Nordisrael

Steinzeitlicher Angelplatz entdeckt

Israelische Archäologen haben im nördlichen Jordantal zahlreiche Indizien für steinzeitlichen Fischfang gefunden. Foto: Flash90

Knöcherne Angelhaken, Fischgräten und steinerne Netzsenker: Israelische Archäologen haben im nördlichen Jordantal zahlreiche Indizien für steinzeitlichen Fischfang gefunden.

Die Funde von »Jordan River Dureijat« (JRD) deuteten darauf hin, dass die Stätte im Übergang von der Alt- zur Jungsteinzeit über einen Zeitraum von 10.000 Jahren intensiv für Fischerei genutzt wurde, berichtet die Zeitung »Haaretz« am Montag unter Berufung auf ein internationales Forschungsprojekt. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der Fachzeitschrift »PaleoAntrophology« veröffentlicht.

Hula-See Das Epipaläolithikum kennzeichnet den Übergang zu Sesshaftigkeit und Landwirtschaft. Während es in Israel und der Levante zahlreiche Überreste aus dieser Zeit gebe, seien Hinweise auf eine Nutzung über einen derart langen Zeitraum selten, so die Forscher laut Bericht. Hinweise auf eine Besiedlung der Stätte am Ufer des steinzeitlichen Hula-Sees fanden die Forscher nicht. Möglicherweise machten wechselnde Pegelstände und Feuchtigkeit den Boden unbewohnbar. 

Stattdessen fand das internationale Team laut Bericht Hinweise auf eine systematische Nutzung von ganz oder teilweise im Wasser lebender Tiere wie Weichtiere, Krabben, Schildkröten und Amphibien. Unter anderem fanden sie rund 20 aufwändig gearbeitete Angelhaken aus der Natufienzeit (15.000 bis 11.500 Jahre). Ösen an den knöchernen Haken in unterschiedlichen Formen wiesen eindeutig auf die Nutzung an einer Schnur.

Kalkstein Ferner wurden rund 1000 Werkzeuge aus Basalt- und Kalkstein gefunden. Nach Einschätzung der Forscher wurden sie zur Beschwerung von Fischernetzen oder Fischfallen genutzt. Untersuchungen der tierischen Überreste an der Stätte ergaben, dass es in dem See unter anderem bis zu 2,50 Meter lange Karpfen sowie Forellen gab.

Der Fundort könne zu einem besseren Verständnis beitragen, wie sich das Ende der Eiszeit auf die Lebensbedingungen in der Levante ausgewirkt hat. »Wir untersuchen die Funde noch. Aber es ist klar, dass wir in diesen 10.000 Jahre mit kleinen Gruppen von Jägern und Sammlern beginnen und mit großen komplexen Gemeinschaften – einer Gesellschaft auf landwirtschaftlicher Basis – enden«, sagte Teamleiter Gonen Sharon vom Tel-Hai College in Galiläa. Der Fundort beschreibe beide Prozesse.

Das heute am Ostufer des Jordan gelegene Jordan River Dureijat wurde bei einer Entwässerung 1999 sichtbar. Untersuchungen der Sedimente ergaben, dass die Stätte in prähistorischer Zeit am Seeufer beziehungsweise bei hohem Pegelstand unter Wasser gelegen hat. kna

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026

Knesset-Wahl

Lapid: Öffentlichkeit hat Netanjahu-Lager »nach Hause geschickt«

Netanjahus Likud-Partei wurde zwar laut Prognosen stärkste Kraft im Parlament, kommt aber mit ihren Partnern nicht auf eine Mehrheit. Die Opposition sagt, seine Regierung sei damit »gefeuert«.

 27.10.2026

Israel

Eisenkot-Lager liegt vor Netanjahu-Lager

Die Likud-Partei des Premiers wurde allerdings ersten Prognosen zufolge stärkste Kraft. Der Wahlausgang ist alles andere als eindeutig

 27.10.2026 Aktualisiert

Entscheidung

Keine längeren Öffnungszeiten trotz hoher Wahlbeteiligung

15 Stunden haben die Israelis Zeit, ihre Stimme abzugeben. Ein Antrag, die Abstimmung zu verlängern, scheiterte

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Überschwemmungen behindern Wahl im Süden Israels

Überflutete Zufahrtsstraßen, abgeschnittene Orte: Im Süden Israels kamen manche Einwohner nicht zu ihrem Wahllokal. Reicht die Zeit noch, bevor die kleinen Wahllokale schließen?

 27.10.2026

Israel

Wer wählt wen und warum?

Von unerschütterlicher Bibi-Treue bis zur Sehnsucht nach einem Neuanfang: Wir haben Israelis gefragt, wem sie ihre Stimme gegeben haben

von Sabine Brandes  27.10.2026

Israel

Wahlbeteiligung bricht Aufzeichnungsrekord

Schon mehr als drei Millionen Israelis haben am Nachmittag ihre Stimme abgegeben - das ist der höchste in den Aufzeichnungen gemessene Wert

 27.10.2026