Knesset

Neuwahlen in Israel

Benjamin Netanjahu: »Das Wahljahr nähert sich.« Foto: Flash 90

Er ist immer für eine Überraschung gut. In einer dramatischen Fernsehansprache am Dienstagabend verkündete Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, es werde vorgezogene Neuwahlen geben. Als Grund gab er an, dass es ihm nicht möglich sei, den geplanten Haushalt in der gegenwärtigen Zusammensetzung der Knesset durchzubringen, was »irreversible Gefahren für die Wirtschaft« mit sich bringen könnte.

Das Volk solle so schnell wie möglich an die Urnen, sagte der Premier. Zuvor muss allerdings die derzeitige 18. Knesset aufgelöst werden. Deren Vorsitzender Reuven Rivlin kündigte bereits an, dass er das umgehend nach dem Beginn der Wintersitzungen am 15. Oktober tun werde. Rivlin lobte Netanjahus Entschluss: »Wenn es um nationale Interessen geht und die Knesset darüber nicht entscheiden kann, muss sie aufgelöst werden.«

Budget Die regierende Mehrheit ist dünn, bei 66 der 120 Sitze in der Knesset könnte praktisch jede noch so kleine Partei in der Koalition das Budget kippen. Netanjahu weiß, was auf ihn zukommen könnte: »Das Wahljahr nähert sich«, erklärte er, »und in solchen Jahren ist es schwierig für die Parteien, im Sinne des nationalen Interesses zu handeln und nicht in ihrem eigenen«.

Sollte der Haushalt nicht durchkommen, wäre eine massiv höhere Staatsverschuldung die Folge, was die Wirtschaft schädigen könnte. Damit bestehe sogar die Gefahr, dass Israels Lage so dramatisch werde wie in einigen europäischen Staaten. »Und das lasse ich hier nicht zu.« Netanjahu wolle die nationalen Interessen vor alle anderen stellen und zum Wohle Israels die Parlamentswahlen vorziehen. Auch die Gefahren durch den Iran und die Unruhen in den Nachbarländern würden für einen baldigen Urnengang sprechen. »Wir müssen sicherstellen, dass der Iran keine Atomwaffen besitzt«, machte Netanjahu erneut klar.

Gaza

Katz droht Hamas wegen Drachen mit harter Reaktion

Nachdem mehrere Drachen im israelischen Grenzgebiet zu Gaza gefunden wurden, kündigt der Verteidigungsminister gezielte Angriffe an

 23.08.2026

Nachrichten

Rückkehr, Diplomatie, Alltag

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  23.08.2026

Jerusalem

Opposition fürchtet Einflussnahme auf die Wahlen durch Netanjahu

Oppositionspolitiker Yair Golan und Naftali Bennett üben ungewohnt scharfe Kritik am Premierminister und äußern Zweifel am fairen Ablauf des Wahlkampfs

von Sabine Brandes  23.08.2026

Jerusalem

Israel-Wahl: Neue Umfrage bestätigt anhaltendes politisches Patt

Nach einer Umfrage von »Zman Israel« haben nach wie vor weder das Pro- noch das Anti-Netanjahu-Lager eine klare Mehrheit

 23.08.2026

Deutschland

Weil er sich israelsolidarisch äußerte: Mann wird mit Cuttermesser an Berliner U-Bahnhof angegriffen

Die Hintergründe

 22.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Westjordanland

Nach Messerangriff: Terrorist in Dschenin getötet

Der Mann hatte versucht, Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Wie sich herausstellte, war er der Vater eines prominenten Terroristen

 21.08.2026

Terror

Israelische Armee tötet Hamas-Kommandeur, der am 7. Oktober beteiligt war

Bei dem Getöteten handelt es sich laut IDF um Sobhi Sami Mahmoud Shahtot. Er soll als Zugführer der Hamas tätig gewesen sein und verschleppte Israelis bewacht haben

 21.08.2026

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026