Massage
Die Tel Aviver Stadtbahn wird zusehends zur Wohlfühloase. Neben der japanischen
Reisspezialität Onigiri aus speziellen Kühlautomaten gibt es jetzt auch frisch gepressten Orangensaft. An manchen Stationen sind zudem Massageliegen aufgestellt worden, um gestressten Pendlern einige Minuten Entspannung zu ermöglichen – und das ganz ohne Bezahlung. »Wir sind im Alltag oft so angespannt, vor allem wir Israelis, da wollte ich den Menschen etwas Gutes tun«, erzählte die ausgebildete Masseurin Sharon. Die Fahrgäste dankten es ihr zwar nicht mit Geld, aber mit einem breiten Lächeln.
Kibbuz
Der Kibbuz Nahal Oz hätte am 7. Oktober 2023 sein 70-jähriges Bestehen feiern sollen. Stattdessen geschah das Massaker der Hamas. 15 Mitglieder wurden ermordet, von acht Entführten kamen nur sechs lebend zurück. Drei Jahre später sind die meisten sichtbaren Schäden in Nahal Oz beseitigt und mehr als drei Viertel der Überlebenden zurückgekehrt. Die Kampfspuren an den Wohnhäusern der Kibbuzmitglieder sind inzwischen beseitigt, die Arbeiten an gemeinschaftlich genutzten Räumen weit fortgeschritten. Der Geist des Kibbuz sei ungebrochen, sagen die Bewohner, aber die Wunden und das Trauma bleiben. Im Vergleich zu benachbarten Kibbuzim war das Ausmaß der Zerstörung durch die Hamas in Nahal Oz geringer, dank der Soldaten vor Ort, die gegen die Terroristen kämpften.
Opposition
Das US-amerikanische TIME Magazine hat die »TIME100 Next-Liste« für 2026 veröffentlicht. Darin werden die aufstrebenden und einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt aufgeführt. Auf der renommierten Liste steht auch die Knesset-Abgeordnete Naama Lazimi von der Partei »Die Demokraten«. Die 40-Jährige wurde in der Kleinstadt Migdal HaEmek im Norden Israels geboren, was oft als »Peripherie« bezeichnet wird. Heute lebt sie in Haifa. Die Tochter einer marokkanisch-jüdischen Familie studierte Politikwissenschaft und Geschichte des jüdischen Volkes. Nach ihrem Militärdienst engagierte sie sich in der Gewerkschafts- und Sozialbewegung, arbeitete als parlamentarische Beraterin und war später in der Organisation »Peace Now« aktiv. In der Begründung für die Auswahl wurde Lazimi als »Superstar der israelischen Linken« bezeichnet.
Film
Die israelischen Streitkräfte (IDF) haben in einer ausführlichen Stellungnahme auf den Dokumentarfilm NAZA der israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor reagiert. Die Armee weist die darin erhobenen Vorwürfe zurück und wirft den Machern vor, Abläufe der israelischen Zielplanung verkürzt darzustellen, Aussagen anonym gebliebener Gesprächspartner nicht ausreichend überprüft und wesentlichen Kontext des Gaza-Krieges ausgelassen zu haben. Der Film zeichne ein »verzerrtes, irreführendes und unredliches Bild« der Planung und Durchführung israelischer Angriffe, heißt es in dem zehnseitigen Dokument. Die Darstellung beruhe auf »erheblichen sachlichen Fehlern«, die aus einer »verfälschten und manipulativen Darstellung der Realität« resultierten, heißt es in der Erklärung.
Vögel
In den vergangenen Tagen sind die ersten Kraniche in Israel gelandet. Die Vögel stammen vorwiegend aus Nordrussland sowie aus Finnland und Estland. Es handelt sich meist um Familienverbände, zu denen auch die im Frühjahr geschlüpften Jungvögel gehören. Das Hula-Tal im oberen Galil liegt direkt auf ihrer Zugroute nach Afrika und dient den Vögeln dank des reichhaltigen Nahrungsangebots und des sicheren Lebensraums als wichtiger Rastplatz, an dem sie sich ausruhen und neue Energie tanken können. Sie gesellen sich zu einer Vielzahl anderer Vogelarten, die bereits in der Gegend heimisch sind, darunter Flamingos, Löffler, Wattvögel, Ibisse und Reiher.
