WAHLEN IN ISRAEL

Rivlin spricht mit Gantz und Netanjahu über Regierung

Benny Gantz Foto: FLASH90

Nach der Parlamentswahl in Israel will Staatspräsident Reuven Rivlin gemeinsam mit den Chefs der beiden größten Parteien einen Weg zu einer möglichen Großen Koalition ausloten.

Rivlin habe Regierungschef Benjamin Netanjahu und dessen Rivalen Benny Gantz zu einem gemeinsamen Gespräch gebeten, teilte sein Büro am Montag mit. Bis Mittwoch wird eine Entscheidung erwartet, wen Rivlin mit der Regierungsbildung beauftragt.

BLÖCKE Das Bündnis Blau-Weiß von Oppositionsführer Gantz war mit 33 Mandanten knapp vor Netanjahus Likud mit 31 Sitzen gelandet. Keiner der beiden Blöcke kann auf eigene Faust eine Regierung bilden, eine Große Koalition oder eine Einheitsregierung unter Beteiligung des Hardliners Avigdor Lieberman gilt als möglicher Ausweg.

Rivlin muss letztlich einen der Parteichefs mit der Regierungsbildung beauftragen.

Darüber, wer daran beteiligt sein soll, haben aber beide Lager unterschiedliche Ansichten. Deshalb wurde mit Spannung erwartet, wer in den Augen von Rivlin am ehesten dazu in der Lage ist, eine mehrheitsfähige Regierung auf die Beine zu stellen.

Am Sonntag traf sich der Präsident mit den großen Parteien, am Montag mit den kleineren Fraktionen. Danach setzte er noch das gemeinsame Treffen mit Gantz und Netanjahu an.

SIGNAL »Es gibt eine Sache, bei der sich das Volk weitgehend einig ist, und zwar, dass es keine dritte Wahl geben wird«, sagte Rivlin. Bereits nach der Parlamentswahl im April war es Netanjahu nicht gelungen, eine Regierung zu bilden.

Die kleineren Parteien sprachen sich zum Teil für Gantz und zum Teil für Netanjahu als künftigen Regierungschef aus. Lieberman, dessen Partei über acht der 120 Sitze im israelischen Parlament, der Knesset, verfügt, will eine säkulare Einheitsregierung mit Blau-Weiß und Likud, ohne die religiösen Hardliner, mit denen Netanjahu bisher koalierte.

Bis Mittwoch wird seine Entscheidung erwartet, wen Rivlin mit der Regierungsbildung beauftragt.

Gantz ist grundsätzlich für eine Zusammenarbeit mit dem Likud offen, aber nur wenn Netanjahu nicht daran beteiligt ist. Dem Regierungschef droht eine Anklage wegen Korruption.

Rivlin muss letztlich einen der Parteichefs mit der Regierungsbildung beauftragen. Gelingt diesem binnen 28 Tagen nicht, eine Koalition zu bilden, könnte dann ein zweiter Kandidat zum Zug kommen. Scheitert auch er, wäre eine dritte Wahl innerhalb eines Jahres wohl nicht mehr zu verhindern.  dpa

Nahost

Israel und USA halten gemeinsam Marinemanöver ab

Im Roten Meer trainieren US- und israelische Seestreitkräfte gemeinsam – vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Iran. Beide Seiten sprechen von einer Routineübung

 03.02.2026

Tel Aviv

Geheimes Hamas-Papier: Kontrolle über Gazas Verwaltung soll trotz neuer Struktur erhalten bleiben

Die palästinensische Terrororganisation will ihren Einfluss sichern, ohne bei der neuen Verwaltung Verdacht zu erregen

 03.02.2026

Geiseln

»Wie bitte - es gab keine Dringlichkeit?«

Ehemalige Verschleppte und Angehörige fordern den Rücktritt des Koordinators Gal Hirsch nach Interviews zu Befreiungskundgebungen

von Sabine Brandes  02.02.2026

Gaza

Grenzübergang Rafah teils für Personenverkehr geöffnet

Der Übergang ist das Nadelöhr für all diejenigen, die das Kriegsgebiet verlassen wollen. Jetzt sollen einige Palästinenser nach Prüfung durch Israels Geheimdienst wieder aus- und einreisen können

 02.02.2026

Militärübung

Israelische Armee probt für Angriff des Iran

Nördlich von Gaza trainierten Soldaten die Rettung von Verschütteten aus einem künstlich angelegten Trümmerfeld, das einem zerstörten Wohngebiet nachempfunden ist

 02.02.2026

Nahost

Israel rechnet diese Woche eher nicht mit US-Schlag gegen Iran

in Jerusalem wird Berichten zufolge eher von einem Zeitfenster von Wochen als von Tagen ausgegangen

 02.02.2026

Gesellschaft

Jüdisch-arabische Allianz als »Wendepunkt«

Bei der Großdemonstration gegen Gewalt und staatliches Versagen gingen am Samstag rund 40.000 Menschen in Tel Aviv auf die Straßen

von Sabine Brandes  01.02.2026

Nahost

Aus dem Leben eines Mossad-Spions im Iran

»Arash« googelte den israelischen Geheimdienst und wurde angeheuert. Kurz vor Beginn des Zwölf-Tage-Krieges wurde er ins Land geschleust

von Sabine Brandes  01.02.2026

Jerusalem

Tote Babys in illegaler Kita

In einer charedischen Kindertagesstätte starben zwei Kinder, mehr als 50 wurden verletzt. Wegen der angeordneten Autopsie kam es zu Ausschreitungen

von Sabine Brandes  01.02.2026