Nachrichten

Medaillen, Kosten, Schutz

Gold für Bodenturner Artem Dolgopyat Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Medaillen
Der israelische Turner Artem Dolgopyat hat am Sonntag bei den Europameisterschaften im Kunstturnen in München die Goldmedaille im Bodenturnen geholt. Der 25-Jährige gewann damit zum zweiten Mal in seiner Karriere diesen Titel. »Ich bin gerade sehr müde, aber glücklich«, sagte er anschließend. Er habe ein kleines Problem mit seinem Bein, was die Vorbereitungen beeinträchtigt hatte, »aber ich habe getan, was ich konnte«. Einige Tage zuvor hatte die israelische Schwimmerin Anastasia Gorbenko eine Goldmedaille bei den Schwimm-Europameisterschaften in Rom geholt. Damit belegte die 19-Jährige zum zweiten Mal in Folge in diesem Wettbewerb den ersten Platz über 200-Meter-Lagen der Frauen.

Schutz
Tel Aviv hat eine neue Unterkunft für obdachlose Menschen eröffnet. Das Haus werde nach Angaben der Stadtverwaltung »eine geräumige, sichere, zuverlässige, respektable und respektvolle Unterkunft sein, die den Bewohnern Bettzeug, Verpflegung, Duschen, Wäscheservice, Schließfächer und Überweisungen zu medizinischen Behandlungen bieten wird.« Bürgermeister Ron Huldai sagte: »In der Stadt gibt es jene, die mehr Aufmerksamkeit benötigen als andere. Das Haus bietet Schutz, ein Dach und eine warme Ecke für alle, denen ein familiäres oder soziales Netzwerk fehlt. Für sie ist es ein Zuhause«. Die Unterkunft wurde von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Stiftung Tel Aviv und der Organisation La’Sova auf drei Stockwerken an der Elisabeth-Berger-Straße errichtet.

Kosten
Das Israel Democracy Institute hat in einer Umfrage herausgefunden, was die Israelis vor den nächsten Knessetwahlen am meisten bewegt: die hohen Lebenshaltungskosten. »44 Prozent der Befragten gaben an, am meisten daran interessiert zu sein, welchen Plan die jeweilige Partei in wirtschaftlichen Fragen hat und wie sie das Problem der hohen Kosten für das Leben in Israel bewältigen will«, heißt es in dem Bericht. Die größte finanzielle Belastung stellen Essen und Wohnen dar, gaben 26 Prozent an. Dahinter rangieren Energiekosten und Steuern mit 15,5 Prozent. 85 Prozent der Israelis sind übrigens sicher, dass die Lebenshaltungskosten in Israel im Vergleich zu den meisten westlichen Ländern höher sind.

Koffer
Die oft schleichende Gepäckverladung aufgrund des Personalmangels an vielen Flughäfen hat der israelischen Polizei einen aufsehenerregenden Fund beschert. Sie entdeckte bei Röntgenkontrollen einen versteckten Drogentransport. Die in Alufolie eingewickelten sieben Kilo Amphetamine im Wert von etwa 600.000 Dollar befanden sich in einem doppelten Boden. Die Beamten des Ben-Gurion-Flughafens ließen das Gepäckstück zu der Adresse in Jerusalem schicken, die ihr Besitzer im Fundbüro angegeben hatte. Der Eigentümer tauchte tatsächlich auf, um seine Tasche entgegenzunehmen – und wurde festgenommen.

Spyware
Die israelische Cyberfirma NSO Group, bekannt für ihre Pegasus-Spyware, entlässt etwa 100 Mitarbeiter und ersetzt ihren Geschäftsführer Shalev Hulio, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens. Man versuche derzeit, einen neuen Käufer zu finden, nachdem ein Deal über den Verkauf an das amerikanische Rüstungsunternehmen L3Harris gescheitert war. NSO erwartet angeblich, dieses Jahr mit einem Umsatz von 150 Millionen US-Dollar abzuschließen. Bekannt ist allerdings auch, dass sich das Unternehmen in einer finanziellen Notlage befindet, seit das US-Handelsministerium es im November auf die schwarze Liste gesetzt hatte, als unter anderem bekannt wurde, dass einige afrikanische Staaten die Pegasus-Software dazu verwendet hatten, Angehörige des US-Außenministeriums auszuspionieren.

Sport
Die Universität Tel Aviv hat ein Stipendienprogramm für internationale studentische Sportler ins Leben gerufen – das erste seiner Art an einer Universität in Israel. Bereits im kommenden akademischen Jahr soll die erste Gruppe begrüßt werden. Der »Sports Scholarship Fund«, finanziert durch eine Spende der israelisch-britischen Philanthropin Linda Streit, wird talentierte Sportler im Alter zwischen 17 und 30 Jahren unterstützen. Teilnahmeberechtigt sind Bewerber aller Nationalitäten. Sie haben die Möglichkeit, in einem der fast zwei Dutzend englischsprachigen Programme zu studieren und zugleich an der Universität zu trainieren. Von den Empfängern wird erwartet, dass sie am israelischen Spitzensport teilnehmen und bei internationalen Wettbewerben für das Land antreten.

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Nachrichten

Licht, Erfolg, Reise

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  06.05.2026

Wahlkampf

Alte Bekannte, neue Bündnisse

Der Kampf um die Sitze in der nächsten Knesset hat begonnen. Eine drusische Partei sorgt für besonderes Aufsehen – und für überraschende Möglichkeiten

von Sabine Brandes  06.05.2026

Washington D.C.

Demokraten drängen Trump zu Klarheit über Israels Atomprogramm

In einem Schreiben an Außenminister Marco Rubio verlangen mehr als zwei Dutzend Parlamentarier detaillierte Informationen über das Programm

 06.05.2026

Bildung

Israelische Hochschulen unter den weltweit besten Gründer-Schmieden

Zwei Universitäten im jüdischen Staat schaffen es in die Top 10

 06.05.2026

Mount Asahi

Israelin stirbt bei Bergtour in Japan

Auf dem Mount Asahi wurden die sterblichen Überreste von Tevel Shabtai von einem israelischen Rettungsteam gefunden

 06.05.2026

Nahost

Rubio: »Die Operation Gewaltiger Zorn ist abgeschlossen«

»Jetzt widmen wir uns dem Projekt Freiheit«, betont der amerikanische Außenminister

 05.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  05.05.2026

Berlin

Deutschland und Israel demonstrieren Einigkeit in Iran-Frage

Die Außenminister Deutschlands und Israels zeigen einen engen Schulterschluss gegen den Iran - reden aber auch kritisch miteinander

von Ulrich Steinkohl  05.05.2026