Entwicklungshilfe

Technologie gegen Hunger

Die Länder der Arabischen Liga enthielten sich der Stimme: UN-Saal in New York Foto: imago stock&people

Mit überraschender Mehrheit haben die Vereinten Nationen eine Resolution angenommen, die von Israel eingebracht wurde. 147 Staaten stimmten in der vergangenen Woche für »Landwirtschaftliche Technologien für Entwicklung« – in Übereinstimmung mit der Agenda des UN-Generalsekretärs, Armut und Hunger weltweit abzuschaffen.

Die Länder der Arabischen Liga enthielten sich, statt wie gewöhnlich mit Nein zu stimmen. Offenbar sind auch sie an Hightech mit dem Magen David auf dem Label interessiert.

Die von Israel eingebrachte Resolution soll helfen, Entwicklungsländern den Zugang zu Innovationen im landwirtschaftlichen Sektor zu erleichtern. Israel ist seit Langem Vorreiter auf den Gebieten Bewässerung und Wassermanagement sowie Agrartechnologie und der Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen in der Landwirtschaft. Die überwältigende Zustimmung zu der Resolution ist ein Beleg dafür, wie sehr die Innovationen aus Israel international anerkannt sind und welche Bedeutung sie für viele Staaten, insbesondere Entwicklungsländer, haben.

In Bewässerung und Wasser-Aufbereitung ist Israel führend.

Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, dankte den Ländern für die Unterstützung: Israelische Technologien hätten den Staat zu einer Weltmacht in Sachen Wissen und Innovation gemacht, die zu den internationalen Entwicklungsbemühungen beitrage. »Die Länder, die uns nicht unterstützt haben, sollten diese Resolution allerdings ganz dringend umsetzen«, sagte er. »Ihr Beharren auf ihrer politischen Voreingenommenheit schadet lediglich den Bürgern dieser Länder. Denn die verlangen nach Technologien und neuen Möglichkeiten. »

FLAGGEN Dazu postete Danon die Flaggen der Länder, die mit Nein gestimmt haben: »In Venezuela verlieren die Menschen pro Jahr im Durchschnitt 19 Pfund an Körpergewicht aufgrund des Lebensmittelmangels. In Syrien leiden sieben Millionen Menschen an Hunger. In Nordkorea sind 40 Prozent der Bevölkerung von Ernährungsunsicherheit betroffen. Diese Länder haben gerade gegen eine Resolution gestimmt, die Armut und Hunger in der ganzen Welt beenden will. Und warum? Weil es eine israelische Resolution ist.«

Im Jahr 2025 wird die Hälfte der Bevölkerung auf unserem Planeten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Gegenden leben, in denen Wasserknappheit herrscht. »Sichere und dauerhaft zugängliche Wasserquellen sind wichtig für die öffentliche Gesundheit, ob es zum Trinken, für den Haushalt, die Lebensmittelherstellung oder für die Freizeit genutzt wird. Eine verbesserte Wasserversorgung, Sanitäranlagen und ein ausgeklügeltes Wassermanagement können das Wirtschaftswachstum eines Landes fördern und dabei stark zur Verringerung der Armut beitragen«, so die WHO.

Etwa 250 Unternehmen in Israel beschäftigen sich derzeit mit Wassertechnologien und exportieren nach Angaben des Wirtschaftsministeriums jährlich Know-how, Dienstleistungen und Produkte im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro. Hinzu kommen 180 Start-ups, die sich mit den Themen Aufbereitung, Entsalzung oder Wassermanagement beschäftigen.

technologie Zu den bekanntesten Produkten gehört »Netafim«, der Pionier der Tröpfchenbewässerung aus dem Kibbuz Hatzerim. Seit 1965 sind 150 Milliarden Systeme in 110 Ländern aufgebaut worden, während die Technologie, die nicht nur Wasser spart, sondern gleichzeitig den Ernteertrag steigert, stetig weiterentwickelt wurde.

Das Unternehmen »Lishtot« (hebräisch für Trinken) hat Sensoren entwickelt, die Wasser in kürzester Zeit scannen, auf Verschmutzungen untersuchen und die Ergebnisse in eine globale Datenbank einspeisen können. Damit kann ein Bild weltweiter Wasserqualität geliefert werden. »Atlantium«, gegründet 2003, ist heute weltweit führend in der UV-Technologie zur Wasserreinigung. Industrielles Abwasser wird auf diese Weise ohne schädliche Chemikalien geklärt.

Oft ist es die Not, die erfinderisch macht. So auch in Israel.

Oft ist es die Not, die erfinderisch macht. So auch in Israel. »Unsere Innovationen sind aus der Notwendigkeit geboren«, macht Adi Baruch vom israelischen Exportinstitut deutlich. Mit mehr als 60 Prozent Wüstengebiet leidet das Land unter chronischem Wassermangel. Heute sind fünf Entsalzungsanlagen in Betrieb; mehr als 80 Prozent des verbrauchten Wassers werden wiederaufbereitet und als sogenanntes Grauwasser in der Landwirtschaft genutzt.

Darüber hinaus entwickelte Israel die Wassertechnologie in den vergangenen Jahren so weit, dass das Land heute weltweit führend ist. »Wir haben die Innovation und die Technik«, so Baruch. »Jetzt stellt sich die Frage, wie wir das Ganze mit der Welt teilen können.«

MESSE Die Antwort darauf gab es auf der Messe »Watec« in Tel Aviv vom 18. bis 21. November, auf der sich alles um das kostbare Nass drehte. Tausende von Besuchern kamen aus der ganzen Welt, unter anderem Deutschland, Indien, China und den USA, während die Unternehmen des Landes ihre Produkte und Ideen zur Schau stellten. Neben der Präsentation der Innovationen wurden Diskussionen und Konferenzen zum Thema Wasser veranstaltet, zum Beispiel über »Smart Water Technologies«.

Auch der Leiter der US-Umweltbehörde, Andrew Wheeler, war bei der Watec mit dabei. Er war insbesondere daran interessiert, wie man Wasser recycelt. Während Israel rund 80 Prozent des benutzten Wassers weiterverwertet, sind es in den USA lediglich sechs. Wheeler zeigte sich beeindruckt: »Wie man an dieser Zahl sieht, können wir hier eine ganze Menge lernen.«

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