Archäologie

Kreuzfahrerweingut in Nordisrael gefunden

Fundort des Weinguts: das nordisraelische Dorf Mi’ilja Foto: Flash 90

Archäologen haben bei einer privaten Grabung unter einem Wohnhaus im nordisraelischen Dorf Mi’ilja ein Weingut aus der Kreuzfahrerzeit gefunden. Es könnte sich um die größte bisher bekannte Kellerei aus dieser Zeit handeln, berichtete die Tageszeitung »Haaretz« am Montagabend.

Die Kellerei verfügte laut Bericht über zwei parallel verlaufende Tretböden, die in eine große in der Römerzeit in den Felsboden gehauene Grube abflossen.

überreste Es handelt sich demnach um das einzige bekannte mittelalterliche Weingut mit doppeltem Tretboden. Weingüter dieser Größe aus der Kreuzfahrerzeit seien bisher nicht bekannt, sagte Rabei Khamisy, leitender Archäologe von der Universität Haifa. Über dem Weingut fanden die Forscher Überreste aus mamelukischer und osmanischer Zeit.

Die Besitzerin plant demnach, das Haus in ein Hotel-Restaurant umzuwandeln. Die Überreste des Weinguts sollen künftig durch einen Glasboden für die Öffentlichkeit sichtbar sein. Ferner soll ein Privatmuseum Funde von der Eisenzeit bis heute zeigen.

Die 2017 begonnenen Grabungen sowie an einer mittelalterlichen Schlossfestung gehen auf eine Eigeninitiative der Dorfbewohner zurück.

Die 2017 begonnenen Grabungen unter dem Haus sowie an einer mittelalterlichen Schlossfestung gehen laut Bericht auf eine Eigeninitiative der Dorfbewohner zurück. Mit privaten Spenden in Höhe von umgerechnet rund 75.000 Euro ermöglichten sie die Teilrestaurierung der vom Verfall gefährdeten Anlage.

antikenbehörde Die Israelische Antikenbehörde (IAA) hatte die Kosten auf eine vollständige Restaurierung zuvor auf umgerechnet 750.000 Euro geschätzt. Alle Grundstücke Mi’iljas einschließlich der Festung sind in Privatbesitz. Bau- und Instandsetzungsarbeiten benötigen die Genehmigung der IAA.

Frühere archäologische Grabungen in Mi’ilja deuten auf eine Besiedlung seit der späten Bronzezeit hin. Das heute von rund 3200 melkitisch griechisch-katholischen Christen bewohnte Dorf trug im Königreich Jerusalem der Kreuzfahrer den Namen »Castellum Regis«. Die erste Nennung in Kreuzfahrerzeit findet sich aus dem Jahr 1160, als König Balduin III. Castellum Regis zusammen mit umliegenden Siedlungen an einen Ritter namens Johannes von Haifa übertrug.  kna

Nachrichten

Geisel, Hamas, Charedim

Kurzmeldungen aus Israel

 22.07.2026

Jerusalem

Bericht: Kabinett billigte Maßnahmen gegen Siedlergewalt

Ministerpräsident Netanjahu bezeichnet die Gewalt extremistischer Siedler gegen Palästinenser als ein »metastasierendes Krebsgeschwür«

 22.07.2026

Medallienregen

Israelische Schüler holen 13 Medaillen bei internationalen Wissenschafts-Olympiaden

Besonders erfolgreich war das israelische Team bei der Internationalen Physik-Olympiade in Kolumbien

 22.07.2026

Jerusalem

Herzog warnt vor Gewalt im Wahlkampf: »Wahlen sind kein Bürgerkrieg«

Der Präsident appelliert an Politiker, Kandidaten und Wahlkampfhelfer aller Parteien, »rote Linien« nicht zu überschreiten

 22.07.2026

Beit Lid

Nach Festnahme eines Wehrdienst-Verweigerers: Tausende Haredim demonstrieren

Einzelne Teilnehmer versuchten, einen Zaun vor dem Gefängnis niederzureißen

 21.07.2026

Flugverkehr

Wegen des Krieges: Dutzende Flugausfälle pro Tag möglich

Die Amerikaner wollen weitere fliegende Tanker schicken. Die Konsequenzen: Tausende Passagiere pro Tag könnten ohne Flugverbindung dastehen

 21.07.2026

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026