Debatte

Warum UN-Generalsekretär Guterres antisemitisch handelt

UNO-Generalsekretär António Guterres Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

Der israelische Oppositionsführer hat UN-Generalsekretär António Guterres Antisemitismus vorgeworfen, nachdem dieser in einem seltenen Vorgang den Sicherheitsrat zum Handeln im Gaza-Krieg aufgefordert hatte. Jair Lapid schrieb am Samstag auf der Plattform X mit Blick auf den Artikel 99, den Guterres mit dem Ziel eines humanitären Waffenstillstands bemüht hatte, dieser sei seit Jahrzehnten nicht vom UN-Generalsekretär angewandt worden. »Nicht, als eine halbe Million Menschen in Syrien getötet wurden, mehr als vier Millionen im Kongo getötet, 450 000 in Darfur geschlachtet wurden oder als in der Ukraine Zehntausende getötet wurden und Millionen flohen.«

Lapid schrieb weiter: »Nur wenn Israel sich verteidigt, nachdem unsere Kinder von brutalen Terroristen ermordet und unsere Leute als Geiseln genommen wurden, beschließt der UN-Generalsekretär plötzlich, den Artikel 99 anzuwenden, um der Hamas zu helfen. Woher wissen wir, dass es Antisemitismus ist? Weil es keine andere rationale Erklärung gibt.«

Artikel 99 der UN Charta erlaubt dem Generalsekretär, den Sicherheitsrat auf »jede Angelegenheit hinzuweisen, die seiner Meinung nach die Gewährleistung von internationalem Frieden und Sicherheit gefährden kann«. Guterres wollte so wegen der dramatischen Lage der Zivilbevölkerung einen sofortigen humanitären Waffenstillstand erreichen. Ein entsprechender Resolutionsentwurf scheiterte aber am Freitag im UN-Sicherheitsrat. 

Auslöser des Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zu Gaza verübt hatten. Auf israelischer Seite sind in der Folge mehr als 1200 Menschen getötet worden, darunter mindestens 850 Zivilisten. Bei Israels Gegenangriffen sind nach jüngsten Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde inzwischen fast 17 490 Menschen getötet worden. Die Zahl lässt sich derzeit nicht unabhängig prüfen. dpa

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026