Jerusalem

Mutmaßlicher Sektenchef in Israel festgenommen

Die israelische Polizei ermittelt (Symbolfoto). Foto: imago

Die israelische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Mann festgenommen, der mit 50 Frauen in einer abgeschotteten Anlage im Zentrum Jerusalems gelebt haben soll. Der etwa 60 Jahre alte Mann soll die Frauen jahrelang in sklavenartigen Zuständen gehalten haben, teilte die Polizei mit. Demnach sollen sie auch Berufe ausgeübt haben, die er genehmigt habe. Acht Frauen seien festgenommen worden, die dem Mann geholfen haben sollen.

Nach einem Bericht der Nachrichtenseite »ynet« handelt es sich bei dem Mann um einen Rabbiner und bei der Gruppe um eine ultrareligiöse jüdische Sekte. Unter den festgenommenen Frauen soll demnach auch dessen Ehefrau sein. Der Rabbiner habe zu den Vorwürfen gesagt: »Keiner glaubt, dass das stimmt.« Laut »ynet« haben Frauen, die die Sekte verlassen hatten, bei der Polizei ausgesagt.

Auf Videos der Polizei waren düstere Räume in einem vollgestopften Gebäude zu sehen, in dem der Putz von der Wand abblätterte. Zahlreiche Plastikschränke und zum Teil dreigeschossige Stockbetten standen in den engen Räumen.

Die Behörden hätten zuvor mehrere Hinweise erhalten und verdeckt ermittelt, teilte die Polizei mit. Die Ermittler hätten entsprechende Beweise gesammelt, wonach der Mann als Kopf der Gemeinschaft fungiert habe. Die Frauen seien von der Gesellschaft und ihren Familien abgeschottet gewesen. Außerdem seien Kinder bis zum Alter von fünf Jahren komplett isoliert in dem Wohngebäude gehalten worden.

Der Mann habe die Frauen auch auf verschiedene Arten bestraft und ihnen Geld gestohlen. Das Geld, das die Frauen für verschiedene Tätigkeiten verdienten, sei zum Teil ebenfalls direkt an ihn gegangen.  dpa

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026