Jerusalem

Mutmaßlicher Sektenchef in Israel festgenommen

Die israelische Polizei ermittelt (Symbolfoto). Foto: imago

Die israelische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Mann festgenommen, der mit 50 Frauen in einer abgeschotteten Anlage im Zentrum Jerusalems gelebt haben soll. Der etwa 60 Jahre alte Mann soll die Frauen jahrelang in sklavenartigen Zuständen gehalten haben, teilte die Polizei mit. Demnach sollen sie auch Berufe ausgeübt haben, die er genehmigt habe. Acht Frauen seien festgenommen worden, die dem Mann geholfen haben sollen.

Nach einem Bericht der Nachrichtenseite »ynet« handelt es sich bei dem Mann um einen Rabbiner und bei der Gruppe um eine ultrareligiöse jüdische Sekte. Unter den festgenommenen Frauen soll demnach auch dessen Ehefrau sein. Der Rabbiner habe zu den Vorwürfen gesagt: »Keiner glaubt, dass das stimmt.« Laut »ynet« haben Frauen, die die Sekte verlassen hatten, bei der Polizei ausgesagt.

Auf Videos der Polizei waren düstere Räume in einem vollgestopften Gebäude zu sehen, in dem der Putz von der Wand abblätterte. Zahlreiche Plastikschränke und zum Teil dreigeschossige Stockbetten standen in den engen Räumen.

Die Behörden hätten zuvor mehrere Hinweise erhalten und verdeckt ermittelt, teilte die Polizei mit. Die Ermittler hätten entsprechende Beweise gesammelt, wonach der Mann als Kopf der Gemeinschaft fungiert habe. Die Frauen seien von der Gesellschaft und ihren Familien abgeschottet gewesen. Außerdem seien Kinder bis zum Alter von fünf Jahren komplett isoliert in dem Wohngebäude gehalten worden.

Der Mann habe die Frauen auch auf verschiedene Arten bestraft und ihnen Geld gestohlen. Das Geld, das die Frauen für verschiedene Tätigkeiten verdienten, sei zum Teil ebenfalls direkt an ihn gegangen.  dpa

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl in Israel: Behörden sehen keine Beweise für Betrug

Den Vorwurf der ausländischen Einflussnahme auf die Knesset-Wahl nimmt die Wahlkommission aber ernst

 29.10.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  29.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlkommission fordert Untersuchung möglicher ausländischer Einflussnahme

»Es wurden ernsthafte Verdachtsmomente an mich herangetragen«, sagt der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Noam Sohlberg

 29.10.2026

Jerusalem

Herzog will Neuwahlen vermeiden

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse appelliert der israelische Präsident an die politischen Lager, sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen kompromissbereit zu zeigen

 29.10.2026

Jerusalem

Auszählung der »Sonderstimmen« in Israel hat begonnen

Die Stimmen von Soldaten, medizinischem Personal, Patienten sowie israelischen Diplomaten im Ausland könnten die Sitzverteilung in der Knesset noch verändern

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl-Patt in Israel: Netanjahu und Eisenkot suchen Partner

Kein Lager hat eine Mehrheit, die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Während erste Gespräche laufen, erhebt Netanjahus Partei schwere Wahlbetrugsvorwürfe

 29.10.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026