Krieg gegen Iran

Netanjahu frustriert über Aufstand-Versprechen des Mossad

Foto: Montage: Marco Limberg

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll intern zunehmend frustriert darüber sein, dass ein erwarteter Aufstand im Iran bislang ausgeblieben ist. Das berichtet »The New York Times« unter Berufung auf frühere und aktuelle Regierungsbeamte aus Israel und den USA.

Demnach hatte der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad vor Beginn des Krieges Szenarien entwickelt, wonach durch gezielte Operationen eine breite Protestbewegung im Iran ausgelöst werden könne. Ziel sei es gewesen, die Führung in Teheran zu destabilisieren und letztlich einen Zusammenbruch des Systems herbeizuführen.

Nach Darstellung des Berichts soll Netanjahu diese Überlegungen auch in Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump aufgegriffen haben, um Unterstützung für ein militärisches Vorgehen zu gewinnen. Inzwischen hätten jedoch sowohl amerikanische als auch israelische Vertreter erhebliche Zweifel, ob ein Machtwechsel im Iran auf diesem Weg realistisch ist.

Interne Kritik und Zweifel

Statt eines Aufstands habe sich die iranische Führung bislang konsolidiert. Beobachter gehen davon aus, dass die Repressionen gegen frühere Protestbewegungen sowie die aktuelle Kriegslage viele potenzielle Demonstranten abschrecken.

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Hinter den Kulissen habe Netanjahu seinen Unmut deutlich gemacht, berichtet »The New York Times« weiter. Er habe sich darüber beklagt, dass sich die Zusagen des Mossad, einen Aufstand im Iran anzustoßen, »nicht materialisiert haben«.

Auch in internen Sicherheitsbesprechungen soll der Regierungschef die Umsetzung der Strategie infrage gestellt haben. Dem Bericht zufolge äußerte er zudem die Sorge, Washington könne den Militäreinsatz jederzeit abbrechen.

Uneinigkeit über Chancen

Innerhalb der Sicherheitsapparate gibt es offenbar unterschiedliche Einschätzungen. Während der derzeitige Mossad-Chef auf die Möglichkeit eines Regimewechsels gesetzt habe, seien andere Stimmen deutlich skeptischer. Bereits vor dem Krieg hätten einige Experten bezweifelt, dass äußere Einflüsse einen flächendeckenden Aufstand auslösen könnten.

Ein ehemaliger US-Unterhändler wird in dem Bericht mit den Worten zitiert: »Viele Menschen gehen nicht auf die Straße, weil sie erschossen werden würden.« Zudem gebe es einen großen Teil der Bevölkerung, der zwar unzufrieden sei, aber nicht bereit, dafür sein Leben zu riskieren.

Trotz der ausbleibenden Proteste halten israelische Vertreter öffentlich weiterhin an der Möglichkeit eines Umsturzes fest. Netanjahu selbst hatte zuletzt erklärt, ein solcher Ausgang sei nicht sicher, bleibe aber ein Ziel der aktuellen Politik. Es gehe darum, »die Bedingungen zu schaffen, damit das iranische Volk seine Freiheit ergreifen kann«. im

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