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Telefon, Fracht, Zoo

Handy gehackt: Likud-Politiker Gideon Saar Foto: Flash 90

Telefon
Nicht mehr nur das Telefon von Benny Gantz – jetzt soll auch das Handy von Gideon Saar (Likud) gehackt worden sein. Der Politiker, der es bei den Likud-Wahlen auf den fünften Platz geschafft hatte, soll ausspioniert worden sein, gab die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt Kan am Sonntag an. Angeblich habe Saar bereits vor den Wahlen im Februar davon gewusst, jedoch keinen Kommentar abgegeben. Bislang ist nicht klar, wer hinter dem Hack steckt. Bei dem Skandal um Gantz’ Telefon wurde zunächst der Iran verantwortlich gemacht. Teheran jedoch dementierte. Auch die israelische Politshow Uvda berichtete, dass nicht der Iran hinter dem Hacking stehe. Allerdings habe Teheran die Inhalte von ausländischen Hackern gekauft

Festival
Das siebte internationale Schriftstellerfestival in Jerusalem steht vor der Tür. Vom 12. bis 16. Mai werden wieder Stimmen aus aller Welt ihre Geschichten erzählen. Es geht vor allem um Immigration, Flüchtlinge und das Wandern, doch auch um Liebe und Zuneigung sowie das Ende von Beziehungen in der #MeToo-Ära. Rund um die Lesungen werden in Mishkenot Sha’ananim verschiedene kulturelle Veranstaltungen stattfinden, darunter Filmvorführungen, Literatur-Workshops und Diskussionen. Zu den Schriftstellern gehören in diesem Jahr viele, die noch nie in Israel waren, darunter Joyce Carol Oates (USA), der Gewinner des Israelpreises für Literatur 2019, Éric Vuillard (Frankreich), Andrés Neuman (Argentinien/Spanien), Sjón (Island) und Lana Lux (Ukraine/Deutschland). Bürgermeister Mosche Lion wird Oates während des Festivals mit dem Jerusalem-Preis auszeichnen.

Fracht
Verbotene Fracht hatte ein Mann im Jordantal in seinem Auto. Ein Polizeioffizier sah den Wagen, offensichtlich schwer beladen, und stoppte ihn. Im Pkw befanden sich 180 Kilogramm Avocados. Doch die grünen Früchte mit dem weichen Fruchtfleisch gehörten nicht dem 50-jährigen Fahrer. Er hatte sie offensichtlich aus einer nahe gelegenen Plantage gestohlen. Der Eigentümer des Avocado-Hains wurde ausfindig gemacht und die Früchte zu ihm zurückgebracht. Sie hatten einen Wert von rund 450 Euro. Israel kultiviert sieben Avocado-Sorten und liegt derzeit auf dem zehnten Rang der Exporteure weltweit. Die Superfrüchte bringen dem heimischen Markt rund 60 Millionen Euro jährlich.

Zoo
Er gilt als der »schlimmste Zoo der Welt«. Jetzt sind aus dem Tierpark Khan Younis in Gaza mehr als 40 Vierbeiner und Vögel gerettet worden, darunter Löwen, Füchse, Affen und Pelikane. Sie wurden von Tierärzten und Freiwilligen der internationalen Organisation »Four Paws« mit Sitz in Wien aus der Enklave geholt und nach Israel transferiert. Von hier aus sollen sie weiter nach Jordanien gebracht werden. Der Zoo hatte Schlagzeilen gemacht, als der Eigentümer zugab, dass er einer der Löwinnen die Krallen entfernt hatte, damit Besucher mit der Raubkatze spielen können. Die Tiere sind allesamt in schlechter Verfassung und unterernährt.

Stars
Tausende von Israelis kamen am vergangenen Samstag in die Menora-Mivtachim-Arena in Tel Aviv, um ihr Idol zu sehen und hören. Doch der Sänger auf der Bühne war kein berühmter einheimischer oder internationaler Star. Es war Ozcan Deniz, der Hauptdarsteller der türkischen TV-Seifenoper Istanbullu Gelin (Die Braut von Istanbul). Die ist in Israel ein riesiger Hit. Deniz stellt darin den wohlhabenden Faruk dar, der sich in die Geigerin Sureyya verliebt, doch Widerstand von seiner Mutter erfährt. Das Besondere an der Show sind die Gesangseinlagen der Hauptdarsteller. Die gab Faruk auch in Tel Aviv zum Besten – sehr zur Freude des fast durchgängig weiblichen Publikums. Deniz und seine Schauspielkollegin Asli Enver (die nicht sang) waren zuvor in den sozialen Netzwerken scharf kritisiert worden, weil sie in Israel auftreten. Sogar Todesdrohungen wurden ihnen gesandt. Sie kamen trotzdem.

Botschafter
Südafrika wird keinen neuen Botschafter nach Israel senden. Der einstige Gesandte hatte im vergangenen Jahr seine Dienstzeit beendet. »Unser Botschafter ist zurück in Südafrika und wird nicht ersetzt«, so Außenministerin Lindiwe Sisulu in Johannesburg. Das Liaison-Büro in Tel Aviv habe kein politisches Mandat, sondern sei nur für die »Ermöglichung von Beziehungen« geöffnet. Präsident Cyril Ramaphosa erklärte, dass sein Land derzeit die Botschaft in Israel »herabstuft«. Es wird davon ausgegangen, dass die Aussagen der Regierungspartei African National Congress (ANC) dazu dienen sollen, muslimische Stimmen bei den kommenden Wahlen im Mai zu sammeln.

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

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Nahost

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Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

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Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

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Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026

Gesellschaft

Gewalt in arabischen Gemeinden eskaliert: Fünf Tote in zwölf Stunden

Die Gewalt in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalem Ausnahmezustand«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Gaza

Israel meldet Tötung eines Terror-Drahtziehers

Basel Himouni, ein Hamas-Terrorist aus Hebron, hatte einen Anschlag auf Busse in Beerscheba im Jahr 2004 organisiert. Damals wurden 16 Israelisch ermordet und über 100 Menschen verletzt

 12.02.2026

Melbourne

Herzog warnt vor Judenhass in Australien

Der Staatsbesuch des israelischen Präsidenten löste Proteste im Land aus. Herzog sagte, er habe eine Botschaft des guten Willens nach Australien gebracht und hoffe auf eine Entspannung der Lage

 12.02.2026 Aktualisiert