Geiseln

Warnungen der Mütter

Die Mütter der entführten Mädchen: Orly Gilboa, Shira Elbag und Ayelet Levy (v.l.) Foto: Paulina Patimer

Die Demonstranten gegen die israelische Regierung und für die Freilassung der Geiseln in Gaza haben sich zusammengeschlossen. Seitdem steigt das Ausmaß der Kundgebungen wöchentlich. Nach dem Ende dieses Schabbats sollen mehr als 100.000 Menschen an verschiedenen Orten im ganzen Land auf den Straßen protestiert haben. Allen voran dieses Mal: die Mütter.

Auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv sprach die Mutter der Geisel Matan Zangauker (24), Einav Zangauker: »Wir müssen endlich verstehen, dass sich die Bedingungen für einen Deal nicht geändert haben. Ohne Kriegsende wird es keine Vereinbarung geben«, sagte sie in Bezug auf die Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln und einen Waffenstillstand im Gazastreifen. »Wenn die Regierung jetzt keine Einigung erzielt, wird Israel am Ende gezwungen sein, den Krieg zu beenden, ohne dass unsere Liebsten nach Hause zurückgekehrt sind«, warnte sie.

Sohn von Premier teilt Video für IDF-Aufstand

Später beteiligte sie sich an der Kundgebung an der Tel Aviver Begin Street vor dem Militärahauptquartier, die mit dem Anti-Regierungs-Protest zusammenfiel. An dieser Stelle sagte Zangauker: »Während der Sohn des Premierministers zu einem militärischen Aufstand aufruft, wird mein Sohn in Gaza als Geisel gehalten.«

Matans Mutter bezog sich dabei auf den Sohn von Premier Benjamin Netanjahu, Yair Netanjahu, der ein Video eines Reservesoldaten in den sozialen Netzwerken geteilt hatte, der mit Meuterei drohte, sollte die IDF die Hamas »nicht vollständig eliminieren«. An ihren Sohn gerichtet fügte Zangauker hinzu: »Matan, wenn du nach Hause zurückkommst, werde ich dir sagen, dass die Regierung dich – uns alle – betrogen hat!«.

»Matan, wenn du nach Hause zurückkommst, werde ich dir sagen, dass die Regierung dich – uns alle – betrogen hat!«

Einav zangauker

Bei der zentralen Kundgebung in Tel Aviv kam es zu einigen Festnahmen von Demonstranten durch die Polizei. Auch in Haifa, Caesarea und Jerusalem gab es Proteste. Hunderte versammelten sich auf dem Pariser Platz vor Netanjahus offiziellem Wohnsitz. Auch hier sprachen Angehörige von einigen der 125 Geiseln, die noch immer von Terroristen im Gazastreifen festgehalten werden.

Vor einigen Tagen hatten IDF-Soldaten in Gaza drei Leichen von Geiseln geborgen und zur Beerdigung nach Israel gebracht. Es handelt sich um Hanan Yablonka (42), Orión Hernández Radoux (30) und Michel Nisenbaum (59), die alle am 7. Oktober von Hamas-Terroristen ermordet worden waren.

In Tel Aviv standen an diesem Samstag auch drei Mütter auf der Bühne, deren Töchter in dem verstörenden Video der Hamas zu sehen sind. Ayelet Levy, die Mutter von Naama Levy, Orly Gilboa, die Mutter von Daniela Gilboa und Shira Elbag, die Mutter von Liri Elbag. In der vergangenen Woche hatten die Familien den Film veröffentlicht, um auf das grausame Schicksal ihrer Töchter aufmerksam zu machen. Die jungen Beobachterinnen der IDF wurden dabei gefilmt, wie sie am 7. Oktober aus ihrer Armeebasis von Hamas-Terroristen entführt werden – auf brutalste Weise.

Drei Mütter von Soldatinnen appellieren an die Regierung

Naamas Mutter, Ayelet Levy, appellierte an die Regierung, »von ihrer Tochter zu lernen«. Die Koalition solle die Kraft finden, sich einer unerträglich harten Realität zu stellen und Einfallsreichtum entdecken, der zu den Entscheidungen führt, die getroffen werden müssen. »Wir haben keine Zeit, sie haben keine Zeit. Wir müssen wie Naama sein. Jetzt!«

»Zeigen Sie, wie meine Tochter und wie ihre Freunde dort in der Hamas-Gefangenschaft, Mut und Entschlossenheit und bringen Sie unsere Töchter jetzt zurück«, forderte die Mutter der 19-Jährigen. »Schauen Sie direkt in ihre entsetzten Augen – und sehen Sie, dass der Terror weiterhin existiert, dass der Angriff, den wir im Video gesehen haben, immer noch stattfindet. Er ist noch nicht zu Ende ist und darüber hinaus noch weiter eskaliert.«

Naama und ihre Freunde würden »wie in einem Tierheim« warten, dass sie jemand rettet. »Doch niemand kommt. Niemand!!« Dann forderte sie noch einmal von der Regierung: »Seien Sie wie Naama! Lassen Sie nicht los, ruhen Sie nicht, bis Sie Naama und alle anderen Geiseln nach Hause gebracht haben«.

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