Syrien

Schwelende Gefahr

Iron Dome in Haifa Foto: Flash 90

Der wiedergewählte Ministerpräsident Israels, Benjamin Netanjahu, sorgt sich um die Situation beim nördlichen Nachbarn. Während der Kabinettseröffnung zum Wochenbeginn machte der Regierungschef auf die drohende Gefahr aufmerksam: »Wir müssen uns umschauen, was im Iran und den angrenzenden Regionen geschieht. Besonders im Hinblick auf die Massenvernichtungswaffen in Syrien, das mehr und mehr zerfällt.«

Er wolle vor allem politisch darauf reagieren, erklärte Netanjahu. »Zu diesem Zweck habe ich vor, die breiteste und stabilste Regierung zu bilden, damit wir zuallererst auf die Bedrohungen reagieren können.«

Rote Linie Vizepremier Silvan Schalom sagte dem Armeeradio, dass Israel vorbeugende Maßnahmen treffen würde, »wenn es so aussieht, als ob Syrien versucht, die Chemiewaffen zu verschieben«. Das würde eine rote Linie überschreiten, die man nicht ignorieren könne.

Am Sonntag hatte die Armee zwei der Raketenabwehrsysteme »Eiserne Kuppel« im Norden stationiert. Zum ersten Mal wurde eines in der Hafenstadt Haifa aufgebaut. Zwar gab das Militär an, es handele sich dabei um eine routinemäßige Umsetzung, die Medien in Israel spekulierten jedoch, dass es mit der Tatsache zusammenhänge, dass die Regierung von Präsident Baschar al-Assad in Damaskus stark bröckele.

Die Tageszeitung Yedioth Ahronoth beschreibt am Montag, dass die libanesische Hisbollah bereits in Syrien in der Nähe verschiedener Waffenarsenale Stellung bezogen habe, um zugreifen zu können, sobald sich eine Gelegenheit biete. Ein absolutes Schreckensszenario für Israel.

Einheit Denn Experten gehen davon aus, dass es sich bei den nicht-konventionellen Waffenarsenalen des syrischen Despoten um die größten der Welt handelt. Arabische Zeitungen hatten zudem berichtet, dass die USA eine spezielle Einheit gegründet haben, die aktiv werden solle, wenn das Regime fällt.

Schon lange bereitet der fast zwei Jahre andauernde Bürgerkrieg Israel großes Kopfzerbrechen. Zeitungsberichten zufolge wurde jetzt der Leiter des nationalen Sicherheitsrates, Jaakov Amidror, zu einem Blitzbesuch nach Moskau geschickt. Angeblich soll er die Verantwortlichen im Kreml überzeugen, etwas dagegen zu unternehmen, dass die Chemiewaffen in die Hände von Terrororganisationen wie Hisbollah oder Al Qaida gelangen.

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Reisen

2,4 Millionen Israel-Flugtickets könnten storniert werden

Noch immer nehmen US-Maschinen den größten Teil des Ben-Gurion-Flughafens in Beschlag. Verkehrsministerin Regev warnt vor Schäden in Milliardenhöhe

von Sabine Brandes  15.06.2026

Rehovot

Israelis entwickeln neue Methode zur Suche nach außerirdischem Leben

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben ein statistisches Analysewerkzeug entwickelt, das anhand von Molekülmustern erkennt, ob bestimmte Stoffe biologischen Ursprungs sind

 15.06.2026

Tel Aviv

Naftali Bennett: »Netanjahu kann es einfach nicht mehr«

»Er kann keine Kriege gewinnen. Er kann die Kriminalität nicht bekämpfen. Er kann die Preise nicht senken. Er kann die Ultraorthodoxen nicht in die israelische Gesellschaft integrieren«, sagt der Kandidat der Partei »Zusammen«

 15.06.2026

Kommentar

Die Welt atmet auf, viele Juden tun es nicht

Weder Hamas noch Hisbollah sind verschwunden. Das iranische Regime sitzt weiterhin in Teheran, mit derselben Ideologie, die den 7. Oktober verursacht hat

von Guy Katz  15.06.2026

Washington D.C.

Trump über Netanjahu: Er hat kein Urteilsvermögen

Der amerikanische Präsident beschwert sich über Israels jüngste Attacken auf Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt: »Warum musste Bibi einen verdammten Angriff durchführen?«

 15.06.2026

Palästinensische Gebiete

Abbas kündigt Präsidentschaftswahlen für 2027 an

Es wären die ersten seit 20 Jahren

 14.06.2026