflug als auch nach der Ankunft einen Coronatest durchführen lassen und beide Ergebnisse negativ sind.

QUARANTÄNE Jene, die im Ausland geimpft sind, müssen sich zunächst in Quarantäne begeben. Diese wird nur dann beendet, wenn sie ein Untersuchungsergebnis vorlegen, dass sie Antikörper im Blut haben, zusätzlich zu zwei negativen Coronatests.

Auch der Landübergang im Süden Israels nach Taba in Ägypten ist seit Montag wieder geöffnet. Und das Ausnahmekomitee, das darüber entschied, wer während der Pandemie ins Land darf, ist aufgelöst. Ausländer dürfen jedoch nach wie vor nicht – oder nur im Ausnahmefall – nach Israel einreisen.

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