Westjordanland

Zwei Tote bei Terroranschlag auf IDF-Soldaten, Siedler greifen Ortschaft an

Israelische Soldaten am samstag bei einer Anti-Terror-Operation in Dschenin Foto: copyright (c) Flash90 2025

An einer israelischen Militärsperre im besetzten Westjordanland ist es zu einem Terroranschlag eines Palästinensers auf israelische Soldaten gekommen. Zwei Opfer starben.

»Ein Terrorist hat auf Soldaten an einem Militärposten in der Nähe von Tajasir geschossen«, teilte die Armee mit. Die Soldaten hätten den Angreifer während eines Schusswechsels getötet, hieß es. Acht Soldaten wurden verletzt, zwei davon schwer.

Radikale jüdische Siedler haben derweil palästinensischen Angaben zufolge die Ortschaft Susya im Westjordanland angegriffen. Sie hätten Steine auf mehrere Häuser geschleudert, Wassertanks zerstört und Autos beschädigt, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf die örtlichen Behörden des in der Region Masafer Jatta südlich von Hebron gelegenen Dorfes.

Der Filmemacher Basel Adra, der im vergangenen Jahr mit »No Other Land« den Dokumentarfilmpreis bei der Berlinale gewann, veröffentlichte auf der Nachrichtenplattform X mehrere Videos, die die Angreifer und Schäden zeigen sollen. »Während ich dies schreibe, bin ich von bewaffneten und maskierten Siedlern umzingelt, die einen Terrorangriff auf Masafer Jatta ausführen«, schrieb er.

Seibert kommentiert Angriff

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, teilte Adras Videos auf der Online-Plattform X und kritisierte den Angriff. »Wie kann es sein, dass so etwas fast täglich vorkommt? Es muss ernsthaft gegen diese extremistische Siedlergewalt vorgegangen werden«, schrieb er. »Es ist eine Frage der Menschenrechte (der dort lebenden Palästinenser) und der Sicherheit (denn niemand kann ein Interesse daran haben, das Westjordanland in Brand zu setzen).«

Lesen Sie auch

Bei der Berlinale hatte Adra Israel vorgeworfen, es töte zehntausende Menschen in Gaza. Ministerpräsident Netanjahu zufolge führt Israel ausdrücklich keinen Krieg gegen die Zivilbevölkerung, sondern will die Terrororganisation Hamas zerschlagen.

Die Streitkräfte (IDF) sorgten für Nachschub an Hilfslieferungen, richteten Fluchtrouten und humanitäre Zonen ein. Kritiker werfen der Armee jedoch auch vor, nicht genug Hilfen ins Land gelassen zu haben und unverhältnismäßig Krieg zu führen. Allerdings verstecken sich Hamas-Terroristen immer wieder zwischen Zivilisten, missbrauchen Hilfseinrichtungen wie die UNRWA, um dort Geiseln und Waffen zu verstecken und halten der Bevölkerung Hilfslieferungen vor.

Intifada-Wellen und Massaker

Immer wieder kommt es im Westjordanland zu Anschlägen palästinensischer Terroristen, bei denen Israelis ermordet werden. Bei den Angriffen von Siedlern auf palästinensische Ortschaften könnte es sich um Selbstjustiz handeln, die allerdings von den israelischen Behörden geahndet wird.

Sowohl die Palästinensische Autonomiebehörde als auch Israel gehen derweil in Dschenin gegen die Hamas vor.

Das Westjordanland hätte bereits vor 25 Jahren Teil eines palästinensischen Staates sein können. Die Palästinenserführer lehnten entsprechende Angebote aber mehrmals ab und weigern sich, Israel auch nur anzuerkennen. Stattdessen griffen sie Israel in Intifada-Wellen an. Am 7. Oktober 2023 folgten die Massaker der Hamas und anderer Terrorgruppen in Israel, bei denen 1200 Menschen ermordet, 251 verschleppt und viele vergewaltigt oder anderweitig gefoltert wurden. dpa/ja

Lod

Personalmangel am Flughafen Ben Gurion führt zu Gepäckchaos und Verspätungen

Mitarbeiter sagen, es gebe nicht genügend Manpower. Die Flughafenbehörde verweist hingegen auf eine Kettenreaktion durch die starke Auslastung, die Präsenz von Tankflugzeugen der USA sowie ungewöhnlich viel Flugverkehr

 20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Israel warnte Türkei vor Militäraufbau in Syrien

Israel werde keinen türkischen Militäraufbau in Syrien hinnehmen, wenn dieser sich nach Süden ausdehne und damit die Sicherheit Israels gefährde, sagt der Ministerpräsident

 20.08.2026

Archäologie

Vor 15.000 Jahren: Menschen am Carmel aßen Schlangen und Eidechsen

Die Panzerschleiche, die Pfeilnatter und die Montpellier-Schlange wurden offenbar besonders häufig verspeist

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80. Eine persönliche Würdigung von Reinhard Mohr

von Reinhard Mohr  19.08.2026

Aufarbeitung

Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Das Schicksal des palästinensischen Mädchens Hind Rajab hat Menschen auf aller Welt bewegt und empört. Nach einer Prüfung nimmt Israels Armee nun strafrechtliche Ermittlungen dazu auf

 19.08.2026

Umfrage

Immer weniger Palästinenser sympathisieren mit der Hamas

Die Hamas hat weiter an Zustimmung bei den Palästinensern verloren. Immer mehr sprechen sich für eine Verhandlungslösung und weniger für Gewalt aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage

von Andrea Krogmann  19.08.2026

Israel

Die Eindeutigkeit der Uneindeutigen

Ben Gvirs Äußerungen sind menschenverachtend und sollten von allen verurteilt werden, denen Israel am Herzen liegt. Zugleich spiegeln sie zum Glück nicht die Gaza-Politik Israels wider

von Volker Beck  19.08.2026

Hamas

In einem Monat entwaffnet?

US-Sondervermittler Jared Kushner reiste nach Israel, um die nächste Phase für den Gazastreifen zu besprechen. Er spricht von diplomatischen Erfolgen

von Sabine Brandes  19.08.2026

Syrien

In Damaskus skandieren Soldaten antisemitische Parolen

Ein im Internet kursierendes Video zeigt Angehörige der syrischen Streitkräfte, die zu Gewalt gegen Juden aufrufen

 19.08.2026