Fußball

Turnier-Telegramm

Unterlegen: Omri Ben Harush (2.v.l.) im Duell gegen Luca Caldirola während des Spiels Israel gegen Italien im Tel Aviver Bloomfield-Stadion am 8. Juni Foto: Flash 90

Deutschland ausgeschieden
Schon in der Vorrunde heißt es für die deutsche U21-Nationalmannschaft: Aus der Traum von der Europameisterschaft. Sie verloren am Sonntagabend gegen Spanien mit 0:1. »Wir hatten uns viel mehr vorgenommen, die Enttäuschung ist nicht in Worte zu fassen«, so Kapitän Lewis Holtby. »Aber die Spanier waren einfach besser als wir.« Schon vor dem Spiel am Mittwoch gegen Russland ist die DFB-Elf damit chancenlos. Als zweiter aus der Gruppe B werden wahrscheinlich die Holländer ins Halbfinale einziehen. Sie gewannen gegen Deutschland 3:2 und anschließend gegen Russland mit 5:1. Im Stadion in Netanja waren beim Match der Deutschen mehr als 10.000 Zuschauer anwesend, darunter die mit angereiste Delegation, angeführt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. In Israel sind ebenfalls dabei: Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, Günter Netzer und Otto Rehhagel.

Gastgeber angeschlagen
Die Gastgeber sind angeschlagen: Israels Mannschaft unterlag am Samstag gegen das italienische Team mit 4:0. Die Stimmung im Tel Aviver Bloomfield-Stadion war bestens, doch die Israelis konnten die klar überlegenen Italiener einfach nicht bändigen. Für die Sieger steht der Einzug ins Halbfinale damit schon jetzt fest. Trotz der drückenden Hitze und der Enttäuschung über das Ergebnis lobte Trainer Guy Luzon seine Elf: »Sie sind nicht verzweifelt, als sich das Spiel entwickelte. Dafür bin ich dankbar. Ein Problem mit Selbstbewusstsein haben wir jedenfalls nicht.«

Bedeutender Besuch
Die DFB-Delegation der Fußball-Größen hat am Montag gemeinsam mit dem Deutschen Botschafter Andreas Michaelis die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht und in der Halle der Erinnerung einen Kranz niedergelegt. Außerdem steht die Erneuerung des »Memorandum of Understanding« mit dem israelischen Verband auf dem Programm. Netzer entwickelte bereits in den 70er-Jahren mit Borussia Mönchengladbach eine enge Freundschaft mit Israel – zu einem Zeitpunkt, an dem die diplomatischen Beziehungen noch in den Kinderschuhen steckten. Auch Matthäus, der in der Saison 2008/09 den israelischen Erstligaklub Maccabi Netanya trainierte, pflegt nach wie vor enge Beziehungen. »Anhand unserer Delegationsmitglieder sieht man unsere langjährige Verbindung und besondere Freundschaft zu Israel«, sagte Niersbach. »Und das möchten wir bei diesem Besuch zum Ausdruck bringen.«

Große Hoffnungen
»Wir werden unser Bestes gegen England in unserem letzten Gruppenspiel geben – egal, wie unsere Chancen auf Weiterkommen aussehen«, machte der israelische Trainer Guy Luzon klar. Nach dem Sieg Norwegens (3:1) über England hat Israel zwar noch eine Möglichkeit, ins Halbfinale einzuziehen, jedoch lediglich eine theoretische. Israel müsste im Teddy-Stadion gegen England gewinnen, Norwegen gegen Italien gleichzeitig verlieren. Insgesamt müsste eine Tordifferenz von mindestens sieben Treffern herrschen. Derzeit dominiert Italien die Gruppe A.

Freundschaftliche Geste
Der DFB hat bei der U21-EM mit einer besonderen Aktion seine Verbundenheit zum Gastgeber zum Ausdruck gebracht. Das Team von Trainer Rainer Adrion wärmte sich vor seinem Auftaktspiel gegen Holland am Donnerstag in Petach Tikwa mit ganz besonderen T-Shirts auf. Auf den blauen Trikots stand in hebräischen Lettern geschrieben: »Margischim Babait« (»Wir fühlen uns wie zu Hause«). In Israel gilt das als höchstes Kompliment. »Mit den T-Shirts wollen wir unsere Verbundenheit zum Ausdruck bringen und uns bei den Israelis für die tolle Gastfreundschaft bedanken«, erklärte DFB-Teammanager Joti Chatzialexiou die Spezial-Outfits.

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