Israel

Kommission soll U-Boot-Käufe in Deutschland beleuchten

Ab 2027 sollen die neuen U-Boote auftauchen. Foto: Flash 90

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz will die Verfahren zur milliardenschweren Beschaffung deutscher U-Boote und Korvetten für die Marine des Landes überprüfen lassen. Aus diesem Grund soll eine Untersuchungskommission eingerichtet werden, wie eine Sprecherin von Gantz am Montag mitteilte.

Die Kommission solle Aufschluss über Punkte geben, die sich aus Gesprächen von Gantz mit früheren hochrangigen Mitarbeitern aus dem Justiz- und Verteidigungsbereich ergeben hätten. Binnen vier Monaten sollen Ergebnisse vorliegen.

Verdacht Der israelische Generalstaatsanwalt hat wegen des Verdachts der Korruption im Fall der in Kiel hergestellten U-Boote ermittelt. In der Affäre war auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unter Druck geraten - der Koalitionspartner von Gantz.

Der Regierungschef wurde in der Affäre befragt, galt aber nicht als Verdächtiger. Ihm wurde vorgeworfen, das U-Boot-Geschäft gegen den Willen von Militär und Verteidigungsministerium durchgesetzt zu haben. Das Geschäft wird bei den wöchentlichen Anti-Netanjahu-Protesten in Israel stark thematisiert.

Netanjahu warf Gantz vor, das Militär als politisches Werkzeug zu nutzen. Dies habe kein Verteidigungsminister vor ihm getan, schrieb der 71-Jährige bei Twitter.

Steuergelder Israel hatte zunächst sechs deutsche U-Boote bestellt, die zum Teil aus deutschen Steuergeldern finanziert wurden. Kurz nach der Ankunft des fünften U-Boots in Israel im Jahr 2016 wurde der Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit dem Kauf von drei weiteren U-Booten bekannt. Diese sollten ab 2027 die dann veralteten Exemplare aus der ersten Tranche ersetzen.

Außerdem hatte Israel 2015 einen Vertrag zum Kauf von vier Korvetten abgeschlossen. Die erste Korvette ist auf dem Weg nach Israel. Die U-Boot-Lieferungen waren umstritten, weil die U-Boote nach Experteneinschätzung mit Atomwaffen ausgerüstet werden können. dpa

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

Jerusalem

»New York Times« wegen Gastbeitrag massiv in der Kritik

Der Zeitung wird vorgeworfen, Israel gezielt zu diffamieren und gleichzeitig Erkenntnisse zu sexualisierter Gewalt der Hamas vom 7. Oktober zu ignorieren

 13.05.2026

Jerusalem

Charedische Parteien drohen Netanjahu mit Sturz der Regierung

»Von jetzt an werden wir nur noch das tun, was gut ist für das charedische Judentum und die Welt der Jeschiwot«, sagt Rabbiner Dov Lando von der Partei Partei Vereinigtes Tora-Judentum

 13.05.2026

Kultur

ESC bald ohne Israel?

Zwischen Europa und Asien: Diskussionen um Israels Zukunft beim Eurovision Song Contest

von Sabine Brandes  13.05.2026

Wien

Israel zieht ins Finale des ESC ein

Noam Bettan überzeugt mit seinem Lied »Michelle« Jury und Publikum. Unser Kolumnist hat sich den Auftritt ganz genau angesehen

von Martin Krauß  12.05.2026

Jerusalem

NGO Monitor: Gerald Steinberg gibt Leitung ab

Der amerikanisch-israelische Politikwissenschaftler gründete die Organisation vor einem Vierteljahrhundert. Olga Deutsch übernimmt 2027 die Leitung

 12.05.2026

Jerusalem

Minister Chikli verweigert YouTuber Tyler Oliveira Einreise nach Israel

Das israelische Ministerium für den Kampf gegen Antisemitismus erklärt, der Amerikaner habe »hetzerische Aussagen gegen Juden« verbreitet

 12.05.2026

Massaker vom 7. Oktober

Die Hamas nutzte sexuellen Terror gezielt als Waffe

Tausende unerträgliche Videos, Fotos und Zeugenaussagen: Ein neuer Bericht der Zivilkommission zeigt, wie systematisch die Terroristen Familien erniedrigen und zerstören wollten

von Sabine Brandes  12.05.2026

Hamas-Massaker

Ex-Geisel Rom Braslavski: »Schämt Euch«!

Nachdem Premier Netanjahu seine Schuld erneut relativiert, macht der junge Mann in der Knesset seinem Unmut Luft

von Sabine Brandes  12.05.2026