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Löwen, Kamm, Gebühren

Gefährdete Art: asiatische Löwen Foto: Getty Images/iStockphoto

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Löwen, Kamm, Gebühren

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  13.11.2022 08:55 Uhr

Löwen
Im Biblischen Zoo in Jerusalem wurden zwei asiatische Löwenbabys geboren. Die Eltern sind die neunjährige Yasha, die aus einem deutschen Tierpark nach Israel kam, und der elfjährige Löwe Gere, der ursprünglich in Schweden zu Hause war. Yasha brachte die Jungen nach einer dreieinhalbmonatigen Schwangerschaft zur Welt. Der Zoo hat sich mit der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) zusammengetan, um ein Zuchtprogramm zur Erhaltung des gefährdeten asiatischen Löwen zu entwickeln. Einst war die Großkatze in ganz Asien und Griechenland weit verbreitet. Doch aufgrund exzessiver Jagd während der Kreuzfahrerzeit galt sie als ausgestorben. Heute sind asiatische Löwen in freier Wildbahn nur noch in einem sehr kleinen Teil Indiens zu finden.

Kamm
Bislang waren in Israel keine aussagekräftigen kanaanäischen Inschriften entdeckt worden. Doch jetzt wurde ein ganzer Satz auf Kanaanitisch gefunden, der auf etwa 1700 v.d.Z. datiert wird. Er ist auf einem kleinen Kamm aus Elfenbein eingraviert und stellt eine Art Zauber oder einen Sinnspruch gegen Läuse dar. Das Alphabet wurde um 1800 v.d.Z. erfunden und von den Kanaanitern und später den meisten anderen Völkern der Welt verwendet. Der Kamm ist in Tel Lachisch von einem Team der Hebräischen Universität in Jerusalem und der Southern Adventist University der USA ausgegraben worden. Es befinden sich darauf 17 kanaanäische Buchstaben. Sie sind in ihrer Form archaisch, eine erste Stufe der Erfindung der Alphabetschrift. Die Wörter lauten: »Möge dieser Stoßzahn die Läuse in dem Haar und dem Bart ausrotten.«

Gebühren
Bankkunden in Israel könnten bald niedrigere Gebühren für ihre Girokonten zahlen. In einem Entwurf hat die Bankenaufsicht eine Aktualisierung der Gebührenermittlung mit dem Titel »Reform der Bankgebühren für Haushalte und kleine Unternehmen« veröffentlicht. Darin wird vorgeschlagen, die Methode zur Erhebung von Girokontogebühren grundsätzlich zu überarbeiten und auf einen Mechanismus umzustellen, der besser auf die Kunden zugeschnitten ist. Israelische Banken bieten bislang nur zwei Möglichkeiten zur Berechnung der Girokontogebühren an: eine separate Gebühr für jede einzelne Transaktion oder einen Basisdienst, bei dem aber auch zusätzliche Kosten anfallen können.

Journalistin
Nach einer Karriere von über 40 Jahren verkündete Rina Matzliach von Kanal 12, eine der renommiertesten Journalistinnen Israels, am Wochenanfang ihr Ausscheiden. Als Grund für ihren Abgang gab sie ihre Sorge an, dass die neue Regierung aus dem Likud, ultraorthodoxen und rechtsextremen Parteien die Meinungsfreiheit einschränken würde. »Viele Jahre hat mich dieser Beruf geprägt, und ich habe jede Minute genossen.« Doch nach Tausenden von Hassnachrichten sei etwas in ihr zerbrochen. »Der Beruf, meine lieben Freunde«, schrieb sie weiter, »ist also der Journalismus – aber eure Mission ist die Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit.«

Sandalen
Shoresh, israelischer Hersteller für Trekking-Sandalen, ist das erste Produktionsunternehmen des Landes und eines der ersten der Welt, das vom Stromnetz getrennt vollständig von seiner eigenen Solarenergie versorgt wird. Energieministerin Karine Elharrar beschrieb dies als »Pionierarbeit im wahrsten Sinne des Wortes«. Firmenchef Yoram Gill erklärte, dass das in der Fabrik entwickelte »Microgrid-Modell« ein Beispiel für kleine und mittlere Unternehmen sei, um in nur drei Jahren auf null Emissionen umzusteigen. 1989 von Gill und seiner Frau Daniella gegründet, erzielt Shoresh heute einen Jahresumsatz von rund 72 Millionen Euro und beschäftigt 300 Mitarbeiter in seiner Fabrik in Tirat Carmel in Galiläa.

Müll
Forscher der Universität Tel Aviv meinen, die Ergebnisse ihrer neuen Studie könnten dem Staat mehr als 50 Millionen Euro einsparen, wenn Drohnen künftig illegale Bauschutthalden kartieren. In der Pilotstudie bewerteten die Forscher die Menge und den Inhalt von Bauabfällen, die an nicht genehmigten Standorten deponiert wurden. Sie stellten fest, dass es möglich sei, einen erheblichen Teil des Abfalls durch Luftkartierung und die anschließende Verwendung von umweltökonomischen Modellen zu recyceln. Die Untersuchung wurde von Vered Blass und dem Doktoranden Adi Mager aus dem Bereich Umwelt- und Erdwissenschaften geleitet.

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