Jerusalem

Proteste gegen Straßenbahn

Hightech-Verkehrsmittel für die Stadt: Jerusalemer Straßenbahn Foto: Sabine Brandes

Der geplante Verlauf neuer Straßenbahnlinien in Jerusalem sorgt erneut für Widerstand streng religiöser Bewohner. Am Mittwochabend protestierten sie mit einem Autokonvoi gegen den Bau von drei Haltestellen in dem ultraorthodoxen Viertel Geula, wie die Lokalzeitung »Kol HaIr« berichtet.

»Die geplanten Haltestellen werden den Charakter der Wohngegend zerstören und Menschen von außerhalb hineinbringen, die nicht mit dem Charakter und Lebensstil der Bewohner übereinstimmen«, zitiert die Zeitung aus einem Einspruch einer Bewohnergruppe an den zuständigen Planungsausschuss.

Netz Die »blaue Linie« soll einst auf einer Strecke von 31 Kilometern von Gilo im Süden Jerusalems bis nach Ramot und Ramat Eschkol im Nordosten der Stadt verlaufen. Zwei Kilometer der geplanten Strecke führen unterirdisch durch das Stadtviertel Geula im Stadtzentrum, einschließlich der drei Haltestellen.

Die Bewohner machen laut Bericht geltend, das ultraorthodoxe Viertel sei noch vor der Gründung des Staates 1948 entstanden. Seither erhielten seine Bewohner denselben Lebensstil und Charakter Geulas aufrecht. Die Straßenbahn bringe »Straßeneinflüsse und Konzepte« in das Viertel, die nicht mit diesem Charakter in Einklang stünden und von denen die Bewohner sich durch die Wahl des Wohngebiets distanzieren wollten. Die Straßenbahngegner kündigten demnach an, alle Rechtsmittel im Kampf gegen das Bauprojekt auszuschöpfen.

Der Planungsausschuss sagte gegenüber der Zeitung, man werde alle im zulässigen Zeitraum erhobenen Einsprüche gegen das Projekt gründlich prüfen. Auch der geplante Verlauf einer weiteren Straßenbahnlinie (grüne Linie) sorgte in der Vergangenheit für teils gewalttätige Proteste in ultraorthodoxen Vierteln Jerusalems. kna

Mailand

Israel schließt eigenes Bobteam von Olympia aus

Die Aktionen eines Athleten hätten gegen olympische Werte verstoßen, so die Begründung des Komitees

 23.02.2026

Nahost

Tucker Carlson blamiert sich in Israel

Der rechte Moderator hatte behauptet, er sei am Flughafen Ben-Gurion festgesetzt worden. Doch Videoaufnahmen zeigen ein anderes Bild

 22.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Mittlerweile hat es sich selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026

Kino

Wegen israelfeindlicher Propaganda-Rede bei Berlinale: SPD-Minister verlässt die Preisverleihung 

 21.02.2026

Berlinale

»Free Palestine« auf der Bühne

Filmemacher Abdallah Alkhatib wirft der Bundesregierung vor: »Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza«

von Katrin Richter  21.02.2026

Meinung

Endlich kehrt Ehrlichkeit in die Debatte über die UNRWA ein!

Der CDU-Antrag bringt auf den Punkt, was seit Jahren verdrängt wurde: Palästinensische Gewalt darf natürlich nicht als politisches Instrument akzeptiert werden

von Daniel Neumann  21.02.2026

Berlinale

David Cunio: »Als ich nicht sprechen konnte, habt ihr mir eine Stimme gegeben«

Die israelische Ex-Hamas-Geisel bedankte sich an einem ebenso denkwürdigen wie emotionalen Abend im Babylon-Kino bei Regisseur Tom Shoval für den Film »A Letter To David«

von Ayala Goldmann  21.02.2026

Parteitag

»Die UNRWA ist nicht reformierbar«: CDU will Zahlungsstopp

Einmütig haben die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart beschlossen, dass es künftig striktere Auflagen für deutsche Zuschüsse an die Palästinenser geben soll

von Michael Thaidigsmann  21.02.2026

Militär

Bundeswehr und IDF wollen enger zusammenarbeiten

Bei einem Besuch in Israel vereinbaren Vertreter der Bundeswehr eine engere Kooperation mit Israels Armee. Deutschland will dabei auch etwas über die Integration von Frauen ins Militär lernen

 20.02.2026