Jerusalem

Mutmaßlicher Sektenchef in Israel festgenommen

Die israelische Polizei ermittelt (Symbolfoto). Foto: imago

Die israelische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Mann festgenommen, der mit 50 Frauen in einer abgeschotteten Anlage im Zentrum Jerusalems gelebt haben soll. Der etwa 60 Jahre alte Mann soll die Frauen jahrelang in sklavenartigen Zuständen gehalten haben, teilte die Polizei mit. Demnach sollen sie auch Berufe ausgeübt haben, die er genehmigt habe. Acht Frauen seien festgenommen worden, die dem Mann geholfen haben sollen.

Nach einem Bericht der Nachrichtenseite »ynet« handelt es sich bei dem Mann um einen Rabbiner und bei der Gruppe um eine ultrareligiöse jüdische Sekte. Unter den festgenommenen Frauen soll demnach auch dessen Ehefrau sein. Der Rabbiner habe zu den Vorwürfen gesagt: »Keiner glaubt, dass das stimmt.« Laut »ynet« haben Frauen, die die Sekte verlassen hatten, bei der Polizei ausgesagt.

Auf Videos der Polizei waren düstere Räume in einem vollgestopften Gebäude zu sehen, in dem der Putz von der Wand abblätterte. Zahlreiche Plastikschränke und zum Teil dreigeschossige Stockbetten standen in den engen Räumen.

Die Behörden hätten zuvor mehrere Hinweise erhalten und verdeckt ermittelt, teilte die Polizei mit. Die Ermittler hätten entsprechende Beweise gesammelt, wonach der Mann als Kopf der Gemeinschaft fungiert habe. Die Frauen seien von der Gesellschaft und ihren Familien abgeschottet gewesen. Außerdem seien Kinder bis zum Alter von fünf Jahren komplett isoliert in dem Wohngebäude gehalten worden.

Der Mann habe die Frauen auch auf verschiedene Arten bestraft und ihnen Geld gestohlen. Das Geld, das die Frauen für verschiedene Tätigkeiten verdienten, sei zum Teil ebenfalls direkt an ihn gegangen.  dpa

Israel

Auf frischer Tat gerettet

Eine Raubgrabung fördert 2000 Jahre alte Geschichte zutage und führt zu einer antiken Steinwerkstatt

von Sabine Brandes  25.02.2026

Wirtschaft

»Tropfenwunder« zu verkaufen

Das Bewässerungsunternehmen »Netafim« ist eine der größten Erfolgsgeschichten des Landes. Nun soll es offenbar von einem chinesischen Investor übernommen werden

von Sabine Brandes  25.02.2026

Analyse

Die Uhr tickt

Zwischen Abschreckung, Drohgebärden und Überlastung: Warum die Krise zwischen den USA und dem Iran für den jüdischen Staat brandgefährlich ist

von Sabine Brandes  25.02.2026

Kairo

PLO-Funktionär weist Forderung nach Entwaffnung der Hamas zurück

Scharf wandte sich der PLO-Politiker auch gegen Forderungen nach Reformen der Palästinensischen Autonomiebehörde. Die Pay-for-Slay-Politik will er weiterführen

 25.02.2026

Tel Aviv

Wegen Eskalation mit Iran: Ishay Ribo streicht US-Tour

Der israelische Künstler war schon am Flughafen Ben-Gurion, als er sich zur Absage entschied

 25.02.2026

Botschafter in Tel Aviv

Auch Lambsdorff will in Israel Hebräisch lernen

Im Sommer soll der Diplomat Steffen Seibert als Deutschlands Botschafter in Tel Aviv ablösen. Jetzt verrät Alexander Graf Lambsdorff, warum er sich auf die neue Aufgabe freut

 25.02.2026

Tel Aviv

Klimawandel unter der Stadt: Kampf gegen steigende Grundwasserstände

»Das Problem ist nicht so akut wie eine iranische Rakete«, sagt ein Experte. »Wir haben Zeit, uns vorzubereiten. Wenn wir sie nicht nutzen, werden wir Schwierigkeiten bekommen.«

 25.02.2026

Staatsbesuch

Modi will strategische Partnerschaft in Israel verbessern

Modis dicht gedrängtes Programm führt den indischen Premier vom Flughafen direkt zu politischen und wirtschaftlichen Terminen in Jerusalem. Eine Rede vor der Knesset ist vorgesehen

 25.02.2026

Nahost

Deutschland warnt Bürger in Israel

Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran mit Folgen auch für Israel hat das Auswärtige Amt Deutsche vor Ort zu Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen

 24.02.2026