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Tier, Dank, Diversität

Durch drei teilbar: zwei Seescheiden Foto: Flash 90

Tier
Eine außerordentliche Entdeckung machten Forscher der Universität Tel Aviv: Sie fanden im Golf von Eilat eine Spezies der sogenannten Seescheide (Ascidiae oder Ascidicea), die sämtliche Organe in ihrem Körper nachwachsen lassen kann – sogar, wenn sie in drei Teile geteilt wird. Die Studie wurde von Noa Shenkar, Dorothee Huchon-Pupko und Tal Gordon von der zoologischen Fakultät an der TAU geleitet. »Dies ist eine ganz überraschende Entdeckung«, so Shenkar. »Zwar ist das Nachwachsen von Körperteilen und Organen in der Tierwelt nicht selten, etwa beim Gecko, der einen neuen Schwanz bekommen kann.« Das Nachwachsen kompletter Körpersysteme jedoch sei unbekannt.

Dank
Präsident Reuven Rivlin hat den freiwilligen Helfern seinen Dank ausgesprochen, die dabei geholfen haben, die Strände des Landes zu reinigen: »Vor nur zwei Monaten standen wir hier am Strand von Herzliya inmitten einer der schlimmsten Umweltkatastrophen, die der Staat Israel jemals gesehen hat. Es war das Ergebnis unserer fehlgeleiteten Aktionen als Menschen.« Wenn die Israelis daran arbeiteten, die Umwelt zu schützen, gehe es nicht nur um Tiere und Pflanzen, Meere und Strände, so Rivlin: »Wir schützen unser Haus.« Man müsse dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht, fügte der Präsident hinzu.

Hacker
Iranische Hacker haben das Modehaus H&M in Israel ins Visier genommen. Das berichteten israelische Medien am Wochenbeginn. Eine Gruppe mit Namen »N3tw0rm« warnte, dass sie 110 Gigabytes mit Kundendaten der Kette veröffentlichen werde, sofern man nicht den Forderungen nachkomme. Worum es sich bei diesen Forderungen handelt, wurde nicht bekannt. Verschiedene andere Unternehmen im Land sind in den vergangenen Monaten Opfer ähnlicher Cyberattacken geworden, darunter Veritas Logistic. In diesem Fall hatten die Hacker drei Bitcoin (umgerechnet etwa 170.000 US-Dollar) Lösegeld verlangt. Experten gehen davon aus, dass »N3tw0rm« zu der iranischen Hacker-Gruppe Pay2Key gehört. Die hatte sich in der Vergangenheit damit gerühmt, Israel Aerospace Indus­tries gehackt zu haben.

Diversität
Die Hebräische Universität in Jerusalem hat zum ersten Mal ein Mitglied der arabischen Gemeinde zum Vizepräsidenten ernannt. Professor Mona Khoury-Kassbari ist die neue Vizepräsidentin für Strategie und Diversität. In ihrer Rolle ist sie dafür verantwortlich, die Reihen des akademischen Lehrkörpers und der Studenten mit Mitgliedern unterrepräsentierter Gemeinden zu ergänzen, beispielsweise Ultraorthodoxe, Behinderte, Araber und Vertreter der LGBTQ-Gemeinde. Es ist auch das erste Mal, dass eine israelische Universität ein Amt einführt, das diese Bereiche stärken soll. »Ich bin zutiefst geehrt, als erste Araberin als Vizepräsidentin der Hebräischen Universität zu wirken«, so die Professorin bei ihrer Einführung. »Multikulturalismus und Diversität sind das Herz unserer Hochschule.«

Abbau
Israel muss die petrochemischen Anlagen in Haifa bis zum Jahr 2031 abbauen. Das befand ein Komitee, das unter dem Vorsitz von Professor Avi Simhon von der Regierung eingerichtet worden war. Simhon ist Leiter des nationalen Wirtschaftsrates. Er erklärte, dass der Betrieb der Ölraffination der Bazan-Gruppe beendet werden soll. Das Unternehmen existiert bereits seit der Zeit vor Staatsgründung. Schon lange gehen Gesundheitsexperten davon aus, dass Bazan für eine massive Verschmutzung und eine erhöhte Krebsrate in der Region um Haifa verantwortlich ist. Das Komitee schlägt zudem vor, das Industriegebiet in eine Wohngegend mit Bürogebäuden umzufunktionieren.

Bank
Nir Zuk, der amerikanisch-israelische Gründer der Cybersicherheitsfirma »Palo Alto Networks«, will eine neue digitale Bank in Israel eröffnen. Als Partner hat er sich einen Experten ausgesucht: Shmuel Hauser, der von 2011 bis 2017 Leiter der nationalen Sicherheitsbehörde war. Zuk habe bereits Dutzende von Millionen US-Dollar in das Vorhaben investiert, schreibt die Wirtschaftszeitung »Calcalist«. In den nächsten Wochen sollen Hunderte Millionen Dollar von Investoren eingebracht werden. Die Unternehmer hätten auch bereits eine Lizenz von der Bank of Israel beantragt, heißt es weiter. Die digitale Bank will ihren Kunden vor allem Kredite anbieten. Konten soll es indes nicht geben. Zuvor hatte bereits Amnon Shashsua die erste digitale Bank Israels eröffnet. Sie war die erste neue Finanzinstitution in Israel innerhalb von 40 Jahren.

Holocaust

»Unsere Rache an den Nazis ist, dass wir den Staat Israel haben«

Der Schoa-Überlebende Yehuda Widawski ist mit 107 Jahren gestorben. Jahrzehntelang suchte und restaurierte er jüdische Gräber in Polen

von Sabine Brandes  14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Dokumentarfilm

IDF übt scharfe Kritik an »Naza« und weist Vorwurf zum angeblich genehmigten Angriff auf 500 Zivilisten zurück

»Die IDF haben niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder durchgeführt, bei dem erwartet wurde, dass 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so viele getötet werden«, heißt es von der Armee

 14.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder – und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026